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Kopfschmerzen

Ursachen für Kopfschmerzen und was man dagegen tun kann

Es hämmert, es zieht, es drückt, es flimmert, es pocht oder es sticht. Ja, Kopfschmerzen haben viele Facetten. Die Medizin kennt mehr als 180 verschiedene Arten. Und nur zwei Prozent der Österreicher können von sich behaupten, völlig schmerzfrei zu sein.

Rund 800.000 Menschen leiden in Österreich regelmäßig an Kopfschmerzen. Aber nur wenige von ihnen werden entsprechend behandelt. So verschieden die Arten von Kopfschmerz sein können, so unterschiedlich sind auch die Faktoren, die das Leiden auslösen.

So etwa können Empfindliche auf Luftdruck-Unterschiede, aber auch auf Wetterwechsel mit Kopfschmerzen reagieren. Aber auch unregelmäßige Mahlzeiten, Stress und Schlafmangel, sowie weibliche Hormonschwankungen können Ursachen für Kopfschmerzen sein.

Oberarzt Dr. Christian Lampl, Leiter der Schmerzklinik am AKH Linz: "Die meisten Schmerzpatienten greifen wahllos zu Schmerztabletten, ohne zu wissen, dass eine gezielte Therapie vom lästigen Leiden befreien kann. Die Schwierigkeit jedoch liegt in der Diagnose. Um Kopfschmerzen wirksam bekämpfen zu können, ist es wichtig, ihr Auftreten und alle Faktoren, die sie auslösen könnten, festzuhalten. Nur so kann der Arzt Rückschlüsse auf die Art des Schmerzes ziehen."

Kopfschmerz und Infekte
Die häufigste Art ist der symptomatische Kopfschmerz. Er tritt beispielsweise im Zuge von grippalen Infekten, Verkühlungen oder Nebenhöhlenentzündungen auf. Der Schmerz ist meist diffus und betrifft den gesamten Kopf, weist aber keine wesentlichen Begleiterscheinungen - wie etwa Übelkeit - auf.

Eine häufig verbreitete Art des Schmerzes ist der Spannungskopfschmerz. Wie und wodurch er entsteht, konnte wissenschaftlich noch nicht geklärt werden. Theoretische Ansätze gehen davon aus, dass dabei eine Fehlfunktion der körpereigenen Schmerzabwehr vorliegt, ein Serotoninmangelsyndrom.

Dr. Lampl: "Charakteristisch ist der drückende Schmerz, der sich jedoch bei körperlicher Belastung nicht wesentlich verstärkt. Das Typische am Spannungskopfschmerz: er ist selten einseitig, sondern zieht sich meist vom Hinterkopf zur Stirne."

Muskelverspannungen, die häufig für den Schmerz verantwortlich gemacht werden, sind jedoch kaum Auslöser des Leidens. Lampl: "Es handelt sich dabei um reflektorische Verspannungen, also eine Reaktion auf den Kopfschmerz. Die Halswirbelsäule steht nur selten in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Kopfschmerzen."

Migräne: vielfach noch unerforscht
Eine komplizierte Form des Kopfschmerzes ist Migräne. Sie ist eine Erkrankung des Gehirns, dabei erweitern sich die Gehirnkranzgefäße, der Hirnstrom wird angeregt. Migräne ist eine sehr komplexe Schmerzform, an der etwa 10,6 Prozent der Österreicher leiden, davon 72 Prozent Frauen.

Charakteristisch dafür ist, dass sich der Schmerz meist in einer Gesichtshälfte manifestiert, pocht und hämmert und bei körperlicher Anstrengung verstärkt wird. Meist treten noch Übelkeit und Lichtempfindlichkeit hinzu.

Über die Entstehung herrscht wissenschaftlich noch keine völlige Einigkeit. Dr. Christian Lampl: "Sicher ist jedenfalls, dass entsprechende Erbfaktoren - wenn auch selten - in den Chromosomen 1 und 19 liegen. Darüber hinaus kennt die Medizin auch andere Varianten, wie die zyklusbedingte menstruelle Migräne."

Therapie wirkt Wunder
Gegen das hartnäckige Leiden wird nach wie vor nicht ausreichend vorgegangen. Dr. Lampl: "Bis dato erhalten nur etwa 0,8 % der Migränepatienten Triptane". Diese Arzneimittelklasse wird seit 1995 eingesetzt und wirkt spezifisch gegen Migräne-Kopfschmerzen. Triptane verhindern Entzündungen an Gefäßen im Gehirn und unterbrechen die Schmerzsignale, die durch die Hirnhaut vermittelt werden.

Gegen den Kopfschmerz wandern jährlich rund 10 Millionen Schmerzmittel über die Apotheken-Tische. Selbstmedikation birgt jedoch auch eine Reihe von Gefahren. Dr. Lampl: "Wenn Patienten unbehandelt bleiben, greifen sie wahllos zu Mischpräparaten. Häufig Ergotamin-Medikamente. Diese Mischpräparate mit mehr als zwei Wirkstoffen können selbst wieder zu Arznei bedingten Kopfschmerzen führen.

Sinnvoller ist es, ein genaues Schmerztagebuch zu führen und gemeinsam mit dem Arzt mit Hilfe eines Fragebogens das Krankheitsbild möglichst eng einzugrenzen. Nur ein Festhalten aller relevanten Details kann zu einer wirksamen Therapie führen. So kann mit Hilfe des Tagebuchs heraus gefunden werden, was den Kopfschmerz auslöst. Dazu ist es wichtig, zu notieren, ob Medikamente eingenommen wurden, welche Nahrung aufgenommen wurde, ob man Stress ausgesetzt ist und in welchem Maß; auch der weibliche Zyklus ist dabei relevant."

Wenn der (nicht alltägliche) Schmerz dennoch unerträglich wird, empfiehlt der Experte die Gaben von Paracetamol oder Aspirin. Klassiker, die für die Akutbehandlung gut geeignet sind; vorausgesetzt man verabreicht sie in entsprechend hohen Dosen. Für eine Migräneattacke sind eine, besser noch zwei Tabletten mit je 500 Milligramm Aspirin nötig, um den Schmerz los zu werden.

In der Forschung tut sich jedenfalls einiges, denn derzeit wird an neuen Therapien zur medizinischen Prophylaxe bei Migräne gearbeitet. Dabei werden die Entzündungsmediatoren im Gehirn erforscht. "Wir setzen große Hoffnungen in Antiepileptika, die sich erwiesenermaßen in der Prophylaxe bei Migräne bereits bewährt haben", so Lampl zu den aktuellen Studien.

Quelle: gesundesleben.at / Dr. Doris Simhofer

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