Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Positive Einflüsse auf das Herz

Liebe, soziale Beziehungen und persönlicher Lebensstil

Neue Forschungsergebnisse zum Thema Herz und Herzinfarkt-Risiko wurden dieser Tage beim Europäischen Kardiologenkongress ESC in München präsentiert:

Die internationale Studie INTERHEART mit 30.000 Teilnehmern hat gezeigt, dass bis zu 90 Prozent des Herzinfarkt-Risikos mit Hilfe von neun leicht messbaren Faktoren vorhersagbar sind. Am gefährlichsten ist lt. den Experten das Zigarettenrauchen und ein ungünstiges Verhältnis bestimmter Blutfette. Lebensstil-Änderungen, vor allem das Aufhören zu Rauchen, gesündere Ernährung und mehr Bewegung können demnach zu einer 80-prozentigen Verringerung des Herzinfarkt-Risikos führen.

Die beiden wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt, Zigarettenrauchen und ein ungünstiges Verhältnis von Blutfetten, ermöglichen zusammen eine Prognose von zwei Drittel aller Herzinfarkte, erklärt Studienkoordinator Salim Yusuf von der kanadischen McMaster University. "Zusätzliche Risikofaktoren sind weiters hoher Blutdruck, Diabetes, Bauchfett, Stress, fehlender täglicher Konsum von Obst und Gemüse und fehlende tägliche Bewegung", führt der Experte aus. Die Wissenschaftler räumen auch ein, dass der regelmäßige Konsum geringer Alkoholmengen eine gewisse Schutzwirkung habe.


Dänische Mediziner haben herausgefunden, dass Liebe, Partnerschaft und befriedigende soziale Beziehungen auch im medizinischen Sinn positive Einflüsse auf das Herz haben. "Als Single zu leben bringt ein mindestens viermal erhöhtes Risiko mit sich, einen plötzlichen Herztod zu erleiden", so die dänische Medizinerin Kirsten Melgaard Nielsen vom Aarhus Universitätsspital, "auch ohne ein Kind im Haushalt zu leben ist ein Risikofaktor." Zu diesem Schluss kommt eine Analyse der Lebensumstände von Personen im Alter zwischen 30 und 69 Jahren, die in der dänischen Stadt Aarhus wohnhaft waren und an einem plötzlichen Herztod verstarben. Unter einem plötzlichen Herztod versteht man den Tod innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Auftreten von Symptomen, ohne andere offensichtliche Krankheitsursachen. Menschen die allein leben, neigen verstärkt zu Rauchen, Alkoholkonsum und Übergewicht. Singles suchen seltener einen Arzt auf und sind in Notfällen mitunter nicht in der Lage, Hilfe zu rufen.


Auch eine Schweizer Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und befriedigenden Sozialbeziehungen. Die Wissenschaftler befassten sich mit Paarbeziehungen, in denen ein Partner an einer Herzkrankheit litt. "Das Funktionieren einer Beziehung und ein soziales Netz sind ganz wichtige Faktoren für das Wohlbefinden von Menschen, die an einer Herzerkrankung leiden", umriss Romy Mahrer-Imhof vom Institut für Pflegewissenschaften an der Universität Basel die Ergebnisse der Untersuchung.

"Wie auch immer die individuelle Strategie der Problembewältigung aussieht, eines war bei allen untersuchten Paaren gleich: Gibt es Liebe und gegenseitige Unterstützung, dann hat das auch positive Auswirkungen auf den Umgang mit der Krankheit und oft sogar auf den Krankheitsverlauf," so die Schweizer Expertin. Ein liebevoller Partner sei nicht nur dabei entscheidend, den Kranken bei der Umsetzung von Therapien und Lebensstiländerungen zu unterstützen, sondern sei auch sensibel für Anzeichen von Verschlechterungen oder Rückfällen. Auch eine zusätzliche psychische Komponente spielt eine Rolle: Wer in einer guten Partnerschaft lebt, fühlt sich unterstützt und findet Hoffnung, die vor Ängsten schützen kann. Denn Angstfreiheit ist mit ein wichtiger Genesungsfaktor.

Quelle: pte


Persönlicher Bereich: