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Gesundheits-Experte sieht Masern-Impfung als Muss

Heftige Kritik an Meldung über angebliche Nebenwirkungen

20.07.2006

Auf heftige Kritik ist die Meldung über die angeblichen Nebenwirkungen bei Masern-Impfungen im jüngsten "impf-report" bei Experten gestoßen. Der Experte Wolfgang Maurer von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde an der Medizinischen Universität Wien kritisiert den unwissenschaftlichen Hintergrund der Meldung und des Verfassers. "Das Masernvirus ist ein humanes Pathogen und tötet global noch etwa 500.000 Kinder pro Jahr", so der Vakzinologe.

"Die derzeit abflauende Masernepidemie in Nordrhein-Westfalen mit bislang 1.649 Fällen - in Gesamt-Deutschland im ersten Halbjahr 2006 gab es bislang zirka 2.000 Fälle - erregt natürlich mediale Aufmerksamkeit, jedoch sollte diese Aufmerksamkeit auf die Verbesserung der schlechten Durchimpfungsraten gegen Masern gerichtet werden", so Maurer. Es sei ja wirklich eine EU-weite Schande, wenn in Deutschland im Halbjahr 2006 mehr als 2.000 Masernfälle gemeldet werden und in Gesamtamerika im gesamten Jahr 2005 bei 802 Mio. Bewohnern weniger als 100 Masernfälle registriert worden sind. "Der Masernimpfstoff in Form des MMR-Impfstoffes schützt bei zweimaliger Gabe zuverlässig vor Infektionen. Wenn mehr als 95 Prozent der Kinder geimpft werden, kann das Virus nicht mehr zirkulieren", stellt der Wissenschaftler fest. Das werde am Beispiel von Amerika deutlich. Hier komme es höchstens zu "Importen" aus dem Ausland.

Maurer kritisiert auch den zweifelhaften wissenschaftlichen Hintergrund des Verfassers. "Die Meldung stammt von einem gewissen Hans Tolzin. Dieser ist im Internet als Impfgegner bekannt, verfügt jedoch über keinerlei Ausbildung in medizinischen Biowissenschaften." Der Autor behaupte allerdings, dass es gar keine humanpathogenen Viren gäbe oder die Ursache für Poliomyelitis Pestizide seien. Sektoid sei die Aussage "Wer Masern bekämpft, bekämpft den Menschen". "Wenn Tolzin in höchst unverantwortlicher Weise nun die Einstellung der Masernimpfung fordert, so würde bei Umsetzung dieser Petition Europa wieder von schweren Masernepidemien heimgesucht werden - mit massenhaften Masernkomplikationen und auch Todesfällen", argumentiert der Impfexperte. "Dann wären auch diejenigen betroffen die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können - diese sind derzeit indirekt geschützt, da dem Masernvirus durch Impfung der Infektionsdruck genommen wird."

"Es ist beschämend, dass mitten in Europa Verpflichtungen gegenüber der WHO Masern zu eliminieren, bislang so wenig erfolgreich sind", so Maurer abschließend. Masern sind eine durch das Masernvirus verursachte, weltweit verbreitete, akute Infektionskrankheit, die durch ein grippeähnliches Vorstadium und ein exanthematisches Hauptstadium gekennzeichnet ist. Auf Grund ihrer hohen Ansteckungsfähigkeit traten Masern in der Vorimpfära meist als Kinderkrankheit auf und hinterlassen eine lebenslange Immunität. In den westlichen Industrieländern führen die Masern bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten zu Komplikationen. Diese sind von besonderer Bedeutung, da sie nicht nur häufig sind, sondern auch mit einer erhöhten Letalität einhergehen und die Prognose der Erkrankung bestimmen. In entwickelten Industrieländern stirbt ca. einer von 1.000 Masernkranken trotz Intensivmedizin. Nach dem Infektionsschutzgesetz fallen Masern unter die meldepflichtigen Infektionserkrankungen.

Quelle: pta

 

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