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Multivitaminpräparate oft über- oder unterdosiert

Mehr ist nicht immer besser und kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung

31.01.2007

Multivitaminpräparate mit Vitamin A bis Z wie Zink, sollen den Verbraucher mit allen lebenswichtigen Vitaminen und Mengenelementen versorgen. Das Magazin Öko-Test hat 29 Nahrungsergänzungsmittel aus Reformhäusern, Apotheken, Supermärkten und Drogerien hinsichtlich Dosierung, Deklaration sowie Zusammensetzung untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend: Nur 3 Produkte von 29 erhielten die Bewertung "ausreichend", 15 Produkte bekamen "mangelhaft" ausgestellt und 11 Erzeugnisse erhielten "ungenügend" als Gesamturteil.

Grund für die Kritik sind Über- beziehungsweise Unterdosierungen von einzelnen Inhaltsstoffen. Einige Anbieter überschreiten die Menge an Vitaminen um das Dreifache. Weiter sind teilweise Stoffe hinzugesetzt, deren Nutzen noch nicht eindeutig geklärt ist. Darüber hinaus vermissten die Tester Kennzeichnungen, dass die Präparate kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sind.

Vitamin-C-Produkte hingegen erzielten erfreulicherweise gute Ergebnisse. Die Hälfte der Vitamin-C-Präparate wiesen kaum Mängel auf. Lediglich 13 der 28 untersuchten Erzeugnisse erhielten Gesamturteile von "befriedigend" bis "ausreichend". Die Höhe der Zufuhr stellte den Kritikpunkt der Öko-Tester dar.

Die Analyse von ACE-Säften wies durchwachsene Ergebnisse auf. Hier überzeugten 5 von 19 Säften mit dem Gesamturteil "gut". 3 ACE-Getränke erzielten noch "befriedigend" sowie "ausreichend". Die restlichen Säfte fielen im Test durch. Oft ist Beta-Carotin den ACE-Getränken hinzugefügt. Beta-Carotin geriet schon vor einiger Zeit in die Schlagzeilen. Bei einer erhöhten Zufuhr stellte man ein gesteigertes Risiko an Lungenkrebs fest. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung rät nicht mehr als täglich 2 Milligramm synthetisches Beta-Carotin aufzunehmen. Um das schlechte Image zu umgehen, findet sich jetzt die Bezeichnung Pro-Vitamin A statt Beta-Carotin auf den Produkten. Anzumerken ist jedoch, dass in den Säften niemals die krebserregenden Dosen von Beta-Carotin zugesetzt ist.

Nahrungsergänzungsmittel suggerieren oftmals dem Verbraucher, mit der Einnahme einer Pille die Bedarfsdeckung jeglicher Vitamine und Mengenelemente zu erreichen. In bestimmten Lebenssituationen oder bei bestimmten Erkrankungen kann eine Supplementation sinnvoll sein. Aber mehr ist nicht immer besser sowie kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, wie der Öko-Test gezeigt hat.


Quelle: dgk

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