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Metabolic Balance im Konsument-Test

Teuer, viel Disziplin nötig und auf Dauer ungeeignet

27.03.2009

metabolic balance (mb) wird als ganzheitliches Stoffwechselprogramm zur Gesundheitsförderung und Gewichtsreduzierung präsentiert, dessen Erfolg nicht zuletzt auf der individuellen Betreuung der Teilnehmer beruht. In Österreich sind laut Eigenangaben des Unternehmens bereits über 220 Personen als Berater tätig, darunter Mediziner, Ernährungsberater, Heilpraktiker und Fitnesstrainer. Vier Personen testeten für "Konsument" am eigenen Leib die Auswirkungen der Diät. Fazit: Zwar verloren die Testpersonen innerhalb weniger Wochen rasch an Gewicht. Der Preis dafür ist allerdings hoch und fordert viel Disziplin. Mehr noch: Auf Dauer ist die tägliche Energieaufnahme von weniger als 1.000 Kilokalorien viel zu gering.

Drei der vier Tester erhofften sich von metabolic balance eine Gewichtsreduzierung, für eine vierte Testperson standen gesundheitliche Aspekte im Vordergrund, etwa die Linderung von Gelenkschmerzen. Da zwei Tester einen sehr hohen Body-Mass-Index aufwiesen, wählten beide als Berater jeweils einen Arzt. Die Erwartungen der Testpersonen wurden jedoch enttäuscht: Die beiden Mediziner erkundigten sich nicht einmal nach bestehenden Beschwerden und Krankheiten, obwohl die Diät für Diabetiker und Gichtpatienten mit besonderen Gefahren verbunden ist. Enttäuscht wurde auch die vierte Testperson: Eine versprochene Verbesserung des Gesundheitszustandes blieb aus.

Ein Gewichtsverlust - zwischen neun und zwölf Kilo - stellte sich in allen Fällen zwar relativ rasch ein. Das ist aber durch die erheblich reduzierte Kalorienaufnahme von deutlich unter 1.000 Kilokalorien zu erklären. Zum Vergleich: Der Bedarf eines erwachsenen, im Berufsleben stehenden Menschen liegt bei etwa 2.000 Kilokalorien am Tag. Werden wieder mehr Kalorien aufgenommen, ist auch der Abnehmeffekt höchstwahrscheinlich dahin.

Auch wenn mb eine bequeme Speisenzubereitung ohne großen Zeitverlust verspricht. Die Testpersonen empfanden die Informationen zur Auswahl und Zubereitung der Speisen als unbefriedigend. Die Speisepläne enthielten keine konkreten Rezeptvorschläge, sondern lediglich Mengenangaben zu verschiedenen erlaubten Lebensmitteln. Bei der Erstellung des Ernährungsprogramms wurde zudem nicht auf die Saisonalität der Lebensmittel geachtet. Teilweise waren die aufgelisteten Produkte sehr teuer oder nur als Tiefkühlware erhältlich, berichtet "Konsument".

Das Fazit der "Konsument"-Ernährungswissenschafterin Nina Zellhofer:"Die Diät erfordert mit fünfstündigen Pausen zwischen der Nahrungsaufnahme und der aufwendigen Speisenzubereitung viel Disziplin. Die vorgeschlagenen Lebensmittel waren teils sehr teuer, etwa Hummer, Austern oder Wildente. Das führte dazu, dass die Testpersonen zu den billigeren vorgeschlagenen Lebensmitteln griffen, was aber eine einseitigere Auswahl zur Folge hatte." Rechnet man die hohen Kosten für die Beratung und den Bluttest mit ein - durchschnittlich 400 Euro - ist das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmig. Während die Diät im Büroalltag noch schwer umzusetzen ist, ist sie bei einem Restaurantbesuch unmöglich. Als positiv erachtet die Ernährungswissenschafterin die erhöhte Zufuhr an Obst und Gemüse sowie reichlich kalorienarme Getränke. Bewegung ist dagegen kein fixer Programmpunkt.

Alles Wissenswerte zum Thema gibt es in der April-Ausgabe der Zeitschrift "Konsument" sowie auf der Konsument-Webseite.

Quelle: VKI

 

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