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Rezeptfrei heißt nicht harmlos

Tipps zum Umgang mit rezeptfreien Arzneimitteln

12.11.2008

Rezeptfreie Arzneimittel wie Nasentropfen, Abführmittel oder Kopfschmerztabletten klingen an sich harmlos, können bei falscher Anwendung aber auch Nebenwirkungen verursachen. Außerdem sollten sich Patienten den Gebrauch einiger Medikamente sicherheitshalber noch einmal von einem Fachmann zeigen lassen. Worauf man generell achten sollte, verrät uns Apothekerin Ursula Sellerberg im folgenden Interview.

Die Bezeichnung "rezeptfreie Arzneimittel" klingt ja an sich harmlos - was kann man denn da falsch machen? "Eine ganze Menge sogar. Rezeptfrei heißt nicht harmlos. Auch rezeptfreie Arzneimittel können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen verursachen, deswegen sollte man sich diesbezüglich auch beraten lassen." Und wenn wir manche Medikamente zu lange einnehmen, können wir davon sogar abhängig werden - wie zum Beispiel von Nasentropfen, sagt Sellerberg: "Sie merken, dass Sie von den Nasentropfen abhängig sind, nicht weil Sie zum Beispiel "high" werden, sondern weil Sie immer und immer wieder das gleiche Medikament kaufen müssen." Abhängig können Patienten übrigens auch von Abführmitteln werden, wenn sie diese zu lange einnehmen. Wer also immer wieder das gleiche rezeptfreie Medikament braucht, sollte mit dem Apotheker darüber reden.

Gibt es denn eine Faustregel, wie lange rezeptfreie Medikamente bedenkenlos angewendet werden dürfen? Ursula Sellerberg: "Das hängt natürlich stark von dem jeweiligen Arzneimittel und den individuellen Beschwerden ab." Ganz allgemein gibt Apothekerin Sellerberg folgenden Rat: "Man sollte in der Selbstmedikation Medikamente nicht länger als zwei Wochen anwenden. Wenn die Beschwerden sehr stark sind oder plötzlich auftreten, dann sollt man auch eher zum Arzt gehen, als auf die Selbstmedikation allein zu vertrauen." Und für den Schnupfen heißt das: "Ein Schnupfen heilt nach einer Woche. Wenn Sie vier bis fünf Wochen lang Nasentropfen anwenden müssen, dann kann da etwas nicht in Ordnung sein." Demnach sollten wir also Nasentropfen oder andere Medikamente nur dann einnehmen, wenn wir sie wirklich brauchen und im Zweifelsfall den Arzt oder Apotheker fragen.

Jedes Medikament hat doch aber immer einen Beipackzettel - reicht der nicht aus? Ursula Sellerberg: "Ja schon, aber nicht jeder liest sich den Beipackzettel auch durch." Die Apothekerin rät Patienten deshalb, mit dem Apotheker über das Arzneimittel zu sprechen - denn selbst Kopfschmerztabletten sind nicht immer harmlos: "Wenn man Kopfschmerztabletten zu häufig einnimmt, dann können die Tabletten selbst Kopfschmerzen auslösen. Es gibt deswegen eine Faustregel: Nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat und nicht länger als an drei Tagen am Stück sollten Schmerztabletten eingenommen werden." Also, nicht nur auf den Beipackzettel vertrauen, sondern sich im Zweifelsfall lieber einen guten Rat aus der Apotheke holen

Quelle: news aktuell

 

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