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Reizdarm-Syndrom : Bauchschmerzen als Tabuthema

Guter Stuhlgang sorgt für mehr Wohlbefinden

10.01.2006

Das einst verpönte Wort mit dem Zischlaut "Sch" erregt heute kaum noch Protest - selbst im Fernsehen ist es im täglichen Gebrauch. Der Namensgeber allerdings bleibt weiterhin ein Tabuthema: Über anrüchige Probleme mit Stuhlgang und Darm spricht man selbst mit einem Arzt nur ungern. Dabei geht die Zahl der davon Betroffenen in die Millionen: Rund 20 Prozent aller Menschen leiden unter den quälenden Beschwerden eines Reizdarm-Syndroms (abgekürzt RDS), darunter zwei- bis dreimal mehr Frauen als Männer, Jüngere häufiger als Ältere.

Die Symptome konzentrieren sich auf den Mittel- und Unterbauch: Anfallsartige oder ständig drückende Bauchschmerzen, Unwohlsein, Blähungen und Krämpfe halten gelegentlich bis zu fünf Tage lang an. Manchmal muss man viele Male am Tag zum stillen Ort, manchmal scheint der Darm mehrere Tage lang zu streiken. Verstopfung und Durchfall geben sich die Klinke in die Hand.

Obwohl die Symptome eindeutig körperbezogen sind, finden die Ärzte trotz Ultraschall, Laboranalysen und endoskopischen Untersuchungen oft keine fassbare Ursache. Sie bezweifeln zwar nicht die Schwere des immer wiederkehrenden Bauchwehs ihrer Patienten, versuchen es aber oft mit psychischen Ursachen wie Überempfindlichkeit, seelischer Anspannung, Sorgen, Angst oder Stress zu erklären.

Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille, betont der Verdauungs-Experte Dr. Jürgen Bubeck: "Hinter dem quälenden Aufruhr im Bauch vermutet man neben einer gesteigerten Sensibilität heute auch eine Störung auf der molekularen Ebene der Botenstoffe (Neurotransmitter), die das komplizierte Gefüge der unwillkürlichen Darmbewegungen steuern. Sie führt zu scheinbar widersprüchlichen Folgen: Im erschlafften Verdauungsorgan staut sich die Nahrung, gleichzeitig führen überschießende Bewegungen der Muskulatur zu krampfartigen Schmerzen."

Neue Studien zeigen, dass beim RDS häufig auch die Darmmotorik gestört ist: Der Stuhl passiert meist nur langsam den Darm. Mit 64 Prozent sind deshalb deutlich mehr Patienten von einer Verstopfung betroffen als von Durchfall. In diesen Fällen kann der Einsatz eines schonenden Abführmittels eine sinnvolle Hilfe sein. Dazu Dr. Bubeck: "Nach den so genannten Rom-II-Kriterien, einer internationalen Übereinkunft, ist charakteristisch für RDS, dass sich nach einer Darmentleerung die quälenden Beschwerden meist deutlich bessern."

Ebenfalls neu ist die Erkenntnis, dass die Frauenplage Reizdarm auch eine genetische Komponente hat: Oft hatten schon Mutter oder Vater der Betroffenen die Neigung, Stressbelastungen und emotionale Konflikte in den Bauch zu projizieren.

Quelle: dpa

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