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Impfungen als Schutz gegen zahlreiche Krankheiten

Impfplan 2008 und die häufigsten Irrtümer der Impfgegner

03.04.2008

Bereits in den vergangenen Jahrzehnten haben Schutzimpfungen erfolgreich gegen Infektionskrankheiten angekämpft. In Zukunft können noch mehr Menschenleben durch Impfungen gerettet werden. Experten entwickeln laufend Impfstoffe gegen schwere Erkrankungen. In der Pipeline befinden sich bereits Vakzine gegen Demenzkrankheiten, Seuchen und Allergien. Neuester Trend: Impfen gegen Krebs.

Präventiv oder im Frühstadium impfen
Mit der Impfung gegen die humanen Papillomaviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen, wurde im Spätherbst 2006 erstmals ein Impfstoff auf den Markt gebracht, der erfolgreich gegen Krebs vorgeht. Mittlerweile sind bereits über 30.000 junge Frauen in Österreich HPV-geimpft.

Seit geraumer Zeit entwickeln Wiener Impfexperten einen neuen Impfstoff gegen eine der aggressivsten Krebsarten, die nach wie vor vielen Frauen weltweit das Leben kostet: Brustkrebs. Jede 8. Frau in Österreich muss im Laufe ihres Lebens damit rechnen, an Brustkrebs zu erkranken. Jahr für Jahr wird bei rund 5.000 Frauen hierzulande Brustkrebs diagnostiziert. In Europa treten jährlich zirka 350.000 neue Fälle von Brustkrebs auf, davon verlaufen 130.000 tödlich. Mit 1.700 Todesfällen im Jahr ist das Brustkarzinom in Österreich die häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen. Dieser schwerwiegenden Erkrankung könnte schon bald ein Riegel vorgeschoben werden: Das Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin am Zentrum für Physiologie, Pathophysiologie und Immunologie der Medizinischen Universität Wien arbeitet gemeinsam mit der Klinik für Innere Medizin/Abtlg. Onkologie am AKH Wien bereits seit geraumer Zeit an einer Brustkrebs-Vakzine und kann mittlerweile auf Erfolg versprechende Resultate verweisen. "Die Vakzine ist bereits in der klinischen Testung. Der Weg ist aber noch weit; dennoch hoffen wir, dass diese Vakzine in einigen Jahren tatsächlich zur Anwendung kommen wird", stellt Univ. Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Instituts in Aussicht. Der Impfstoff soll bei Brustkrebserkrankten angewandt werden - konkret sollen dadurch Metastasen und Rezidive (= Rückfälle) bei Frauen mit Primärtumoren verhindert werden.

Auch heuer gibt es in den 1.220 österreichischen Apotheken wieder zahlreiche Impfaktionen. Bereits seit Anfang Jänner und noch bis Ende Juli 2008 läuft die alljährliche Zeckenimpfaktion. Im Aktionszeitraum wird der FSME-Impfstoff in den Apotheken deutlich preisgünstiger abgegeben. Seit 17. März bis Ende September läuft eine Meningokokken-Impfaktion. Am Dienstag wurde die Heptatits-Impfaktion gestartet, die noch bis 31. Mai läuft. Heuer erstmals neu: Eine Impfaktion mit einem Vierfachimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung zum Auffrischen für Erwachsene. Aktionszeitaum: 1. Mai bis 30. Juni.

Neu im Impfplan 2008 ist die Empfehlung der jährlichen Influenza-Impfung für Personen ab dem 50. Lebensjahr. "Hier haben wir dringenden Handlungsbedarf. Influenza ist eine schwere Krankheit, die in Österreich viel zu wenig ernst genommen wird", sagt Univ. Prof. Dr. Ingomar Mutz, Vorsitzender des Österreichischen Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates. Im heurigen Winter sind rund 400.000 Österreicher während der gut sechs Wochen dauernden Grippe-Epidemie erkrankt.

Die seit kurzem verfügbare Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) wird im Impfplan 2008 ebenfalls ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Auch aufgrund eines aktuellen Vorfalls in einem Salzburger Supermarkt wird die Impfung gegen die gefährliche Viruserkrankung Hepatitis A besonders Personen, die in Lebensmittelbetrieben und in der Gastronomie tätig sind, nahe gelegt.

Die häufigsten Irrtümer der Impfgegner

Irrtum Nr. 1: Krankheiten seien etwas Natürliches und allein positive Gedanken schützen vor schweren Erkrankungen. Das ist unwahr. "Infektionskrankheiten können bei Nichtgeimpften innerhalb weniger Stunden aus voller Gesundheit zum Tode führen und sind sicher nicht durch positives Denken vermeidbar", sagt Dr. Rudolf Schmitzberger, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Impfreferent der Wiener Ärztekammer.

Irrtum Nr. 2: Impfen wirkt nicht. Das ist unwahr. Durch internationale Impfprogramme konnten schwere Erkrankungen wie zum Beispiel Pocken weltweit ausgerottet werden.

Irrtum Nr. 3: Infektionskrankheiten gehen heutzutage aufgrund von besseren Lebensumständen immer mehr zurück. Das ist ebenfalls unwahr. So erkrankten zum Beispiel im Zeitraum zwischen 1980 bis 2000 allein in der Steiermark 109 Kinder an FSME, weil sie nicht oder ungenügend geimpft waren - trotz heutiger verbesserter Lebensumstände. Aktuelles Beispiel Masern-Epidemie in Salzburg.

Irrtum Nr. 4: Es ist nicht notwendig weiter gegen Krankheiten, die kaum mehr auftreten (etwa Diphterie oder Kinderlähmung) zu impfen. Das ist unwahr. Wenn die Durchimpfungsrate gegen eine auf der Welt noch nicht ausgerottete Erkrankung zu weit absinkt, ist durch Einschleppen der Krankheitserreger aus ungeschützten Regionen eine neuerliche Verbreitung sicher.

Irrtum Nr. 5: Nebenwirkungen von Impfungen sind mindestens so häufig wie die Komplikationen der zu verhütenden Erkrankungen. Das ist unwahr. Anerkannte Impfschäden sind um ein Vielfaches seltener als Todesopfer und Komplikationen durch die zu verhütende Krankheit.

Irrtum Nr. 6:  Impfungen verhindern die Entwicklung des Immunsystems und sind verantwortlich für die Zunahme von Allergien und Autoimmunerkrankungen. Das ist unwahr. Kinder haben in den ersten sechs Jahren bis zu 40 Infektionserkrankungen (6-8 Infekte pro Jahr). Durch Impfen verhinderte Erkrankungen wie etwa Masern sind nur ein Bruchteil aller Infektionen des Kindes.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schreibt das Recht aller Kinder auf die beste Gesundheitsversorgung fest. Dazu zählt auch der Schutz vor Erkrankungen die durch Impfungen vermeidbar sind. Das heißt jedes Kind hat ein Recht darauf, durch entsprechende Impfungen vor Krankheiten geschützt zu werden. Impfen bedeutet Risiko reduzieren, ein Abraten von Impfungen stellt einen klaren Vorstoß gegen eine beweisgestützte Medizin dar.

Quelle: ÖAK

 

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