Herzlich Willkommen!
Schön, dass Sie die neue Webheimat besuchen!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Krebstherapie vermehrt auch beim Hausarzt möglich

Stärkere Kooperation zwischen Fachärzten und Allgemeinmedizinern

22.02.2006

35.000 Menschen erhalten jährlich in Österreich die Diagnose Krebs. Eine oft lange und zeitaufwendige Therapie beginnt. Ein neues Kooperationsprojekt zwischen Onkologen und Allgemeinmedizinern gibt den Krebspatienten mehr Lebensqualität zurück: Der Patient kann Infusionstherapien und Schmerztherapien nun vermehrt auch direkt bei seinem Hausarzt durchführen lassen.

In Österreich war die Therapie des onkologischen Patienten bislang auf die Spitäler fokussiert. Das bedeutet für den Krebspatienten meist eine Anreise ins nächste Krankenhaus und Wartezeiten, fragende Blicke anderer Patienten und quälende Erinnerungen an den ehemaligen Aufenthalt in der Klinik. Eine neue Kooperation zwischen Fachärzten und Allgemeinmedizinern soll nun einfache Behandlungen in die hausärztliche Praxis überführen. Das SMZ Ost in Wien führt eine derartige Kooperation mit niedergelassenen Allgemeinmedizinern bereits seit zwei Jahren erfolgreich durch.

Besonders Infusionstherapien, Schmerztherapien und Unterstützung nach der Chemotherapie müssen nicht notwendigerweise im stationären Bereich durchgeführt werden. Der Behandlungsplan wird gemeinsam mit dem Patienten festgelegt. "Dieses Modell soll nach beiden Seiten durchgängig und transparent sein und der Patient darf nicht unterversorgt gelassen werden. Ein Beispiel dafür ist die oft Monate bis Jahre dauernde Therapie mit Bisphosphonaten bei Knochenmetastasen, die ansonsten regelmäßig im stationären Bereich durchgeführt werden muss", erklärt Univ.-Prof. Dr. Ernst Kubista, Vorstand der Speziellen Gynäkologie am AKH Wien.

Der Krebspatient kann selbst entscheiden, ob er die nötigen Therapien vom Hausarzt durchführen lassen möchte. Der niedergelassene Allgemeinmediziner stimmt sich während der gesamten Behandlungszeit mit dem Facharzt ab. Krebs ist eine chronische Krankheit, die eine jahrelange Betreuung erfordert. In der Regel besteht eine langjährige Beziehung und damit ein großes Vertrauen zwischen dem Hausarzt und seinen Patienten. Der Arzt kennt auch das familiäre Umfeld des Patienten.

Eine Studie aus dem Jahr 2005 bestätigt, dass Patienten mit Knochenveränderungen, die ihre Therapie intravenös erhalten, eine um 65 Prozent höhere Behandlungstreue haben als Patienten, die eine orale Therapie zur Einnahme zu Hause verordnet bekommen. "Der Allgemeinmediziner wird vom Patienten als Vertrauter gesehen. Patienten können durch diese Kooperation auf freiwilliger Basis beispielsweise Infusionen zur Behandlung von Knochenmetastasen bei ihrem Hausarzt erhalten. Die Therapietreue ist dann vergleichsweise höher, wenn der Patient die Infusion beim Hausarzt durchführen lässt," bestätigt Dr. Erwin Rebhandl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM).

Die Patientenvertreter sehen insbesondere die Aufklärung und die Information als zentrales Element der neuen Kooperation. Ekkehard Büchler von der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs: "Vier Augen sehen immer mehr als zwei - dieKenntnisse des Hausarztes über die Krankengeschichte seines Patienten und die Besonderheitenunterstützen die individuelle Behandlung von körperlichen und seelischen Reaktionen auf onkologische Therapien. Der Patient gewinnt durch die Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Facharzt noch zwei Augen, die seine Krankheit und seine Heilung aus einer anderen Perspektive beobachten."

Persönlicher Bereich:
 
 
Hinweis zur Nutzung von Cookies: Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. ganzen Hinweis lesen...
Mehr erfahren...