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Insektengiftallergie nicht unterschätzen

Nur jeder fünfte Allergiker geht zum Arzt

09.08.2007

Der milde Winter und die konstant warmen Temperaturen im Frühjahr sorgen dieses Jahr für eine frühe Obsternte. Doch die Gaumenfreude ist getrübt, denn reife Früchte sind auch für Wespen besonders schmackhafte Leckerbissen. "Je reicher die Ernte, desto besser geht's auch den Wespen", so der Zoologe Univ.-Prof. Dr. Karl Crailsheim von der Universität Graz. Die Angst vor den heuer angeblich besonders angriffslustigen Wespen kann der Experte jedoch nehmen: "Die Insekten sind bei höheren Temperaturen grundsätzlich aktiver. Es gibt aber keine gesicherten Studien, dass das bisher sehr warme Wetter Auswirkungen auf das Verhalten der Wespen hat. Sie sind heuer nicht aggressiver als in den vergangenen Jahren. Allerdings", räumt Crailsheim ein, "gibt es durch Importe fremder Königinnen immer mehr Bienenrassen, die angriffslustiger und nicht mehr ganz so sanftmütig sind wie die in Österreich bisher gezüchtete Honigbiene." Vorsicht ist jedenfalls geboten.

Kleiner Stich mit schweren Folgen

Der Stich einer Wespe oder Biene ist - abgesehen vom Schmerz und der juckenden, geröteten Hautstelle - harmlos. Doch rund 4 % der Österreicher reagieren bereits auf kleinste Mengen des Insektengiftes mit Schwellungen, Hautausschlag, Schwindel, Übelkeit bis hin zu schwerer Atemnot und im Extremfall mit einem Kreislaufschock. Allerdings sucht nur jeder fünfte Allergiker nach einer allergischen Reaktion einen Arzt auf.

Der ideale Zeitpunkt die Diagnose beim Facharzt durchführen zu lassen, ist vier Wochen nach dem Stichereignis. Unmittelbar nach dem Stich können die Testergebnisse falsch-negativ ausfallen. "Viele kommen - wenn überhaupt - erst Jahre später. Zwar lässt sich eine Sensibilisierung mittels Haut- und Bluttest noch nach Jahren erfolgreich nachweisen, doch die Patienten gehen mit jedem Sommer der vergeht das Risiko eines weiteren Stiches und somit einer schweren allergischen Reaktion ein", warnt Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Hemmer vom Wiener Allergie-Ambulatorium Floridsdorf vor der gefährlichen Sorglosigkeit vieler Allergiker. Pro Jahr verlieren 10 % der Allergiker ihre Allergie spontan. Jedoch sterben jährlich auch 2-3 Österreicher an den Folgen eines allergisch bedingten Herz-Kreislauf-Versagens (med. anaphylaktischer Schock).

Biene oder Wespe?

Um rasch eine Therapie gegen das richtige Gift einleiten zu können, ist es wichtig zu wissen, wogegen sich die allergische Reaktion genau richtet. Hemmer: "Trotz Ausnahmezustand sollte man darauf achten, ob Biene oder Wespe zugestochen hat." Meist können die Patienten nicht unterscheiden, welches Insekt sie gestochen hat oder es vergeht zu viel Zeit und die Erinnerung an den Stich verblasst.

Allergie-Impfung bietet fast 100 %igen Schutz bei Insektengiftallergien

Um schwerwiegenden Folgen vorzubeugen, muss die Insektengiftallergie rechtzeitig therapiert werden. Die spezifische Immuntherapie (Allergie-Impfung) stellt die einzige Möglichkeit dar, eine Bienen- und Wespengiftallergie mit nachhaltigem Erfolg zu behandeln. Hemmer dazu: "Die spezifische Immuntherapie bringt Insektengiftallergikern einen wirksamen Schutz vor neuerlichen lebensbedrohlichen Reaktionen und führt zu einer nachweisbaren Verbesserung ihrer Lebensqualität. Dazu kommt das Gefühl der Sicherheit." Erfreulicherweise liegt die Erfolgsquote bei Insektengiftallergien bei bis zu 100 %. "Diese Erfolgrate ist sensationell. Kaum eine Medikation kann diesen Wirkungsnachweis erbringen. Deshalb ist auch nicht nachvollziehbar, warum nicht alle Insektengiftallergiker diese Chance nützen, obwohl sie jeden Sommer tagtäglich einer akuten Lebensgefahr ausgesetzt sind."

Bei der spezifischen Immuntherapie (SIT) wird der Körper langsam an das Insektengift gewöhnt. Zu Beginn bekommt der Patient einmal pro Woche ambulant eine geringe Dosis des Allergieauslösers in langsam steigenden Mengen unter die Haut gespritzt. Als Alternative kann die Anfangsbehandlung auch im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthalts innerhalb einer Woche durchgeführt werden. Die optimale Höchstdosis wird schließlich einmal alle 4-6 Wochen injiziert. Nach drei Jahren liegt die Erfolgsquote üblicherweise zwischen 80 % und 100 %, oft wird die Therapie noch zwei weitere Jahre fortgeführt. Die Wirkung hält viele Jahre an und wird ausdrücklich auch für Kinder empfohlen. Die Therapiekosten der spezifischen Immuntherapie werden von den Krankenkassen übernommen.

Kein Ausflug ohne Notfallapotheke!

Wird man gestochen, heißt es für den Allergiker rasch handeln. Allergie-Experte Hemmer: "Wichtig ist, Ruhe bewahren und den Stachel nicht umständlich herausziehen, sondern rasch durch Wegkratzen entfernen." Danach die verordneten Notfallmedikamente anwenden, zum Arzt gehen bzw. den Notarzt rufen.

Grundsätzlich sollte im Stichfall immer sofort ein Antiallergikum sowie ein Kortisonpräparat in Tablettenform eingenommen werden. Bei kritischen Reaktionen ist der Einsatz von Adrenalin angezeigt, das es in Form eines hilfreichen Autoinjektors für die Notfallapotheke gibt. Adrenalin wirkt Kreislauf stabilisierend und kann fatale Schockreaktionen verhindern. Da diese Medikamente lebensrettend sein können, müssen sie für den Ernstfall immer griffbereit sein und wegen ihrer begrenzten Haltbarkeit auch zeitgerecht erneuert werden", rät Hemmer eindringlich.

Quelle: pte

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