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Rezeptfreie Herz-Kreislauf-Mittel im Test

Selbstmedikation nicht ratsam - Alle getesteten Präparate als wenig geeignet eingestuft

01.09.2008

Aufgrund steigender Lebenserwartung und ungesunder Lebensweise ist in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen stetig gestiegen. So mancher setzt bei der Behandlung auf rezeptfreie Mittel - etwa mit Weißdorn, Knoblauch oder Mistelkraut. Das Verbrauchermagazin "Konsument" hat 26 derartige Präparate auf ihre Wirksamkeit untersucht und stellt sämtlichen getesteten Mitteln kein gutes Zeugnis aus. Stattdessen rät "Konsument", sich bei Herz-Kreislaufproblemen unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben und auf Selbstmedikation zu verzichten.

Etwa jeder Zweite stirbt heutzutage an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ursachen neben der zunehmenden Lebenserwartung sind ungesunder Lebenswandel und genetische Veranlagung. Das Krankheitsbild ist vielfältig - etwa Blutdruckschwankungen, Herzinfarkt oder Durchblutungsstörungen. Dementsprechend unklar ist dann auch, was konkret ein Arzneimittel leisten soll, das unter der Bezeichnung Herz-Kreislauf-Medikament in den
Handel gebracht wird.

"Konsument" hat sich 26 rezeptfrei erhältliche Mittel für Herz-Kreislauf-Erkrankungen - Tropfen, Kapseln und Tee - genauer angesehen. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Medikamente, die aus Pflanzen gewonnen werden - sogenannte Phytopharmaka. Das Ergebnis mahnt zur Vorsicht: Sämtliche getesteten Präparate wurden als "wenig geeignet" beurteilt."In keinem Fall liegen seriöse wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit vor. Die getesteten Medikamente sind entweder wirkungslos oder von sehr fraglicher Wirkung", erläutert "Konsument"-Gesundheitsexperte Thomas Tobisch. "Mehr als ein Placeboeffekt ist kaum zu erwarten."

Als mögliche Ursache für die häufige Nachfrage nach Phytopharmaka ortet Tobisch den Glauben der Patienten, sich mit der Einnahme von Mitteln auf pflanzlicher Basis etwas Gutes zu tun. Tobisch: "Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind aber ausschließlich durch den Arzt zu verschreibende Medikamente wirksam und empfehlenswert. Liegt eine derartige Erkrankung vor, ist eine Selbstbehandlung unverantwortlich."

Weitere Informationen zum Test finden Sie im September-"Konsument" sowie auf www.konsument.at.

Quelle: VKI

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