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Knochendichte messen kann Brüche verhindern

Knochenschwund ist keine Alterserscheinung - Bewegung stärkt den Knochen

21.07.2008

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit jede dritte Frau und jeder achte Mann über 50 gefährdet, einen osteoporosebedingten Knochenbruch zu erleiden. Etwa 700.000 Menschen in Österreich leiden bereits an Knochenschwund oder haben ein hohes Osteoporoserisiko. In Wien sind rund 64.000 Wienerinnen und 18.000 Wiener betroffen. Allein im Jahr 2007 waren in den Wiener KAV-Spitälern 2.000 Fälle von Oberschenkelfrakturen zu verzeichnen. Nur rund 50 Prozent der Betroffenen sind nach einem Schenkelhalsbruch aber wieder voll mobil. Dauerschmerzen und verminderte Lebensqualität sind die Folge.

Die Wiener Gemeindespitäler und Osteoporose-Einrichtungen in den einzelnen Bezirken bieten Betroffenen eine gute Versorgungsstruktur. Im Allgemeinen Krankenhaus, im Kaiser-Franz-Josef-Spital, im Krankenhaus Hietzing, im Kaiserin-Elisabeth-Spital, im Wilhelminenspital, im Donauspital sowie in der Rudolfstiftung kann man sich zu einer Osteodensitometrie anmelden, um die Knochendichte messen zu lassen. Die Knochendichtemessung stellt einen wichtigen Pfeiler in der Diagnostik dar. Sie ermöglicht es den Ärzten, während einer Therapie den Verlauf zu kontrollieren. Bei rechtzeitiger Diagnose genügen vorbeugende Methoden. Eine Vorbereitung auf die Untersuchung ist nicht notwendig. Es genügt die Zuweisung von niedergelassenen Ärzten.

Risikofaktoren

Osteoporose ist nach wie vor eine unterschätzte Erkrankung. "Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass sich lediglich etwa 30 Prozent der Frauen zwischen 50 und 60 Jahren einer Knochendichtemessung unterziehen, bei der auf schmerzlose Art und Weise der Zustand des Knochenmaterials überprüft werden kann", erklärt Gesundheitsstadträtin Mag. Sonja Wehsely. Meist wissen die Betroffenen nicht, dass sie an Osteoporose leiden, bis sie sich einen Knochenbruch zuziehen.

Knochenschwund ist keine Alterserscheinung und kann bereits in der Kindheit beginnen. Auch Bettlägerige, die nicht mehr an die Sonne kommen und deren Haut deshalb auch kein Vitamin D mehr bilden kann, sind gefährdet. Zu den Risikopersonen gehören all jene, die erblich vorbelastet sind, die rauchen, sich falsch ernähren, zu viel Alkohol konsumieren, ein zu niedriges Körpergewicht haben oder zu wenig an der Sonne sind.

Bewegung stärkt den Knochen

Regelmäßige körperliche Bewegung und ausgewogene Ernährung bilden die Basis zur Osteoporosevorbeugung. Zusätzlich werden individuell maßgeschneiderte medikamentöse Therapien angeboten, je nach Akzeptanz und Therapietreue des Patienten.

Richtige körperliche Bewegung dient sowohl zur Vorbeugung als auch zur Unterstützung der Osteoporosetherapie. Wichtig ist, die Muskulatur durch kräftigende Übungen richtig zu beanspruchen, um die Knochenmasse weiter aufzubauen. Dadurch können Beschwerden gelindert und chronische Schmerzen sogar vermieden werden. Vor allem aber werden Bewegungsdefizite ausgeglichen und die Gefahr eines weiteren
Sturzes sinkt erheblich.

Bewegungstherapie

Regelmäßiger Sport verbessert die Knochendichte. Das ist in zahlreichen Untersuchungen belegt. In der Jugend führen besonders die sogenannten "High-Impact-Sportarten" wie Judo, Tennis, Squash oder Step-Aerobic zu überdurchschnittlichen Knochenzuwachsraten. "Kinder sollen laufen, springen und Ball spielen, das schult zudem Koordination und Reflexe", so Katharina Pils vom Institut für physikalische Medizin und Rehabilitation des Kaiser-Franz-Josef-Spitals. Pils weiter: "Solange die Knochen 'stabil' sind, kann aus osteologischer Sicht jede/-r die Sportart ihrer/seiner Wahl ausüben."Günstige Sportarten bei bestehender Osteoporose sind regelmäßiges Spazierengehen zweimal pro Woche eine halbe Stunde lang sowie Nordic Walking und Radfahren. Auch Rückenschwimmen und Wassergymnastik fördern den Knochenaufbau. Diese Therapie kommt besonders bei Patienten mit sehr geschwächtem Knochengerüst zum Einsatz, da im Wasser durch den Auftrieb der Belastungsdruck auf Stütz- und Halteapparat nachlässt und sich die Patienten ungehindert bewegen können. Weiters werden mit krankengymnastischen Übungen Muskelverspannungen durch Fehlbelastung gelindert.

Man muss keine Höchstleistungen anstreben, um gesundheitlich zu profitieren. "Viel wichtiger ist die Regelmäßigkeit. Die Möglichkeiten des Alltags sollten besser genutzt werden: Treppen steigen anstatt den Lift nehmen oder mit dem Hund nicht nur vor die Tür gehen, sondern richtig flott spazieren gehen", so Pils.

Informationen zu Osteoporose

Im November findet im Wiener Rathaus wieder ein Osteoporosetag statt. Auf dem Programm werden zahlreiche Fachvorträge und Diskussionen mit Fachärzten sowie Schnupperseminare zu verschiedenen Themen wie Bewegung und Ernährung stehen. Weiters können die Besucher das eigene Osteoporose-Risiko testen und sich auch persönlich von den Spezialisten beraten lassen.

In den KAV-Gesundheitseinrichtungen gibt es regelmäßig einen Tag der offenen Tür zum Thema Osteoporose. ÄrztInnen, PhysiotherapeutInnen oder ErgotherapeutInnen stehen für Auskünfte zur Verfügung, Videopräsentationen oder praktische Gymnastik- und Kraftübungen für den Alltag werden gezeigt und vieles mehr.

Quelle: pid-rk

 

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