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Immuntherapie gegen Pollen-Allergie jetzt beginnen

Nutzen Sie die belastungsfreie Zeit im Herbst

08.09.2005

Über 1 Million Österreicher leiden an einer Pollenallergie und reagieren allergisch auf Blütenstaub. Für heuer geht die Pollensaison mit der Blüte des besonders aggressiven Traubenkrauts (Ragweed) bald zu Ende. Soweit die gute Nachricht. Aber: "Auf Grund der globalen Klimaerwärmung dauert die Pollensaison immer länger", beschreibt Prim. Dr. Peter Ostertag, Leiter der HNO-Abteilung am Bezirkskrankenhaus Kufstein den wenig erfreulichen Trend. Damit aber nicht genug: "Durch die wachsende Kohlendioxid-Konzentration der Luft produzieren die Pflanzen immer größere Mengen Pollen. Die Schadstoffe in der Luft machen die Pollen-Allergene zusätzlich noch aggressiver."

Wer den lästigen "Heuschnupfen" auf die leichte Schulter nimmt, muss mit schweren, chronischen Beschwerden rechnen. Bleibt die Allergie unbehandelt, kann sie sich auf Bronchien und Lunge ausweiten und schweres, chronisches Asthma verursachen. Eine vollständige Heilung ist dann nicht mehr möglich. Wirksamen Schutz davor bietet die spezifische Immuntherapie (auch Allergie-Impfung oder Hypo-Sensibilisierung) genannt. "Untersuchungen haben gezeigt, dass eine konsequent durchgeführte, spezifische Immuntherapie die allergische Erkrankung stoppen und einen chronischen Verlauf verhindern kann", so Ostertag.

Es gibt zahlreiche gute Wirkstoffe, die allergische Symptome bei Auftreten abschwächen und so erträglich machen. Allerdings kehren die Beschwerden beim nächsten Pollenflug in gleicher Intensität wieder auf. Ostertag: "Einzig die - auch von der WHO empfohlene - spezifische Immuntherapie bekämpft nicht allein die Symptome, sondern konzentriert sich auch auf die zugrunde liegende Ursache und schafft so dauerhafte Erleichterung. Zahlreiche klinische Studien belegen die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit dieser Behandlungsmethode, die seit Jahren mit großem Erfolg angewendet wird."

Die belastungsfreie Zeit ist ideal, um mit der Immuntherapie zu beginnen. "Da der Körper über die Herbst- und Wintermonate kaum Allergenen ausgesetzt ist, kann er langsam und sanft an den Allergieauslöser gewöhnt werden und eine Grundimmunität aufbauen", so der HNO-Facharzt. "Die Patienten spüren meist im nächsten Frühjahr eine deutliche Besserung der Symptome."

Das Therapieprinzip ist denkbar einfach: Eine geringe Dosis des Allergie-Auslösers wird injiziert oder unter die Zunge getropft. Die Konzentration wird allmählich gesteigert und das Immunsystem damit so zusagen trainiert, bis sich der Körper schließlich an das Allergen gewöhnt hat und nicht mehr überreagiert. Die Behandlung dauert drei Jahre. Der Therapieerfolg hält auch nach Ende der Behandlungszeit meist noch viele Jahre an, manchmal ist sogar eine dauerhafte Heilung zu erzielen.

Die spezifische Immuntherapie wird von niedergelassenen Fachärzten und in Allergie-Ambulatorien durchgeführt, die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Eine Bewilligung vom Chefarzt ist seit 1. August 2005 nicht mehr erforderlich. Informationen über Allergien allgemein und die Allergie-Impfung in Spritzen- oder Tropfenform im Speziellen gibt es beim Facharzt und in den Allergie-Ambulatorien sowie in einer Broschüre, die in Zusammenarbeit mit Allergologen und Wissenschaftlern erstellt wurde. Diese Broschüre und eine DVD über die Allergie-Impfung können kostenlos bei ALK-Abelló, Tel. 0732/385372, E-Mail: office@at.alk-abello.com bestellt werden.


Allergische Symptome können die Lebensqualität von Betroffenen massiv beeinträchtigen. "Neben lästigem Naseputzen und der ständigen Versuchung in die juckenden Augen zu greifen, leiden Patienten vor allem an der schlechten Schlafqualität, da viele nachts auf Grund ihrer allergischen Beschwerden mehrmals aufwachen und so tagsüber müde, abgeschlagen und antriebslos sind", berichtet Allergie-Spezialist Ostertag von den täglichen Leiden seiner Patienten.

Als Pollenallergiker hat man es schwer, seinen Widersachern zu entkommen. Pflanzen, die sich über Windbestäubung vermehren, setzen Blütenpollen frei, die zu Milliarden in der Luft herumschwirren und so klein sind, dass sie mit freiem Auge nicht entdeckt werden können. Was ein Gesunder gar nicht spürt, belastet den Allergiker enorm. Eine einzige Roggenähre setzt etwa 4 Millionen Pollen frei - bereits 50 Pollenkörner pro m³ Luft reichen bei sensibilisierten Menschen aus, um eine heftige Abwehrreaktion auszulösen.

"Bei einer Allergie ist das Immunsystem, das auf die Abwehr gefährlicher Stoffe ausgerichtet ist, aus dem Gleichgewicht geraten und kämpft gegen eine eigentlich harmlose Substanz", erklärt Ostertag. Tränende, juckende Augen, eine unaufhörlich triefende Nase, Niesattacken bis hin zu Atembeschwerden sind die Folgen dieses Irrtums unseres Körpers.

Quelle: ikp
 

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