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Schlaganfall : Lebensführung bestimmt das Risiko

Schnelles Erkennen und Behandlung rettet Leben

30.10.2009


Das Risiko für einen Schlaganfall kann durch Vorsorge deutlich gesenkt und dessen Folgen durch schnelles Erkennen und Behandeln vermindert werden. Das betonten Vertreter der österreichischen Gesellschaft für Schlaganfall-Forschung (ÖGSF) und der österreichischen Gesellschaft für Neurologie anlässlich des gestrigen Welt-Schlaganfall-Tags in Wien.

Der Schlaganfall rangiert unter den häufigsten Todesursachen und ist auch wichtigster Grund für anhaltende Behinderungen im Erwachsenenalter. Statistisch gesehen stirbt jeder Fünfte innerhalb eines Monats nach dem Schlaganfall, viele tragen Behinderungen davon. Obwohl jeder Dritte wieder komplett gesundet, bedeutet ein Schlaganfall ein neunmal höheres Risiko, auch später wieder einen Schlaganfall zu erleiden, was Betroffenen oft große Angst bereitet. Ähnlich bedeutet auch der leichte Hirnschlag akute Gefahr, Opfer eines späteren Schlaganfalls zu werden.

Lebensführung bestimmt Risiko

"Schlaganfall-Vorsorge muss in erster Linie jenseits der Apotheke erfolgen", erklärt der Innsbrucker Neurologe Johann Willeit. Maßgeblich sei dafür ein gesundes Leben allgemein wie Rauchverzicht, mediterrane Kost, gesundes Körpergewicht, Zurückhaltung beim Alkohol und ausreichend Bewegung. "Große Studien bestätigen, dass unter Rücksichtnahme dieser fünf Faktoren das Schlaganfall-Risiko um vier Fünftel sinkt", so der Mediziner. Läuferstudien konnten außerdem zeigen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Dauer des regelmäßigen Ausdauersports und dem geringeren Risiko besteht.

Die medikamentöse Vorsorge ist bei bestehendem Risiko besonders im fortgeschrittenen Lebensalter sinnvoll. "In dieser Gruppe gehen Schlaganfälle meist auf Vorhofflimmern zurück. Der Gerinnungshemmer Marcumar behandelt diese Herzrhythmus-Störung sehr effektiv und senkt das Risiko um bis zu 80 Prozent", betont ÖGSF-Präsident Wilfried Lang. Die Verschreibung erfordere allerdings ausreichend Gesprächszeit zwischen Arzt und Patient. "Gute Aufklärung über seltene Nebenwirkungen wie etwa Darmblutungen ist wichtig. Deren Risiko wird durch die Schlaganfall-Abwendung weit mehr als aufgewogen. Doch aus Verunsicherung greifen viele zu anderen Mitteln, die praktisch keinen Schutz vor Schlaganfall bieten."

Schnelle Behandlung rettet Leben

Dass hierzulande die Sterberate bei Schlaganfällen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, führt Lang auf die verbesserte Akutversorgung zurück. Eine schnelle bildgebende Diagnose und Therapie von eingelieferten Schlaganfall-Patienten erlauben spezielle Behandlungseinheiten in Krankenhäusern, sogenannte "Stroke Units". Österreich sei vorbildhaft, was seine 34 derartigen Einheiten betrifft, da sie durch ein Registersystem vernetzt und gut verfügbar seien. "In der Schweiz gelingt diese Versorgung bisher noch nicht flächendeckend und in Deutschland führt man sie nach Patientenklasse in verschiedenen Kategorien. Die Versorgung sollte aber für alle gleich gut sein", so der Schlaganfall-Spezialist.

Vorbedingung ist jedoch stets das schnelle Erkennen des Schlaganfalls, den man aufgrund des Ausbleibens von Schmerzen oft unterschätzt oder übersieht. "Alles, was plötzlich und halbseitig auftritt, kann einen Schlaganfall bedeuten", erklärt Michael Brainin, Vorstandsmitglied der European Stroke Organization. Charakteristisch sind die halbseitige Schwäche von Gesicht, Arm oder Bein oder der Ausfall von Körperwahrnehmung auf einer Seite. Auch Einschränkungen von Sprache oder Verstehen einfacher Anweisungen oder Sehstörungen auf einem Auge können auf einen Schlaganfall hinweisen. "Tritt eines dieser Warnsignale plötzlich auf, sollte sofort die Rettung verständigt werden", betont Brainin.

Quelle: pte

 

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