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Nagelpilz

Tabuthema kann Warnsignal für den gesamten Körper sein

Obwohl in Österreich über 500.000 Personen vom Problem Nagelpilz betroffen sind, wird das Thema Nagelpilz oft unter den Tisch gekehrt. Erst mit Beginn der Sandalenzeit macht sich der eine oder andere Gedanken über die Infektion. Dabei ist das Hauptproblem beim Nagelpilz kein kosmetisches sondern vielmehr ein medizinisches: "Nagelpilz ist auch eine Infektion, die ein Warnsymptom Ihres Körpers sein könnte", appelliert Univ. Prof. Norbert Sepp von der Innsbrucker Universitätsklinik für Dermatologie an Betroffene. "Zögern Sie nicht, Ihren Arzt aufzusuchen, wenn Sie Veränderungen an Ihren Zehennägeln entdecken. Er wird Ihnen die richtige Therapie empfehlen, damit Ihre Füße so rasch wie möglich wieder gesunden", so der Experte.

Was ist Nagelpilz? Nagelpilz ist eine hartnäckige Infektion der Nagelplatte, siedelt sich in und unter dem Nagel an und führt zur Verfärbung, Verdickung und schlussendlich zur Zerstörung des Nagels. Üblicherweise wird das menschliche Immunsystem mit Pilzen leicht fertig. Zum Nagelpilzbefall kommt es, wenn die Abwehr des Nagels oder des gesamten Körpers beeinträchtigt ist, wie bei chronischen Krankheiten und Erkrankungen des Immunsystems. Diabetiker und Raucher leiden oft an Durchblutungsstörungen, dadurch steigt die Anfälligkeit für Nagelpilz. Verletzungen und Druckstellen an den Nägeln (z.B. durch zu enge Schuhe) führen ebenfalls zu Durchblutungsstörungen und zu Störungen des Nagelwachstums.

Lt. einer Studie des Fessel Institutes schenken vier von zehn Befragten ihren Füßen weniger Beachtung als anderen Körperteilen. Jeder Fünfte hat sogar gegenüber dem eigenen Partner Scheu, seine Füße zur Schau zu stellen.

Das Risiko für Fußprobleme nimmt mit den Lebensjahren zu. Gerade bei älteren Menschen kommt es vermehrt zu Beeinträchtigungen des Immunsystems und der Durchblutung, letztere vor allem bei Rauchern und Diabetikern. Ausserdem rächt sich das Tragen von falschem Schuhwerk oft erst nach etlichen Jahren oder Jahrzehnten. Durch eine Abnahme der Sehkraft und mangelnde Beweglichkeit wird der Nagelpilz oft erst sehr spät bemerkt.

"Auch bei bester Fußpflege verschwinden Pilze nicht von selbst. Erst durch eine medikamentöse Behandlung werden sie abgetötet", weiß die Leiterin der Wiener Pilzambulatorien Univ. Prof. Angelika Stary. Eine Pilzinfektion sollte als Warnsymptom für den gesamten Gesundheitszustand angesehen und unbedingt behandelt werden, erklärt die Expertin. Denn nicht zuletzt werde dadurch das Tor für weitere Infektionserkrankungen geöffnet. Die Heilungschancen liegen bei einer äußerlichen Therapie beispielsweise durch Cremen, Gele oder Nagellacke bei 30 bis 50 Prozent. "Bei Therapie in Tablettenform steigen die Chancen auf 80 Prozent, da die Wirkstoffe in den Nägeln gespeichert werden und so aktiv bleiben, auch wenn die Therapie bereits abgeschlossen wurde", erklärt Stary.

"Eine Pilzinfektion des Nagels beginnt meist mit einer Infektion der Haut (Fußpilz). Wenn der Pilz den Weg unter den Nagel gefunden hat, z.B. durch eine Verletzung der Nagelplatte, beginnt er sich unter und in der Nagelplatte zu vermehren. Aus diesem Grund bieten Tabletten eine besonders wirksame Behandlungsmöglichkeit, da sie die Infektion von innen, und somit auch unter und in der Nagelplatte, bekämpfen. Die Therapie sollte unbedingt konsequent, regelmäßig und langfristig durchgeführt werden," bekräftigt Univ. Prof. Dr. Gabriele Ginter-Hanselmayer von der Universitätsklinik für Dermatologie am Landeskrankenhaus Graz. "Beachten Sie die tägliche Einnahme des Medikaments, denn klinische Studien beweisen, dass eine regelmäßige und gleichmäßige Wirkstoffkonzentration der sicherste und langfristig erfolgreichste Weg ist, dem Nagelpilz entgegenzutreten."


Tipps gegen den Nagelpilz


Sieben gute Gründe zum Arzt zu gehen:

  • Ein durch die Pilzinfektion veränderter Nagel ist nicht schön.
  • Eine Pilzinfektion ist ein Warnsymptom für Ihren gesamten Gesundheitszustand.
  • Bestätigen Sie Ihre Pilzerkrankung durch eine gezielte Untersuchung.
  • Der Nagelpilz öffnet das Tor für weitere Infektionserkrankungen.
  • Die Zerstörung der Nagelplatte bereitet Schmerzen.
  • Sie können andere Hautregionen anstecken. Häufig ist die Leistengegend betroffen.
  • Mit Nagelpilz können Sie auch andere anstecken.


Wenn Sie bereits unter Nagelpilz leiden,

  • verwenden Sie zur Pflege infizierter Nägel entweder desinfizierte Metallfeilen oder Wegwerffeilen aus Papier.
  • Wechseln Sie Ihr Fußhandtuch täglich und verwenden Sie es nicht für andere Körperteile.
  • Tragen Sie bis zur Heilung keinen Nagellack.
  • Kontrollieren Sie Ihre Nägel regelmäßig und berichten Sie die Veränderungen Ihrem Arzt.


So gehen Sie dem Nagelpilz aus dem Weg:

  • Sauber und trocken: Nach dem täglichen Baden und Duschen sollten Sie Ihre Füße sorgfältig abtrocknen - auch zwischen den Zehen.
  • Lüften und wechseln: Wechseln Sie nicht nur die Socken, sondern auch die Schuhe regelmäßig. Tragen Sie Jogging-Schuhe nur beim Sport!
  • Sich einen Freiraum gönnen: Tragen Sie keine engen oder zu hohen Schuhe. Sie behindern die Durchblutung und schädigen den Nagel.
  • Viel Luft, viel Sonne: Barfuß gehen massiert die Füße und fördert die Durchblutung.
  • Schuhe in feuchten und nassen Räumen: Tragen Sie in Schwimmbädern und Saunas immer Badesandalen und verwenden Sie ein eigenes Handtuch.
  • Kurze Nägel sind gesünder: Schneiden sie Ihre Nägel kurz und gerade. Sie sollten nicht über die Zehenspitze hinausgehen.
  • Wichtig: Bei Verdacht auf Nagelpilz gehen Sie rechtzeitig zum Arzt. Nur er kann die richtige Therapie einleiten.


Eine kostenlose Broschüren zum Thema Nagelpilz kann bei der "Zeigt her Eure Füße"-Hotline 01/214 23 23 bestellt werden.


 

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