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Wie gefährlich ist ein Insektenstich ?

Bei Kreislauf-Reaktion unbedingt zum Arzt gehen

07.08.2008

Jetzt haben sie wieder Hochsaison: Stechmücken, Moskitos, Wespen. Alles, was stechen kann, macht vielen von uns Angst. Und hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Insektenstiche immer schlimmere Folgen haben. Der Allergologe Dr. Michael Oertel kann das nicht bestätigen: "Ganz allgemein kann man sagen, dass die Befürchtung, dass eine gefährliche Zunahme von Reaktionen auf Insektenstiche zu verzeichnen sei, eigentlich so nicht stimmt."

Es gibt zwar immer wieder Häufungen von schwereren Reaktionen. Aus Sicht des Experten ist das aber eher ein jahreszeitliches Phänomen. Insgesamt sind die Folgen von Insektenstichen heute nicht schlimmer als vor 10 oder 15 Jahren. Und was ist mit den Umweltgiften, von denen die Insekten heute angeblich viel mehr mit sich herumtragen als früher? Dr. Oertel: "Das kann ich weder aus der Praxis bestätigen, noch gibt es dazu meines Wissens Untersuchungen, die diese Befürchtung bestätigen würden."

In der Regel brauchen wir uns also als Nicht-Allergiker keine allzu großen Sorgen zu machen, wenn wir von einer Mücke oder auch von einer Biene oder Wespe gestochen werden. So lange unser Körper "nur" mit einer lokalen Schwellung reagiert, heißt die wichtigste Regel: Nicht kratzen, sondern lieber kühlen. Beim Kratzen besteht die Gefahr einer Entzündung.

Der Verdacht auf eine Allergie beginnt da, wo der Körper als Ganzes auf den Insektenstich reagiert. Dr. Michael Oertel: "Wo der Mensch also eine Kreislaufreaktion zeigt: Beschleunigung des Pulsschlages, Schweißausbruch, eventuell auch dass die Atmung etwas schwerer geht. Und dann geht das Schritt für Schritt über in die schwerwiegenden Folgen, die einen Kreislaufzusammenbruch oder gar eine Schockreaktion nach sich ziehen können."

Bei ersten Anzeichen, die in diese Richtung gehen, sollten Sie also unbedingt zum Arzt gehen. Dann ist ein Allergietest nötig, und je nach Grad der Empfindlichkeit kommt eine Hyposensibilisierung in Frage oder Sie bekommen ein Notfallset, das Sie dann immer dabei haben sollten. Wichtig auch, so Dr. Oertel: Insektenstiche vermeiden. Der Rat bei Mücken: wenn Sie in der Dämmerung draußen sitzen, tragen Sie lange Kleidung. Der wichtigste Rat bei Wespen und Bienen betrifft Essen und Trinken im Freien. Denn es droht der Stich von innen in den Hals. Dr. Oertel: "Der ist bei Kindern sehr gefährlich. Da ist es zum Beispiel ganz geschickt, dass Sie, wenn Sie im Freien sitzen, nicht aus Dosen trinken, weil man der Dose ja nicht ansieht, ob da eventuell durch die Öffnung eine Biene oder Wespe hineingefallen ist. Und aus dem Glas sollte man auch mit einem Strohhalm trinken. Das sind Maßnahmen, um die Kinder ein bisschen vor Stichen dieser Tiere zu schützen."

Und übrigens: Hornissen sind nichts anderes als große Wespen mit ein bisschen mehr Gift. Alles andere sind größtenteils Ammenmärchen, sagt der Allergologe. "Die Geschichten, dass ein bis drei Hornissenstiche einen Menschen umbringen und sieben ein Pferd, sind absolut aus der Luft gegriffen und so überhaupt nicht haltbar."

Der wichtigste Tipp von Allergologe Dr. Michael Oertel: Wenn Ihr Körper nicht nur direkt an der Einstichstelle reagiert, sondern mit Symptomen wie beschleunigtem Puls oder Schweißausbrüchen, dann besteht der Verdacht auf eine Allergie. Und dann sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen, denn je nach Heftigkeit der allergischen Reaktion kann das Ganze dann gefährlich werden.

Quelle: ots

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