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REM-Phase : Gestörter Schlaf gefährdet Hirn

Höhere Gefahr an Parkinson oder Demenz zu erkranken

06.07.2006

Für Menschen mit einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung kann auch die Nachtruhe gefährlich sein: Denn bei diesem Erkrankungsbild, das 1986 erstmals von Wissenschaftern beschrieben wurde, ist die übliche Muskelschlaffheit während der REM-Phase aufgehoben, wodurch es zu ungewöhnlichem nächtlichem Bewegungsverhalten kommt.

Oftmals in Verbindung mit den Trauminhalten können Betroffene daher etwa um sich schlagen oder andere heftige motorische Reaktionen zeigen - und dadurch sich selbst und ihre Bettnachbarn möglicherweise verletzen. Wie Innsbrucker Wissenschafter in der Vergangenheit mithilfe von Videoanalysen zeigen konnten, handelt es sich zum größten Teil zwar um kleine Bewegungen. Doch kommt es in seltenen Fällen auch zu unfreiwillig gewalttätigem Verhalten.

Nicht nur Bettnachbarn gefährdet

Nun wollen Schlafspezialisten der renommierten Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, ein weiteres Risiko in Zusammenhang mit der REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) festgestellt haben: Nach Auskunft von Studienleiterin Maja Tippmann-Peikert scheint RBD häufig neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und bestimmte Demenz-Formen nach sich zu ziehen.

Die US-Forscher hatten an 39 Patienten mit der Diagnose RBD Fragebögen geschickt. Von den 23 Probanden, die an der Studie teilnahmen, hatten fünf Demenz oder Parkinson entwickelt. Weitere zehn berichteten von neurologischen Symptomen, die stark auf Demenz oder Parkinson hinwiesen. Im Durchschnitt waren zum Studienzeitpunkt seit der Diagnose elf Jahre vergangen. "Ausgehend von unseren Ergebnissen, sehe ich für Personen mit RBD ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankungen", fasst Tippmann-Peikert zusammen.

Frühe Diagnose für gezielte Checks

Eine vorbeugende Maßnahme für RBD-Patienten zur Prävention von neurodegenerativen Krankheiten gebe es leider nicht, muss die Expertin klarstellen. Dazu sei über die Ursachen der REM-Schlaf-Verhaltensstörung bislang zu wenig bekannt. Allerdings weist Tippmann-Peikert darauf hin, dass RBD so früh wie möglich diagnostiziert werden sollte. Denn sei die Erkrankung erst einmal bekannt, könnten Betroffene auch gezielt auf die mögliche Entstehung von Parkinson oder Demenz untersucht werden.

Menschen mit der Diagnose RBD empfiehlt die Neurologin daher, regelmäßig zum Arzt zu gehen, um eventuelle Anzeichen von neurodegenerativen Erkrankungen abklären zu lassen. Betroffene sollten sich überdies über die typischen Warnzeichen und Symptome von Parkinson, Demenz und verwandten Krankheiten informieren.

Unabhängig von möglichen Folgeerkrankungen gelte es für Personen mit RBD, sich zu einem Spezialisten in Behandlung zu begeben und gegebenenfalls Medikamente einzunehmen, welche auf die Symptome der REM-Schlaf-Verhaltensstörung wirken. Um die unmittelbare Verletzungsgefahr einzudämmen, sollten Betroffene darüber hinaus Vorsichtsmaßnahmen im Schlafzimmer treffen: Dazu zählt etwa, gefährliche Gegenstände zu entfernen, alle Fenster und Türen zu schließen und für eine gute Polsterung des Bettes und des umgebenden Bodens zu sorgen.

Quelle: eurekalert

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