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Kreuzschmerzen verstehen und wirksam behandeln

CEOPS-Schmerzkongress stellt die neuesten Methoden in der Kreuzschmerz-Therapie vor

03.11.2005

Rückenschmerzen betreffen 90 Prozent der Erwachsenen und im zunehmenden Maße auch Kinder und Jugendliche. CEOPS als wissenschaftlich orientiertes orthopädisches Schmerztherapiezentrum im Orthopädischen Spital Speising stellte vor kurzem beim "1. CEOPS-Schmerzkongress" neue Wege und erprobte Therapieformen vor.

Im Rahmen der ärztlichen Diagnose müssen vorweg spezifische Ursachen wie Tumor, Entzündung, Unfallfolgen und Nervenwurzelschädigung ausgeschlossen werden. Bei 85 % der Patienten wird in der Folge ein unspezifischer Kreuzschmerz diagnostiziert. In zunehmendem Maß sind es psychosoziale Faktoren, wie etwa die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, Partnerprobleme und Ähnliches, die zu Depressionen und Angstzuständen und in der Folge zu Kreuzschmerzen führen. "Die psychische Situation ist nicht der eigentliche Auslöser akuter Kreuzschmerzen", so Prim. Friedrich, Leiter der Abteilung für Orthopädische Schmerztherapie am Orthopädischen Spital Speising, "sie spielt jedoch beim Übergang zu chronischen Kreuzschmerzen die entscheidende Rolle".

Häufig sind gerade diese Patienten schwer zu körperlich aktiven Behandlungen motivierbar. Nur durch den multidisziplinären Ansatz, wie medikamentöser Therapie und Verhaltenstherapie, Physiotherapie, Ergotherapie etc. kann dieser Teufelskreis unterbrochen werden.

Hauptursache der hohen Zahl Kreuzschmerz geplagter Menschen ist nach Aussagen der Experten die Inaktivität der Österreicher. Das vorwiegend passive Freizeitverhalten (zum Beispiel Fernsehen), die langen Sitz-Zeiten am Arbeitsplatz und in der Schule, aber auch das mangelnde Freizeitangebot in kleineren Gemeinden lassen die Österreicher zu Couch-Potatoes werden. Immerhin sind 60 % der Österreicher hauptsächlich passiv; nur 40 % betreiben gelegentlich oder häufig Sport.

"Bereits innerhalb weniger Tage", so Friedrich, "werden Muskeln, Bänder und der Kreislauf von der Dekonditionierung betroffen, die 'negative Spirale', die in der Folge aus Angst vor eventuell auftretenden Schmerzen neuerlich Verspannung hervorruft, dreht sich, der Schmerz nimmt seinen Lauf". Daher ruft Friedrich Ärzte und Therapeuten auf, Kreuzschmerzpatienten über Ursache und Umgang mit dem Kreuzschmerz aufzuklären und zu motivieren, nicht inaktiv im Bett liegen zu bleiben, sondern ihrem gewohnten Alltag nachzugehen. Dieser neue, auf Aktivität gerichtete Behandlungsweg, stellt zugleich eine wesentliche Grundlage zur Vermeidung der gefürchteten Chronifizierung der Rückenschmerzen dar.

Sogar Kinder werden zunehmend von Rückenschmerzen geplagt. Laut Untersuchungen sind Schulkinder 21 von 24 Stunden am Tag passiv - entweder sitzen oder liegen sie. Auch Haltungsschäden sind eine Folge des vielen (und falschen) Sitzens.

Eine der neuesten Methoden in der medikamentösen, interventionellen Kreuzschmerz-Therapie präsentierte am CEOPS-Kongress OA Dr. Hans J. Latta vom Orthopädischen Spital Speising: Die Infiltration von Schmerz lindernden Substanzen unter Kontrolle eines Röntgenbildwandlers. Das Röntgengerät kann exakt den Ort des Schmerzes im Körper festmachen; die Medikamente werden daraufhin via Nadel, Sonde oder Katheter direkt zur Schmerzquelle gebracht und entfalten dort ihre Wirkung. "Durch diese lokalen Infiltrationen kann der Schmerz ursächlich an Ort und Stelle bekämpft werden, ohne dass der gesamte Organismus unnötig mit Medikamenten belastet wird", skizziert Dr. Latta die Vorteile dieses medizinischen Verfahrens. Aktuelle Studienergebnisse, die beim ISIS-Symposium im Juni in Hamburg vorgestellt wurden, bescheinigen dieser Methode große Erfolge: Bis zu 50 Prozent jener Patienten, die für eine Bandscheibenoperation vorgemerkt sind, können durch das neue Verfahren vom Schmerz komplett befreit werden - und müssen daher nicht mehr operiert werden.

Quelle: oss

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