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Kirche könnte Kondom-Verbot lockern

Gebrauch von Präservativen war bisher ausnahmslos untersagt

24.11.2006

Angesichts des weltweiten Grassierens der Immunschwäche-Krankheit AIDS zieht der Vatikan offenbar eine teilweise Lockerung seines rigiden Kondomverbotes in Erwägung. Basis dafür ist eine 200-seitige Dokumentation, die von Moraltheologen und Wissenschaftern unterschiedlicher Fachrichtungen erstellt und jüngst dem Papst übergeben wurde.

Inwiefern die Ergebnisse des Berichts auf die Haltung des Vatikans in dieser Frage Einfluss nehmen werden, bleibt abzuwarten. Auch zu welchem Schluss die Dokumentation genau kommt, ist noch unklar. Der Vorsitzende des Päpstlichen Rates, Kardinal Javier Lozano Barragan, verrät allerdings schon so viel: "Keine Antwort der Kirche könnte alsBilligung sexueller Freizügigkeitausgelegt werden."

Vatikan-Experten rechnen damit, dass sich die Lockerung des Kondomverboteslediglich aufzwei Fälle beziehen dürfte: Bei verheirateten Paaren, wenn ein Partner mit Aids infiziert ist, und bei Pandemien. Bisher hatte der Vatikan im Kampf gegen Geschlechtskrankheiten ganz auf Enthaltsamkeit gesetzt, der Gebrauch von Präservativen war ausnahmslos untersagt. Kardinal Barragan stellt klar, dass der Kondomgebrauch aus Sicht des Vatikans weiterhin die letzte Möglichkeit sein müsse.

Manche Kirchenbeobachter werten die Tatsache, dass Papst Benedikt erstmals eine umfassende, kontroversielle Meinungen einbeziehende Studie zum Thema angefordert hat, als Zeichen einer gewissen Öffnung Roms. Einige an dem Schriftstück beteiligte Theologen erachten die Verwendung von Kondomen zum Schutz der Gesundheit im Vergleich zur Ansteckung eines Menschen mit dem HIV-Virus als das "geringere Übel".

Quelle: sn, nd, orf

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