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Rauchverbot im Lokal : Gäste und Wirte dagegen

Schmutz, Lärm oder Abgase deutlich störender als das Rauchen

26.04.2007

"Die Gäste brauchen es nicht und die Wirte wollen es nicht." Mit diesen Worten brachte der Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammmer Wien, KR Josef Bitzinger, in einer Pressekonferenz das Thema "Rauchverbot in der Gastronomie" auf den Punkt. Im Auftrag der Wirtschaftskammer sind im März eine bundesweite Umfrage bei Lokalgästen sowie eine Totalerhebungbei Wiener Gastronomen durchgeführt worden. Einhelliger Tenor der Gästeumfrage: Schmutz, Lärm oder Abgase empfinden die ÖsterreicherInnen deutlich störender als das Rauchen, und folgerichtig wollen auch nur 39 % das Rauchen gesetzlich geregelt sehen. Entscheidend für die Lokalwahl sind gutes Essen & Trinken, freundliches Personal und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, so der Autor des Studienberichts, Gastronom Stefan Gergely.

Im Zuge einer Online-Befragung wurden 2.656 Gäste interviewt; mit deutlichen Mehrheiten sprechen sich diese für eine gesetzliche Regelung der störenden Umwelteinflüsse Schmutz/Müll (69 %), Abgase (63 %), Lärm (46 %) und Verkehrsaufkommen (42 %) aus - lediglich 39 % wollen das Rauchen gesetzlich regeln lassen. Bei den 2.028 Personen, die zumindest einmal pro Monat abends gastronomische Lokale besuchen, zeigt sich auf einer 5-stufigen Skala (1=sehr wichtig, 5=überhaupt nicht wichtig), dass Nichtraucherzonen mit durchschnittlich 3 unter den eher unwichtigen Aspekten rangieren. "Folgerichtig stören die ÖsterreicherInnen in Lokalen am meisten mangelnde Sauberkeit, unfreundliches Personal und überhöhte Preise", betonte Bitzinger.

Beim Thema "Nichtraucherschutz" findet die "freie Wahl für die Gastronomen" mit 42 % der befragten Gäste die höchste Zustimmung; deutlich weniger - jeweils 26 % - sprechen sich für eine gesetzlicheräumliche Trennung in Raucher- und Nichtraucherbereiche sowie freiwillige Selbstverpflichtung nach derzeitigem Modell, aber ohne Strafe, aus. Mehrheitlich abgelehnt wird ein totales Rauchverbot in allen gastronomischen Betrieben - sowohl von der Gesamtbevölkerung (80 %) als auch von den Nichtrauchern (66 %). Und für 59 % der Befragten ist das Rauchen ein Teil der Kaffee- bzw. Wirtshauskultur, lediglich 16 % stimmen dieser Aussage überhaupt nicht zu. "Das alles bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass Verbote nichts bringen und auch von den Betroffenen nicht gewünscht werden. Der Kampf gegen das Rauchen in der Gastronomie ist ein Minderheitenprogramm", resümiert Gergely.

Räumliche Trennung für fast 60 % der Gastronomen nicht machbar

Auf die "enormen Schwierigkeiten für die Wiener Gastronomen" im Fall einer verpflichtenden räumlichen Trennung wies Spartenobmann Bitzinger hin: Für 59 % der Lokale (Basis: 707 von Gastronomen beantwortete Fragebögen) ist diese kaum oder gar nicht zu realisieren, da sie entweder nur über einen einzigen Gastraum oder über eine Schank mit nur einem Gastraum verfügen. Nur ein gutes Viertel der Wiener Gastronomen (26 %) verfügt über zwei oder mehrere Gasträume mit räumlicher Trennung.

68 % aller Wiener Lokale (also auch jene, die von der freiwilligen Selbstverpflichtung nicht betroffen sind) haben nach Angaben der Gastronomen ein Angebot für Nichtraucher - ebenso wie 91 % der Lokale mit einer Gastraumfläche von zumindest 75 m².

"Für drei Viertel der Gastronomen ist derzeit die Vermittlung zwischen Rauchern und Nichtrauchern unproblematisch, für lediglich 7 % ist das Thema eine große Belastung. Das zeigt, dass die Freiwilligkeit sehr wohl funktioniert und Gäste wie Wirte diese Frage imDialog eigenverantwortlich lösen können", betonte Bitzinger. So fordern auch 59 % der befragten Gastronomen die Fortsetzung der freiwilligen Selbstverpflichtung, 52 % plädieren für Wahlfreiheit und nur 14 % sind für eine gesetzliche Trennung Raucher/Nichtraucher.

"Gesetzliche Nichtraucherzonen werden Umsatzverschiebungen innerhalb der Gastronomie bringen" prognostiziert Stefan Gergely: 48 % der Nichtraucher würden es akzeptieren, in ihrem Wunschlokal keinen Tisch im Nichtraucherbereich zu erhalten, 52 % jedoch würden das Lokal wechseln. Ein analoges Ergebnis zeigt sich bei den Rauchern (47 % für Akzeptanz, 53 % für Lokalwechsel). "Es wird Gewinner und Verlierer in der Gastronomie geben. Wer zu welchem Lager zählt, lässt sich heute noch nicht abschätzen", so Gergely.

"Es wäre sinnvoll, die Raucher noch mehr als bisher davon zu überzeugen, dass sie ihre Zigarette möglichst ohne Störung der anderen genießensollen. Denn nur dann wird Nichtraucherschutz wirklich funktionieren. Strenge Strafbestimmungen können Gesetzesübertretungen nicht verhindern, wenn die Betroffenen nicht von der Richtigkeit der Maßnahme überzeugt sind. Man kann nicht hinter jeden Raucher einen Polizisten stellen. Überzeugen statt strafen - das wäre für uns der Weg zum Erfolg", betonte Bitzinger abschließend.

Quelle: Public Interest

 

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