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Linkshänder : Bessere Gehirn-Leistung z.B. im Sport

Schnellerer Informationstransfer bei Computerspielen und Sport

08.12.2006

Linkshänder können schneller denken, wenn es um spezielle Fähigkeiten wie etwa Computerspiele oder Sport geht. Zu diesem Schluss kommt das Forscherteam um Nick Cherbuin von der Australian National University in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Neuropsychology. Offensichtlich sind die Verbindungen zwischen den beiden Händen und den dazugehörigen Gehirnhälften bei den Linkshändern schneller.

Besonders auffällig ist der schnelle Informationstransfer der Linkshänderbei multiplen Stimuli, berichten die Forscher. Experten haben bereits seit längerem festgestellt, dass Linkshänder die beiden Gehirnhälften leichter nutzen als Rechtshänder. Cherbuin hatte bei 100 Probanden - davon 80 Rechtshänder und 20 Linkshänder - die Transferzeiten zwischen den beiden Gehirnhälften gemessen. Die Probanden mussten dabei weiße Lichtbuchstaben auf der rechten oder linken Seite eines fixen Kreuzes erkennen. Dabei entpuppten sich die Linkshänder als deutlich schneller als die Rechtshänder.

"Bei der Beurteilung solcher Untersuchungen sind wir immer sehr kritisch", so die Psychotherapeutin und Psychologin Johanna Barbara Sattler, Leiterin der ersten deutschen Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder. Die Daten würden zwar meist gut erhoben, wären aber oft zu schmalspurig. "Die Korrelation ist zudem meist nicht relevant für die Praxis." Es stimme, dass Linkshänder einen besseren Zugang zurRaumwahrnehmung haben, meint die Expertin. Die Psychotherapeutin betont aber, dass in vielen Untersuchungen nicht deutlich hervorgehe, ob Probanden teilgenommen haben, die umgeschulte Linkshänder waren. Dies sei aber für eine umfassende Beurteilung sehr wichtig, meint Sattler.

Die Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder in Deutschland entstand 1985 als Selbsthilfeprojektdurch die Anfragen von Eltern nach Beratung und Hilfe. "Obwohl es heute nicht mehr üblich ist, Kinder umzuschulen, war das bis in 1980er Jahre noch der Fall", erklärt Sattler. Inzwischen sei es aber üblich, Kinder so zu belassen, wie sie sind. "Einige der Kinder schulen sich selbst um, vor allem dann, wenn keine eindeutige Linkshändigkeit vorliegt." Das Umschulen habe immer wieder zu gravierenden Problemen bei den Betroffenen geführt, meint die Expertin. "Diese Kinder neigen eher dazu Schwierigkeitenwie etwa Probleme mit der Raum-Lage oder der Verwechslung von rechts und links zu haben." Sattler bemängelt zudem, dass viele Kinderärzte mit der Problematik nicht gut befasst sind.

Quelle: pt

 

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