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Jetzt im Herbst die Pollen-Allergie-Impfung erledigen

Pollenallergiker haben jetzt für einige Monate Ruhe

11.09.2006

Bereits Ende Februar fliegen sie wieder, die Pollen. Für Allergiker beginnt eine üble Zeit mit tränenden, juckenden Augen, Dauerschnupfen, Haut- oder Atemproblemen. Zur Linderung der Symptome gibt es Medikamente, so genannte Antihistaminika. Lediglich Medikamente einzunehmen, sei langfristig aber keine Lösung, so Prof. Dr. Ludger Klimek vom Allergiezentrum in Wiesbaden.

"Bereits jahrzehntelang bewährt hat sich dagegen die Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung, Allergieimpfung) als praktisch einzige ursächliche Behandlung von Pollenallergie. Gerade bei der Pollenallergie werden sehr gute Resultate erzielt. Etwa 90 Prozent der Behandlungen ergeben weitgehende oder völlige Beschwerdefreiheit", informiert Dr. Siegfried Jäger, HNO Klinik der Medizinischen Universität Wien und Leiter des österreichischen Pollenwarndienstes. "In seltenen Fällen kann nach Jahren die Allergie neuerlich wiederkehren, dann hilft meist eine einjährige neuerliche Kur, um sie wieder zum Verschwinden zu bringen."

Lange Zeit war die Hyposensibilisierung als einzig dauerhafte Allergietherapie mit einem ziemlich großen Zeitaufwand und etlichen Arztbesuchen verbunden. Den Allergikern wurde erst wöchentlich über mehrere Monate eine immer größere Allergen-Dosis subkutan (unter die Haut) gespritzt. Erst dann gab es eine Phase, in der alle vier bis sechs Wochen die als optimal ermittelte Dosis noch einmal gespritzt wurde, dies über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren. "Eine Gewöhnung braucht Zeit. Drei bis fünf Jahre sind notwendig, um den optimalen Schutz zu erlangen", erklärt Jäger den langwierigen Prozess der traditionellen Hypersensibilisierung.

"Das wird heute aber immer weniger so gemacht", meint der deutsche Allergologe Klimek. Denn der Therapieextrakt lasse sich immer besser auf den Patienten abstimmen. Bei der Rush-Immuntherapie ist die Dosierungsphase kurz und ohne Unterbrechungen. Klimek: "Üblich sind drei Behandlungstage, meistens stationär." Bei der Cluster-Immuntherapie wird die Dosis mit Pausen gesteigert, insgesamt sind aber ebenfalls weniger Spritzen nötig. In beiden Fällen beträgt die Gesamt-Therapiedauer allerdings nach wie vor rund drei Jahre.

"Eine mögliche Therapieform der Zukunft wird auch die so genannte Ultra-Rush-Therapie sein: dabei wird die Steigerungsphase auf bis zu 1,5 Stunden verkürzt und somit auch eine saisonale Therapie ermöglicht. Das hat vor allem den Vorteil, dass Patienten, die sehr oft erst dann beim Arzt erscheinen, wenn ihre Beschwerden bereits unerträglich geworden sind, sofort mit einer Immuntherapie beginnen können, sei es in herkömmlicher Form von Injektionen oder auch in Form von sublingualer Therapie", so Jäger.

Bei der Sublingualen Immuntherapie wird dem Patienten wie sonst auch für längere Zeit eine Allergen-Dosis verabreicht, jedoch als Tropfen unter die Zunge. Das ist wesentlich angenehmer. Jäger: "Meist zeigen sie wie die klassische Impfmethode gute Resultate, doch muss die Anwendung öfter erfolgen als die "normale" Impfung (3 mal wöchentlich oder täglich). Die Dauer der Behandlung ist gleich wie bei der klassischen Impfung, also drei bis fünf Jahre. Der entscheidende Vorteil liegt aber darin, dass Impfreaktionen praktisch nicht mehr vorkommen."

Die neueren sublingualen Therapielösungen werden täglich eingenommen und sind in Form von Einzeldosisbehältnissen (Blister) erhältlich. Weiters gibt es, besonders für Kinder, die Schluckimpfung als Verabreichungsform, es gibt Impfungen in Form von Nasensprays und demnächst wird eine sublinguale Allergieimpfung auch in Tablettenform möglich sein.

Quelle: Österreichischer Pollenwarndienst

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