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Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel oft ungenügend erforscht

Nahrungsergänzungsmittel müssen - im Gegensatz zu Medikamenten - kein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen.


31.05.2013

Von Aloe Vera bis zur Gojibeere - die Nahrungsergänzungsmittelindustrie entdeckt zunehmend exotische Früchte und Pflanzen für ihre Zwecke. Geworben wird dabei häufig mit einer bestimmten gesundheitsfördernden Wirkung dieser "natürlichen" Bestandteile. Doch nicht nur fehlen dafür oft wissenschaftliche Belege, in vielen Fällen sind auch mögliche Nebenwirkungen nicht vollständig erfasst. In ihrer aktuellen Juniausgabe nimmt die Zeitschrift KONSUMENT zehn oft verwendete Pflanzen und Pflanzenbestandteile genauer unter die Lupe. Die Recherche zeigt: Eine unkontrollierte Zufuhr mancher pflanzlicher Wirkstoffe kann mit erheblichen Risiken verbunden sein.

Beispiel Kudzu-Wurzel
Die Kudzu-Wurzel findet in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung und wird in Nahrungsergänzungsmitteln und Sportlernahrung verarbeitet. Die Pflanze soll unter anderem bei der Nikotinentwöhnung helfen. Zu ihren wesentlichen Wirkstoffen zählen sogenannte Isoflavone, die auch Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs vorbeugen sollen. Da die Wirksamkeit bisher jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen werden konnte, sind Isoflavon-Präparate derzeit in Österreich nicht als Arzneimittel, sondern ausschließlich als Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung schließt nicht aus, dass Isoflavon-Präparate Krebs verursachen können.

Beispiel Meerträubel / Ephedra-Kraut
Ephedra-Kraut in Verbindung mit Koffein wird im Internet oft als Schlankheitsmittel beworben. In der Bodybuilderszene gilt es als sogenannter "Fatburner", der die Fettverbrennung anregt. Darüber hinaus wird die Pflanze auch als Aufputschmittel bzw. pflanzlicher Ecstasy-Ersatz angeboten. Die unkontrollierte Einnahme kann zu Herzrhythmusstörungen, erhöhtem Blutdruck und bei hoher Dosierung zu Krampfanfällen und psychischen Veränderungen führen. Die Europäische Kommission beurteilt Nahrungsergänzungsmittel oder andere Lebensmittel, die Meerträubel enthalten, daher als nicht verkehrsfähig.

"Werbeversprechen, die in Zusammenhang mit Nahrungsergänzungsmittel getätigt werden, sollten generell kritisch hinterfragt werden. Häufig ist die behauptete positive Wirkung wissenschaftlich nicht belegt. Außerdem müssen Nahrungsergänzungsmittel im Gegensatz zu Medikamenten kein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen, in dem die gesundheitliche Unbedenklichkeit nachgewiesen werden muss", betont Projektleiterin Katrin Mittl vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). "Wer sich ausgewogen ernährt, ist in der Regel nicht auf die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln angewiesen. Den Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen kann man problemlos - und auch wesentlich günstiger - aus heimischen Früchten abdecken."

Der ausführliche VKI-Report zu pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln kann online unter www.konsument.at abgerufen werden und ist ab sofort in der Juniausgabe der Zeitschrift KONSUMENT verfügbar.

Quelle: VKI

 
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