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Parkinson : Informationen rund um die Krankheit

11. April ist Welt-Parkinson-Tag

11.04.2008

Rund 20.000 Menschen leiden in Österreich an Morbus Parkinson, weltweit einer der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Der 11. April steht seit Jahren im Zeichen der Krankheit und auch in Österreich wird des Welt-Parkinson-Tages mit unterschiedlichsten Veranstaltungen und Aktionen gedacht. Dieser Tag ist den Betroffenen gewidmet und wird anlässlich des Geburtstages von Sir James Parkinson begangen, der erstmals die Symptome der später nach ihm benannten Erkrankung beschrieb. Ziel dieses Tages ist es, Betroffene zusammenzubringen, Angehörigen und Interessierten Informationen zur Erkrankung zu übermitteln und das Bewusstsein für die Krankheit in der Bevölkerung zu steigern. "Das Informationsdefizit über Parkinson ist sicher ein großes Problem. Parkinson ist eine Erkrankung, die umso besser behandelbar ist, je früher sie erkannt wird. Auch prominente Betroffene zögern ihr Bekenntnis lange hinaus. Die Menschen kennen Parkinson eigentlich nur in einem hoffnungslos wirkenden Spätstadium", so Mag. Beate Hartinger, Stv. Generaldirektorin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. Aus diesem Grund setzt der Dachverband Parkinson Selbsthilfe Österreich auch dieses Jahr rund um den Welt-Parkinson-Tag Maßnahmen, um mit verschiedenen Aktivitäten auf die Situation von Betroffenen und deren Angehörigen aufmerksam zu machen.

Entstehung und Symptome von Morbus Parkinson

Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung, die bei ungefähr einem Prozent der über 60-Jährigen eintritt, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Es handelt sich dabei um eine degenerative Erkrankung des Gehirns, wobei Zellen der so genannten "schwarzen Hirnsubstanz" verkümmern, wodurch ein Mangel am Überträgerstoff Dopamin verursacht wird. Aufgrund dieses Mangels treten die typischen Symptome der Parkinson-Krankheit wie Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit und grobschlägiges Zittern in Ruhe oder Gleichgewichtsstörungen auf. Bei einigen Patienten erscheinen zusätzlich zu den motorischen Problemen Symptome, die die Lebensqualität noch mehr beeinträchtigen können wie etwa Depressionen, ein Nachlassen der geistigen Funktionen oder Schlafstörungen. Die Symptome können unterschiedlich ausgeprägt sein und von Patient zu Patient variieren.

Die Diagnose der Krankheit orientiert sich meist an den typischen Beschwerden. Das ist jedoch nicht immer einfach, da alle "typischen" Parkinson-Symptome auch auf andere Erkrankungen hindeuten können. Weisen die Anzeichen und die neurologische Untersuchung auf einen Morbus Parkinson hin, folgt der so genannte L-Dopa Test. Dabei wird geprüft, ob sich die Beschwerden durch Einnahme eines L-Dopa-Präparats verringern. Verbessern sich die Symptome, bestätigt dies die Diagnose. Zusätzlich werden bildgebende Verfahren wie Computertomographie oder Magnetresonanztherapie eingesetzt, um andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome haben, auszuschließen. Die Behandlung erfordert eine dauerhafte Einnahme von Medikamenten, die die Lebensdauer und -qualität der Patienten erhöhen, die Krankheit aber nicht heilen können. Vor allem Medikamente, die den Dopamin-Mangel ausgleichen, ermöglichen vielen Patienten heutzutage im Alltag, im Beruf und in der Familie ein selbstständiges Leben ohne Einschränkungen.

Kostenintensive Therapien

Morbus Parkinson ist nicht heilbar, die Erkrankung bedarf einer lebenslangen medikamentösen Therapie. Beim Morbus Parkinson liegt ein Ungleichgewicht der Botenstoffe Dopamin und Glutamat im Gehirn vor. Ziel der medikamentösen Therapie ist es, das Gleichgewicht der Botenstoffe so weit wie möglich wieder herzustellen. In der Parkinson Therapie stehen verschiedene Medikamentengruppen mit unterschiedlichen Wirkprinzipien zur Verfügung, wie Glutamat-Antagonisten (Amantadinsulfat), L-Dopa-Präparate, Dopamin-Agonisten, Anticholinergika und die Enzym-Hemmer, MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer. Parkinsonmedikamente müssen regelmäßig und nach einem festen Zeitplan eingenommen werden. Die Medikamente können entweder als Tabletten oder in Form eines Pflasters verordnet werden. Begleitende Therapien können Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprachtherapie sowie Psychotherapie sein. Aber auch komplementäre Maßnahmen können zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen beitragen.

Rund um den Welt-Parkinson-Tag

Um auf die Situation der Parkinson-Patienten aufmerksam zu machen, finden rund um den Welt-Parkinson-Tag zahlreiche Veranstaltungen statt. Die ORF-Sendung Frühlingszeit nahm sich am 7. April des Themas an. Vom 10. bis 12. April in der Zeit von 09:00 - 11:00 Uhr sowie 14:00 Uhr - 16:00 Uhr wird für Betroffene eine Expertenhotline eingerichtet. Unter 01/405 33 22 kann jeder live Rat bei namhaften österreichischen Parkinson-Experten einholen. Für den gesamten April steht weiters ein Informationsservice im Sekretariat des Dachverbandes Parkinson Selbsthilfe Österreich zur Verfügung. Hierbei können Broschüren, Informationsmaterialien und ein von der Selbsthilfe gestaltetes Lesezeichen mit Informationen über die Erkrankung telefonisch oder schriftlich unter 0664/782 22 03 bzw. sekretariat@parkinson-sh.at bestellt werden.

Zur Verstärkung des Service wurde am 2. April die neu gestaltete Homepage des Dachverbandes Parkinson Selbsthilfe Österreich unter www.parkinson-sh.at online gestellt. Die Homepage liefert Informationen über Aktivitäten des Dachverbands und der Selbsthilfegruppen aus den Landesverbänden. In verschiedenen Menüpunkten wie dem "Parki.Aktiv" geben Parkinson-Patienten Einblicke in ihre Aktivitäten. Unter "News" sind aktuelle Termine für Betroffene und Experten zu finden.

Karlsteiner-Parkinson-Tage

Einen Fixpunkt der Parkinson-Aktivitäten stellen die vom 12. Juli bis 13. Juli 2008 bereits zum 4. Mal stattfindenden Parkinson-Informationstage in Karlstein an der Thaya statt. Für Betroffene, Interessierte aber auch für Apotheker und Ärzte werden Vorträge angeboten, die vom Dachverband Parkinson Selbsthilfe Österreich und der Österreichischen Apothekerkammer organisiert werden. Am 12. Juli ist für die Teilnehmer eine Gesundheitsstraße im Kräuterzentrum Pfarrer Weidinger, Hauptstraße 17, von 10:00 - 18:00 Uhr eingerichtet. Der 13. Juli ist von 9:00 - 13:00 Uhr dem Austausch zwischen den einzelnen Selbsthilfegruppen der verschiedenen Bundesländern, Experten, Betroffenen, Angehörigen und Interessierten gewidmet. Ein Detailprogramm hierzu soll es in Kürze online unter www.parkinson-sh.at geben.

Quelle: parkinson-sh

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