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Männer sind Schlaganfall gefährdeter als Frauen

Vorsorgemuffel sterben früher

12.03.2008

"Sei es aus Angst, Scham oder Sorglosigkeit, Männer haben im Vergleich zum weiblichen Geschlecht Nachholbedarf bei der Gesundheitsvorsorge. Männer leben nicht nur ungesünder, sie informieren sich zudem auch weniger über Gesundheitsthemen", warnt Professor Karl Einhäupl, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und verweist darauf, dass Männer stärker von gesundheitsschädlichen Belastungen betroffen seien als Frauen.

Zu den Ursachen erklärt der Schlaganfall-Experte: "Jeder dritte Mann trinkt zu viel Alkohol, aber nur jede sechste Frau. Etwa zwei Drittel der Männer haben Übergewicht, bei den Frauen hat die Hälfte mit ihrem Gewicht zu kämpfen. Ein erhebliches Gesundheitsrisiko ist das Rauchen. Auch hier liegen die Männer vorn." Nach Auffassung des Professors führen lange Arbeitstage im Sitzen und Freizeit vor Laptop und Fernseher zu Bewegungsmangel. Zudem neigen Männer öfter zu Fast Food, Fertigprodukten oder fettreichen Fleischgerichten, während Frauen mehr Obst und Gemüse zu sich nehmen.

Nach Erkenntnissen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gefährden Stress und zunehmender Druck in der Arbeitswelt, aber auch Fehlernährung insbesondere Männer und führen oftmals zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob ein Mann besonders Schlaganfall gefährdet sei, hänge zwar von vielen Faktoren ab, doch mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und gesundem Lebensstil könne jeder Mann zumindest das Risiko deutlich senken, unterstreicht Prof. Karl Einhäupl.


Vorsorge-Tipps der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe:

  1. Checken Sie regelmäßig Ihre Blutdruckwerte. Erhöhter Blutdruck ist Risikofaktor Nummer eins für Schlaganfälle. Viele wissen nicht, dass ihr Blutdruck erhöht ist. Die Zahl der Schlaganfälle bei Männern könnte nahezu halbiert werden, wenn der Blutdruck dauerhaft gesenkt wird.

  2. Raucher sollten den Nikotinkonsum einstellen. Es gibt deutliche Hinweise für die Wirksamkeit von Nikotinpflastern, Nikotinkaugummis sowie von Wirkstoffen wie selektive Serotoninwiederaufnahme-Hemmer oder Buproprion. Besuchen Sie auch einen Nichtraucherkurs oder eine Verhaltenstherapie.

  3. Mäßiger Alkoholkonsum ist erlaubt. Die im Rotwein enthaltenen Flavonoide halten vermutlich sogar Arteriosklerose (Arterienverkalkung) auf. Gelegentlich ein Glas Wein kann auch zu einer leichten Absenkung des Cholesterinspiegels im Blut beitragen. Übermäßiger Alkoholgebrauch sollte jedoch vermieden werden. Bei Männern steigt ab einer Alkoholmenge von 40 Gramm pro Tag (das entspricht einer halben Flasche Wein, einem Liter Bier oder fünf Schnäpsen) das Schlaganfall-Risiko deutlich an.

  4. Ein erheblicher Risikofaktor ist auch das Übergewicht. Dreimal pro Woche 30 Minuten Sport und mediterrane Kost, die traditionell leicht, bekömmlich und abwechslungsreich ist, fördern eine gesunde Lebensweise. Statt Schokoriegel können auch mal Früchte wie Apfel, Banane oder Weintrauben gegessen werden. Eine gesunde Alternative zu Chips sind Gurke, Kohlrabi, Möhre und Co.

  5. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Blutfettwerte. Erhöhte Blutfettwerte (insbesondere Cholesterin) führen zu Arteriosklerose der Herz-Kranz-Gefäße. Durch diese Herzerkrankung wird das Risiko von Schlaganfällen erhöht. Allerdings haben bestimmte Cholesterinwerte auch eine Schutzfunktion gegen Schlaganfälle.

  6. Diabetikern wird empfohlen, besonders sorgsam vorzubeugen und sich regelmäßig zu bewegen. In ärztlicher Absprache sollten sie Antidiabetika einnehmen und klären, ob sie Insulin benötigen.

Jede Minute zählt: Jeder Schlaganfall ist ein Notfall! Daher hat die Österreichische Gesellschaft für Schlaganfall-Forschung zahlreiche Informationen zusammengestellt, was ein Schlaganfall ist, wie man diesen erkennt und wie man am besten reagiert.

Quelle: news aktuell

 

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