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Preise für rezeptfreie Medikamente stark gestiegen

Tipp: Fragen Sie nach gleichwertigen Alternativen

26.09.2008

Klagen von "Konsument"-Lesern über gestiegene Medikamentenpreise nahmen in den vergangenen Monaten zu. Die Pharmaindustrie spricht dagegen von einer Verbilligung bei Medikamenten. Beide Seiten haben recht. Ein genauerer Blick zeigt, dass es bei rezeptfreien Präparaten im ersten Halbjahr 2008 teilweise markante Preissteigerungen gab, während vor allem bei rezeptpflichtigen Medikamenten die Preise reduziert wurden. Für den Konsumenten fällt letzteres aber nicht ins Gewicht: In der Regel ist die Rezeptgebühr von 4,80 Euro zu bezahlen.

Dem Österreichischen Apothekerverband zufolge verteuerten sich Arzneimittel im Zeitraum von Jänner 2006 bis Juni 2008 lediglich um 1,8 Prozent. Aus dem Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig) heißt es, dass alleine im vergangenen Jahr für rund 840 Medikamente Preisreduktionen vereinbart wurden. Zwar sank tatsächlich bei hunderten Medikamenten der Preis. Allerdings geschah das fast ausschließlich bei rezeptpflichtigen Präparaten. Da für Konsumenten in der Regel die Rezeptgebühr anfällt, werden viele Preisreduktionen nicht spürbar.

Die Preisentwicklung von rezeptfreien Präparaten zeigt wiederum, dass es bei den 3.101 (Stand Juni 2008) in österreichischen Apotheken erhältlichen Medikamenten im ersten Halbjahr 2008 zum Teil drastische Steigerungen gab: 482 Präparate wurden teurer, 35 davon sogar um mehr als dreißig Prozent. Lediglich sechs Mittel wurden billiger. Spitzenreiter in Sachen Teuerung bei den rezeptfreien Präparaten sind die "Pankreoflat Dragees" von Solvay. Der Preis für eine 25-Stück-Packung stieg um 198,8 (!) Prozent von 4,15 auf 12,40 Euro. Ebenfalls bemerkenswert: 13 der 35 Präparate sind Homöopathika - größtenteils aus dem Hause Weleda.

Als Gründe für die massiven Aufschläge nannten die Hersteller bzw. Vertreiber der Präparate unter anderem gestiegene Preise für Rohstoffe, Transport und Verpackung. Sie verwiesen zudem darauf, dass die Preise der betreffenden Produkte über lange Zeit konstant geblieben waren. Alternativ zur Preiserhöhung wäre häufig nur ein Rückzug vom österreichischen Markt in Frage gekommen.

Doch auch Konsumenten haben die Wahl: "Beim Kauf von rezeptfreien Medikamenten am besten nach gleichwertigen Alternativen fragen", rät "Konsument"-Gesundheitsredakteur Bernhard Matuschak.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind ab sofort im Oktober-Heft "Konsument" und ab auf der Konsument-Webseite zu finden.

Quelle: VKI

 

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