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Wirkung von Musiktherapie nachgewiesen

Aber: Musikalische Behandlung kann Medikamente noch nicht ersetzen

15.05.2006
 
Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (DZM) hat in Zusammenarbeit mit dem Center for Biomedical Research in Music der Colorado State University und der neurologischen Abteilung des SRH-Klinikums Karlsbad-Langensteinbach die Wirksamkeit von Musiktherapie im Vergleich zu üblicher Physiotherapie bei Schlaganfallpatienten untersucht. Die Untersuchungen zeigten, dass die mit Musiktherapie behandelten Patienten eine höhere Erfolgsrate bei der Verbesserung ihrer Gehfähigkeit aufweisen und zufriedener mit der Behandlungsmethode sind.

In die deutsche Teilstudie wurden nach dem Zufallsprinzip 40 Schlaganfallpatienten mit einer halbseitigen Lähmung einer Musikexpositionsgruppeund einer Kontrollgruppe zugeteilt. Die erste Gruppe erhielt über einen Zeitraum von drei Wochen täglich ein musikmedizinisches Gangtraining. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich das übliche physiotherapeutische Training. Bei beiden Gruppen erfolgte die Behandlung zehn bis 28 Tage nach dem Schlaganfall. Sowohl vor als nach der Behandlung wurde die Qualität, Dynamik und Ausdauer des Patienten beim Gehen beobachtet. Auch wurde die Zufriedenheit der Patienten mit der jeweiligen Behandlungsmethode untersucht.

Der Anteil der Patienten mit klinisch signifikanter Verbesserung erwies sich in der Musikexpositionsgruppe als etwa doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe. Auch die relative Verbesserung der verschiedenen Parameter ist in der Musikexpositionsgruppe relativ höher, vor allem was das Abrollen des Fußes, die Gehgeschwindigkeit und die Schrittfrequenz betrifft. Aus der Auswertung des Zufriedenheitsfragebogens ergab sich zudem, dass die mit Musiktherapie behandelten Patienten zufriedener mit der Therapie sind als die Patienten der Kontrollgruppe.

Eine weitere gerade veröffentlichte Studie des DZM zeigt ebenfalls, dass musiktherapeutische Behandlungen in der Medizin erfolgreich sein können. Diese zweite Studie zeigt, dass eine musikalische Stimulation bei Herzkatheteruntersuchungen zu einer deutlichen Verringerung der psychischen Belastungen der Patienten führt. Aus einem Vergleich vor und nach der Untersuchung erwies sich, dass sich vor allem das subjektive Stresserleben der Patienten signifikant reduziert hat. In beiden Fällen gilt allerdings, dass durch den Einsatz von Musiktherapie bisher noch keine Verringerung der Medikamentendosis erreicht werden konnte.

Quelle: pte

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