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Krebs Heilung - AK Warnung vor " Vitamincocktails "

Hände weg von Selbsttherapie mit ungetesteten Mitteln ohne Arzt

"Krebs ist heilbar! Natürlich!" - solche Werbeprospekte landen derzeit in den Postkästen der Wiener. Der Erfinder der vermeintlichen Wunderwaffe Dr. Matthias Rath meint, dass sich Krebs mit Hilfe seiner Vitamin-Nährstoffgemische heilen ließe. Die AK warnt vor einer derartigen Selbsttherapie mit hochdosierten Mitteln ohne Arzt. Die Wirksamkeit ist nicht erwiesen, ein Schaden nicht auszuschließen, sagen die AK-Konsumentenschützer. Die AK ist der Meinung, dass hier auf dem Rücken von Kranken Geschäftemacherei betrieben wird, hat die maßlos überzogene Werbung angezeigt und bringt eine Klage wegen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ein.

Derzeit tourt Dr. Matthias Rath durch Österreich und spricht in groß aufgezogenen Veranstaltungen "vom Völkermord des Pharmakartells" - auch gestern, Montag, in der Wiener Hofburg. Vor ca 1.500 begeisterten Zuhörern zog er seine über zweistündige Show gegen Pharma- und Gesundheitssystem ab und erklärte - fachlich nicht immer nachvollziehbar - wie seine Mittel angeblich Krebs besiegen können. Er illustriert seine Vorträge mit der Geschichte des achtjährigen krebskranken Dominik, der angeblich durch ihn metastasenfrei wurde.

Dr. Rath ist Arzt und Unternehmer mit Firmensitz in Holland und ist seit über zehn Jahren im "Nahrungsergänzungsmittelgeschäft" umtriebig, sagen die AK Konsumentenschützer. Alle Jahre wieder kommt er mit einer "neuen alten" Masche. Neu ist diesmal, dass er angeblich Krebs heilen kann, aufgewärmt ist das Wettern gegen die Pharmaindustrie und das Gesundheitssystem. Von seinem Unternehmen aus werden die Produkte per Internet oder über ein immer größer werdendes Beraternetz vertrieben.

Die Berater sind medizinische Laien, die auf Provisionsbasis und eigenes Geschäftsrisiko selbstständig Produkte verkaufen, bei denen es sich um hochdosierte Vitaminpräparate handelt. Die meisten enthalten auch andere Substanzen, wie Aminosäuren, Enzyme oder Pflanzenextrakte. Dr. Rath nennt die Inhaltsstoffe "Zellvitalstoffe", auch wenn die meisten davon synthetisch hergestellt werden. Die Zellvitalstoffe sollen die Ausbreitung von Krebszellen ohne Nebenwirkungen verhindern, so steht's in den Werbeunterlagen. Trotz billiger Rohstoffe und nicht nötiger teurer klinischer Tests kostet die Monatstherapie rund 100 Euro.

Krankheitsbezogene Werbung bei Lebensmitteln ist EU-weit verboten. Diese Werbung verstößt daher gegen das Lebensmittelgesetz. Außerdem liegt ein Verstoß nach UWG vor, weil Kranke durch die aufgestellten Behauptungen über den wahren Wert und die Wirkungsweise der Produkte getäuscht werden.

Wer auf Produkte von Dr. Rath vertrauen möchte, soll unbedingt seinen Arzt über die Einnahme informieren, rät die Arbeiterkammer. Die meisten seiner Produkte sind - nach dem derzeitigen Diskussionsstand in wissenschaftlichen Arbeitsgruppen - überdosiert. Sie würden also nicht mehr als Lebensmittel angesehen, sondern als Arzneimittel, müssten zugelassen und Wirkung und Unbedenklichkeit müssten getestet und für akzeptabel befunden werden. Konsumenten, die auf Berater oder Internetwerbung des Dr. Rath reingefallen sind, sollten das dem Bundeskriminalamt oder der AK-Konsumentenschutzabteilung melden.

Rat und Hilfe zum Thema Krebs finden Sie auch in der Rubrik "Krebs" auf unseren Gesundheitsseiten ...




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