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Menschen-Klone würden sich als Individuen sehen

Eineiige Zwillinge messen Genen geringe Bedeutung zu

19.07.2006
 
Ein geklonter Mensch würde sich selbst wahrscheinlich als Individuum ansehen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Twin Research & Genetic Epidemiology Unit des St Thomas' Hospital gekommen. Diese Schlussfolgerungen wurden gezogen, nachdem die Wissenschaftler eineiige Zwillinge über ihre Erfahrungen im Teilen der exakt gleichen Gene mit einem anderen Menschen befragt hatten. Das Team erklärte, dass die Zwillinge selbst davon ausgingen, dass ihre Gene nur eine eingeschränkte Rolle bei der Formung ihrer Identität spielten. Die Forschungsergebnisse des britisch-österreichischen Forscherteams werden in dem Fachmagazin Social Science and Medicine veröffentlicht.

Mitautorin Barbara Prainsack von der Universtität Wien erklärte, dass die Geburt des Schafes Dolly viele Fragen darüber ausgelöst hat, wie es als Klon sein würde. "Es gibt keine Klone, die wir befragen können, aber es gibt eineiige Zwillinge." Da eineiige Zwillinge wie potenzielle Klone über die gleichen Gene verfügen, bieten sie die einzige Möglichkeit zur Erforschung der möglichen Gefühle eines Klons. Die Forscher betonten jedoch auch, dass sich Zwillinge von Klonen dahingehend unterscheiden, dass sie zur gleichen Zeit geboren wurden. Klone wären altersmäßig unterschiedlich. Die Wissenschaftler führten 17 Interviews mit eineiigen, zweieiigen und normalen Geschwisterpaaren. Die eineiigen Zwillinge gaben an, dass ihr Zwillingsein ihre Individualität nicht beeinträchtige. Sie betonten aber auch, dass viele Menschen von dem Vorurteil ausgingen, dass sie eher ein Teil eines Paares seien als Individuen. Die Befragten waren mit ihrem Schicksal sehr zufrieden und wollten kein zweieiiger Zwilling oder ein Einzelkind sein.

Die Wissenschafter gehen laut BBC basierend von diesen Erkenntnissen davon aus, dass auch ein Klon seine Individualitätnicht durch das Teilen der Gene mit einem anderen beeinträchtig sehen würde. Ihre Beziehung zu den anderen Klonen könnte ebenfalls als Glück aufgefasst werden und ihre Einzigartigkeit sollte nicht negativ bewertet werden. Prainsack erklärte, dass laut den genetisch identischen Teilnehmern an dieser Studie das Problem nicht in der genetischen Gleichheit liegen würde, sondern viel eher in den Motiven mit denen jemand über das Genom eines anderen bestimmen würde. "Die Klon-Debatte könnte davon profitieren ihren Schwerpunkt von der genetischen Gleichheit auf mehr soziale Fragestellungen zu verlagern, wie zum Beispiel warum die bewusste Schaffung von menschlichen Wesen mit einem bestimmten genetischen Aufbau die Gesellschaft beeinträchtigen könnte."
 
Quelle: pta

 

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