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Ärztekammer fordert Rauchverbot in Lokalen

Besserer Schutz der Arbeitnehmer in der Gastronomie

28.05.2006

Ein striktes Rauchverbot in Lokalen nach italienischem Vorbild hat letzten Freitag die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) gefordert. Die beiden Vize-Präsidenten der ÖÄK, Dr. Walter Dorner und Dr. Othmar Haas kritisierten in einer Aussendung, Österreich habe einen "besonderen Handlungsbedarf" beim Nichtraucherschutz. Die Nikotinkonzentration in österreichischen Lokalen sei umweltmedizinischen Studien zufolge mit am höchsten in Europa - insbesondere in Bars, Diskotheken und anderen Treffpunkten Jugendlicher. Angestellte in Bars und Restaurants seien einer enormen Nikotin-Exposition ausgesetzt und damit in erhöhtem Maß gesundheitsgefährdet.

"Die Bundesregierung muss dem Nichtraucherschutz eine höhere Priorität einräumen. Dazu gehört der konsequente Schutz der Arbeitnehmer gegen Zigarettenqualm - und zwar auch in der Gastronomie. Jeder Mensch hat ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz", mahnte der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Othmar Haas.

Österreich hinke beim Nichtraucherschutz hinterher, so auch ÖÄK-Vize-Präsident Dr. Walter Dorner. Freiwillige Maßnahmen wie die Einrichtung von Nichtraucherzonen in Restaurants seien unzureichend und vielfach in den Lokalen noch gar nicht realisiert. Dorner:"Das ist in einem so vorsorgebewussten Land untragbar. Vor allem, weil wir ja wissen, dass die Gesundheitsschäden auch bei den Passivrauchern enorm sind." Im Tabakrauch sind über 50 Karzinogene enthalten, die Passivraucher in Mitleidenschaft ziehen können. Die Gesundheitsgefährdung durch Zigarettenrauch wird von Ärzten daher mindestens genauso hoch wie die Gefährdung durch Feinstaub eingestuft. Da auch regelmäßiges Passivrauchen als karzinogen gilt, ist ein strenges Rauchverbot ein wirksamer Arbeitnehmerschutz. "Es geht uns nicht darum, die Raucher zu bestrafen, sondern die Gesundheit der Nichtraucher zu sichern", betonte Dorner.

Wie die beiden Ärztevertreter erklärten, hat sich das Rauchverbot in Lokalen in jenen Ländern, die es bereits eingeführt haben, auch als Ausstiegshilfe für Raucher erwiesen. Nach der Einführung des strengen, mit drastischen Strafen belegten Verbots ging in Ländern wie England, Irland oder Italien die Zahl der Raucher zurück. Langfristig reduzieren Rauchverbote laut Angaben der Weltbank die Zahl der Raucher im Schnitt um zwischen vier und zehn Prozent.

Haas: "Konsequente Programme zum Nichtraucherschutz sind also weitaus populärer als ihr Ruf. Denn sie schützen Nichtraucher und helfen vielen so genannten dissonanten Rauchern - also Menschen die aufhören wollen, zu rauchen - dabei, ihren Vorsatz in die Tat umzusetzen." In Österreich wollen über die Hälfte der Raucher das Rauchen aufgeben oder den Tabakkonsum reduzieren.

Aus Sicht der Ärzteschaft entwickeln sich die Zahlen der rauchenden Bevölkerung in Österreich erschreckend: 2,3 Millionen Menschen in Österreich rauchen, rund 14.000 Personen sterben jährlich an den Folgen des Tabakkonsums. Das Land hat mit die höchsten Zahlen bei den jugendlichen Rauchern. Einen negativen Spitzenplatz belegt Österreich dabei, was die Zahl der rauchenden bis 15jährigen Mädchen angeht.

Tabakrauchen ist eine der Hauptursachen für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Krebs und international die häufigste vermeidbare Ursache von Krankheit und vorzeitigem Tod. Ein Raucher verliert im Schnitt neun Jahre Lebenszeit. Die Todesrate von Rauchern ist im mittleren Lebensabschnitt  zwischen 35 und 69 Jahren dreimal höher als bei Nichtrauchern. Allerdings bringt der Verzicht auf die Zigarette in allen Lebensjahren einen erheblichen Gewinn bei der Lebenserwartung. So können etwa beim Verzicht auf die Zigarette ab 50 noch sechs Lebensjahre hinzugewonnen werden.

Quelle: Österr. Ärztekammer


Infos für Raucher und baldige Nichtraucher finden Sie hier ...


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