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Gesunde Knochen : Kalzium allein genügt nicht

Prävention und Therapie von Osteoporose

09.10.2008

Osteoporose (Knochenschwund) zählt laut WHO zu den zehn häufigsten Volkskrankheiten weltweit. Rund 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Bei der ganz überwiegenden Zahl der Osteoporosepatienten liegt eine primäre Osteoporose vor, das bedeutet, es ist keine definierte Grunderkrankung wie Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis oder Schilddrüsenüberfunktion nachweisbar.

Diese primäre Form der Osteoporose entsteht durch eine geringe Knochendichte, unzureichende Reparaturmechanismen sowie durch eine qualitativ gestörte Knochensubstanz. Für den Knochenstoffwechsel werden verschiedene Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente benötigt. Der wichtigste Knochenbaustein ist Kalzium. Wenn ein Mangel an Kalzium im Blut vorliegt, wird das Kalzium aus dem Knochen freigesetzt, was allmählich zulasten der Knochenfestigkeit geht. Deshalb ist eine tägliche ausreichend hohe Kalziumzufuhr sehr wichtig. Gute Kalziumquellen sind Milch- und Milchprodukte, Gemüse (z. B. Grünkohl, Brokkoli, Lauch) und kalziumhaltige Mineralwässer.

Osteoporose ist jedoch mehr als nur ein Kalziumproblem: Zahlreiche Mikronährstoffe sind ebenfalls am Knochenstoffwechsel beteiligt. Für einen stabilen Knochen werden unter anderem Magnesium, Zink, Kupfer, Mangan, Silicium, Vitamin D, K, C, B6, B12, Folsäure und Aminosäuren benötigt.

Vitamin D ist beispielweise wichtig als Ergänzung bei der Regelung des Kalzium-Haushalts und beim Stoffwechsel der Minerale Kalzium und Phosphat, die beim Aufbau der Knochen eine Rolle spielen. Es wirkt in Form von Vitamin D3 (Cholecalciferol) bei der Differenzierung der Knochen-Stammzellen mit. Vitamin D fördert die Kalziumaufnahme aus dem Darm und den Kalziumeinbau in den Knochen.

Die Vitamin-D-Versorgung spielt damit eine wichtige Rolle für die Prävention und Therapie der Osteoporose. In geringen Mengen ist Vitamin D in Eigelb, Butter, Leber, Pilzen, Avocados, Thunfisch und Milchprodukten enthalten. Bis zu 90 Prozent des benötigten Vitamins D wird allerdings im Körper erzeugt, wenn Sterole, die im Allgemeinen in vielen Lebensmitteln vorkommen, in die Haut eingelagert und mit Sonnenlicht bestrahlt werden. In unseren Breiten ist eine Aufnahme per Sonneneinstrahlung aufgrund des reduzierten UVB-Anteils im Sonnenlicht oder mangels Gelegenheiten jedoch bei den meisten Menschen nicht ausreichend. Eine Nahrungsergänzung ist daher sinnvoll.

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Vitamin-D-Versorgung in weiten Teilen der Bevölkerung unzureichend ist. Ein Vitamin-D-Mangel ist inzwischen ein weltweites Problem. Besonders kritisch ist er bei älteren Menschen; bei diesen liegt fast durchweg ein Vitamin-D-Mangel vor.

Weitere "knochenwichtige" Vitamine sind Vitamin C und Vitamin B6 - für den Aufbau und die Stabilität von Knorpel und Bindegewebe. Lange Zeit unterbewertet wurde auch das Vitamin K, ein essenzieller Faktor für den Aufbau eines Knochenproteins (Osteocalcin). Eine geringe Vitamin-K-Aufnahme kann zu einer verminderten Knochendichte führen. Zudem haben auch die Spurenelemente Kupfer, Mangan, Fluor und Zink einen positiven Einfluss auf den Knochenstoffwechsel und tragen zu einer guten Knochendichte bei. Ebenfalls positiv wirken: Arginin (verbessert zum einen die Immunkompetenz als Lieferant von Stickoxid, zum anderen trägt es zur Stimulierung der Aktivität und Neubildung der Lymphozyten, also bestimmter Abwehrzellen, bei), Lysin und Magnesium. Eine ausreichende Zufuhr dieser Mikronährstoffe ist somit grundlegend für die ergänzende Ernährung und  Behandlung von Erwachsenen, die unter Osteoporose leiden.

Hinzu kommt, dass unsere heutige "Wohlstandsernährung" mit ihrem hohen Anteil an tierischem Eiweiß ein besonderes Problem für die Knochengesundheit darstellt. Eiweißreiche tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Fisch und Eier bilden Säuren im Körper im Gegensatz zu basenbildendem Obst und Gemüse. Um den dadurch entstehenden Säureüberschuss im Organismus auszugleichen, wird das Kalzium aus dem Knochen freigesetzt und mit dem Urin ausgeschieden. Dies führt zu einer negativen Kalziumbilanz. Durch Fehlernährung entstehen somit im Körper Mikronährstoffmängel. Es ist also wichtig, den Körper vor einer Übersäuerung zu schützen, zum Beispiel, indem man täglich mehrere Obstmahlzeiten zu sich nimmt.

Mikronährstoff-Defizite sind normalerweise klinisch nicht erkennbar, es sei denn, es handelt sich um die klassischen Vitamin-C-Mangelerkrankungen wie Skorbut, die dann die Spitze des Eisbergs darstellen. Für eine fundierte und effiziente Mikronährstofftherapie ist deshalb eine Laboranalyse sinnvoll, bei der bestehende Ungleichgewichte objektiviert werden können und die die Grundlage für eine gezielte, individuelle Optimierung ist.

Quelle: dgk

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