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Perlen : Die Tränen der Götter

Wie eine Perle entsteht und welche Mythen man sich um sie erzählt

19.02.2008

Die Perle wird wegen ihrer Seltenheit und Schönheit schon seit vielen tausend Jahren sehr geschätzt. Schon die Einwohner im alten China, Ägypten, Indien, in der arabischen Welt, im antiken Rom, oder die Ureinwohner Amerikas verehrten diese einzigartigen, natürlich gewachsenen Kostbarkeiten. Unter den vielen Schmuckstücken, die es gibt, ist die Perle das einzige, welches in einem lebenden Organismus heran wächst. Aber wie genau wächst nun so eine Perle in einem Lebewesen?

Perlen formen sich in Austern und Weichtieren, in deren Fleisch sich ein Fremdkörper einnistet. Nun reagiert die Muschel darauf, indem sie eine kristalline Substanz absondert, die sich in vielen Schichten um den Fremdkörper schließt und die Perle formt. Diese Substanz wird Perlmutt genannt. Das Perlmutt ist eine Schicht aus dünnen Kalkblättchen, die in Weichtierschalen vorhanden sind.

Es gibt viele Tausende verschiedene Arten von doppelschaligen Muscheln, aber nur rund 20 davon sind in der Lage Perlen zu produzieren. Diese Naturperlen waren daher immer besonders selten und wertvoll. Sie sind deshalb so selten und teuer, weil sich die vielen Schichten des Perlmutt oft unregelmäßig um den Fremdkörper im Inneren der Muschel legen und dann entweder rund oder kugelförmig entstehen. So sind fast alle natürlich gewachsenen Perlen unregelmäßig geformt.

Nur eine verschwindend geringe Anzahl von Muscheln wird unter natürlichen Bedingungen überhaupt eine Perle produzieren. Von den wenig entstandenen Perlen wird wiederum gerade mal eine Hand voll wünschenswerte Größen, Formen oder Farben entwickelt und nur ein Minimum davon wird von Menschen gefunden werden. Würden wir uns also ganz allein nur auf Mutter Natur verlassen, könnten sich wohl nur die Wohlhabendsten dieser Welt an Perlen erfreuen.

Zum Glück entdeckten einige japanische Forscher im späten 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Methode zur künstlichen Herstellung von Perlen. Das Wichtigste bei dieser Methode ist das Einbringen eines Fremdkörpers in das Muschelfleisch. Nachdem dies geschehen ist, wird die nun so ausgestattete Muschel wieder dem Meer überlassen, um die natürliche Entwicklung einer hoffentlich prachtvollen Perle abzuwarten bzw. zu vollenden. Kokichi Mikimoto spielte eine wichtige Rolle in der Zuchtperlenindustrie. Ihm gebührt die Ehre, diese Technik des künstlichen Anreizes zur Entwicklung runder Perlen in Austern perfektioniert zu haben. Dafür wurde ihm im Jahre 1916 das Patent verliehen. Die Entdeckung Mikimotos öffnete die Türen für das ausgedehnte Wachstum der Perlenindustrie, in welcher nun Perlen wie Nutzpflanzen "angebaut" werden können. Zuchtperlen konnten nun durch das Einschieben kleiner Fremdkörper oder Einspritzen einer Ölmasse in Seeperlmuscheln erzeugt und dadurch auch in ausreichenden Mengen produziert werden, so dass sich zu dieser Zeit und auch heute noch jeder an Perlen erfreuen kann.

Der Mythos der Perle

In Tahiti glaubt man, dass "Oro" der Gott des Friedens und der Fruchtbarkeit der erste war, der die Schönheit der schwarzlippigen Perlauster dem Menschen enthüllt hat. Mit der Perle auf einem Regenbogen zur Erde zurückgereist, gestand er der wunderschönen Prinzessin von Bora Bora seine Liebe und gab ihr die Tahiti Perle. Zudem spielten auch der mystische Geist von Koralle und Sand eine Rolle, denn sie umgaben die Muschel mit einem leuchtenden Mantel, der die Farben aller Fische Polynesiens widerspiegelt.

Die Perle bildet die lebende Verkörperung der Vollkommenheit, den Tropfen des Lichts und die himmlische Saat. Sie wird auch als der Widerschein des Schwungs und der Seele bezeichnet. Nach einem alten Glauben sollte die Perle auf der Haut getragen werden, da ihre Schwingungen heilen.

Oft hört man auch, dass Perlen Tränen bedeuten. Dies ist auf die indische Mythologie zurückzuführen, da man in Indien glaubt, dass Perlen die Tränen des Mondes sind, die einst ins Meer tropften.

openpr

 

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