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Warum Honig Wunden heilt

Honig hat antibakterielle Eigenschaften und fördert die Wundheilung

11.04.2006
 
Honig ist als eines der ältesten Mittel zur Förderung der Wundheilung fastin Vergessenheit geraten. Völlig zu Unrecht: Selbst Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, erliegen der Kraft des Naturprodukts.

Prof. Dr. Peter C. Molan von der University Waikato in Neuseeland wertete 22 klinische Studien mit insgesamt 2.062 Patienten aus, deren Wunden mit Honig behandelt worden waren. Dazu kamen 16 Studien, die an Tieren durchgeführt wurden. Vorgestellt wurde die Meta-Analyse nun im International Journal of Lower Extremity Wounds.

Die Studien-Ergebnisse seien eindeutig, meint Molan. Die antibaktieriellen Eigenschaften des Honigs sollen Wundinfektionen beseitigenund Wunden vor weiteren Infektionen bewahren. Er soll das Wundsekret und üble Gerüche bekämpfen können. Seine antientzündliche Wirkung soll Schwellungen beseitigen und die Narbenbildung minimieren. Außerdem soll er die Granulation der Wunde, also das innere Zuheilen, und das Wachstum der äußeren Haut anregen.

Für den neuseeländischen Forscher sind die Vorbehalte, die viele Ärzte gegenüber Wundauflagen aus Honig haben, völlig unbegründet. Honig sei eine sehr praktische Wundauflage, da sie ein Verkleben des Verbandes mit der Wunde verhindere und einen für den Patienten schmerzlosen Verbandwechsel ermögliche.

Betrachtet man das Bienenprodukt physikalisch-chemisch, ist es nichts anders als eine übersättigte Zuckerlösung: rund 80 Prozent Zucker, darunter Frucht- und Traubenzucker, und etwa 20 Prozent Wasser. Die antimikrobielle Wirkung des Honigs, so der Biochemiker Molan, sei Enzymen zu verdanken, die die Bienen produzieren.

Ein wichtiger Inhaltsstoff ist auch Wasserstoffperoxid, das Mikroorganismen zu Leibe rückt. Wasserstoffperoxid entsteht durch ein Enzym, wenn Honig verdünnt wird und bleibt rund 24 Stunden lang in hoher Konzentration erhalten.

Rund 60 Arten von Bakterien, darunter sehr gefährliche wie Staphylococcus aureus, können mit Honig besiegt werden. Sogar Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, werden durch Wundauflagen aus Honig abgetötet, behaupten die Wissenschaftler.

Methicillin-resistente Staphylokokken, die es in Spitälern gibt, werden bereits bei einer Konzentration von ein bis vier Prozent Honig in der Wunde abgetötet. Auch Vancomycin-resistente Enterokokken, die so genannten Killerbakterien, gegen die auch neueste Antibiotika wirkungslos sind, haben bei Honig schlechte Karten. Chronisch infizierte Hautwunden sind häufig bereits nach wenigen Tagen Honigbehandlung steril.

Die positive Wirkung kann aber nur mit Honig erzielt werden, der nicht wärmebehandelt worden ist. Der hohe Zuckeranteil im Honig führt dazu, dass den Bakterien lebenswichtiges Wasser entzogen wird.

Honig wirkt ausgesprochen entzündungshemmend. Selbst wenn gar keine Bakterien in einer Wunde vorhanden sind, gehen Schwellung, erhöhte Temperatur und lokaler Schmerz unter Honigapplikation deutlich zurück. Schließlich fördert Honig das Wachstum von Fibroblasten, jener Zellen, die dem Gewebe eine feste Struktur verleihen. Werden Fibroblasten aktiviert, so schließt sich die Wunde nicht nur am Rand aus, sondern gleichermaßen auch aus der Tiefe. Dieser Effekt ist besonders wichtig bei großflächigen Verbrennungen.

Allerdings sollten Patienten keinesfalls in Eigenregie zu Honig greifen, um Wunden zu behandeln, denn Honig ist nicht gleich Honig. Ein australisches Unternehmen produziert seit kurzem Honig auf der Basis von Leptospermum-Pflanzen, der konstante Konzentrationen von H2O2 freisetzt und auch stets die gleiche Menge der antimikrobiell wirksamen Pflanzensubstanzen enthält. Eine britische Firma bietet einen mit Honig imprägnierten, aber nicht klebenden Verbandsstoff an.

Quelle: Journal of Lower Extremity Wounds

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