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Teufelskreis : Mangelernährung und Medikamente

Appetit und Durstempfinden werden mit dem Alter schwächer

04.06.2007

Wenn die Jahre ins Land ziehen, ändert sich das Ernährungsverhalten und auch die Bedürfnisse. Im Rahmen einer dreijährigen EU-Studie haben sich der österreichische Ernährungswissenschafter Ibrahim Elmadfa und seine Kollegen vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien speziell mit dem Thema Essen im Alter befasst. "Alte Menschen sind nicht zwangsläufig kranke Menschen", hält Department-Leiter Elmadfa fest. "Aber ihr Stoffwechsel und ihre Sinneswahrnehmung haben besondere Eigenschaften, die auch in der Ernährung berücksichtigt werden sollten."

Fast jeder vierte Betagte untergewichtig

So werden mit dem Alter Appetit und Durstempfinden schwächer, auch treten manchmal Störungen der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung auf. Die häufige Folge: Ältere Personen essen und trinken weniger und es kann zu Nährstoffmangel und Unterernährung kommen. "In der wachsenden Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen sind 23 Prozent untergewichtig" gibt Elmadfa an. Frauen neigen dabei noch stärker als Männer dazu, ihren Lebensmittelverzehr mit dem Alter zu verringern.

Medikamente & Ernährung: ein Teufelskreis

Verschärft wird die Problematik dadurch, dass viele Senioren regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. Elmadfa beschreibt einen Teufelskreis: Liegt Mangelernährung vor, können die Arzneien vom Körper schlechter abgebaut werden, Nebenwirkungen werden stärker spürbar, der Appetit sinkt zusätzlich, das Gewicht geht weiter zurück. Gerade hier lässt sich aktuellen Studienergebnissen zufolge aber mit einfachen Mitteln eingreifen.

Denn die richtige Ernährung kann manche Medikamente offenbar teilweise oder ganz ersetzen: Im Vorjahr hatten Elmadfa und sein Team gemeinsam mit dem Wiener Haus der Barmherzigkeit untersucht, ob eine Ernährungsumstellung die Einnahme von Abführmitteln möglicherweise erübrigt. Tatsächlich konnte der Verbrauch dieser Präparate deutlich gesenkt werden, indem die Nahrung durch Haferflocken ergänzt wurde, berichten die Wissenschafter. Auch Lebensqualität und Gesundheit der Probanden hätten sich durch diese einfache Maßnahme verbessert.

Quelle: netd, uni wien

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