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Hoher Blutdruck und Salz : Zwei stille Killer

Bei den über 60-jährigen steht bereits jeder zweite ständig "unter Druck".

15.05.2009


Bluthochdruck ist die Zivilisationskrankheit Nummer 1 in der westlichen Welt. Etwa jeder vierte Erwachsene leidet darunter. Bei den über 60-jährigen steht bereits jeder zweite ständig "unter Druck". Allerdings bleibt die Erkrankung meist unerkannt, denn ein ständig hoher Blutdruck verursacht lange Zeit keine Beschwerden - bis es zur Schädigung der Blutgefäße und lebenswichtigen Organe kommt. Schlaganfall, Herzschwäche oder -infarkt sowie Nierenschaden sind häufige und lebensbedrohliche Folgen von jahrelang unbehandeltem Bluthochdruck. Auch geistiger Verfall und Sehschwäche wird durch zu hohen Druck in den Gefäßen verursacht.

"Kaum jemand weiß um die Gefährlichkeit von unbehandeltem Bluthochdruck Bescheid", bedauert Manuela Messmer-Wullen, die selbst vor 12 Jahren unvorbereitet einen Schlaganfall erlitt und sich seither in der Patientenaufklärung stark macht. "In Österreich erleiden jährlich im Schnitt etwa 24.000 Menschen einen Schlaganfall. Erhöhter Blutdruck ist einer der Hauptverursacher, der das Risiko um das 2- bis 4-Fache steigert." Man kann davon ausgehen, dass etwa jeder zweite Todesfall in Österreich durch erhöhten Blutdruck zumindest mit verursacht wird, was bedeutet, dass die Überlebensrate von unbehandeltem Bluthochdruck mit der einer Krebserkrankung vergleichbar ist.

Anlässlich des internationalen Welt Hypertonie Tages am 17. Mai wollen Experten die Volkskrankheit wieder vermehrt ins öffentliche Bewusstsein bringen, um die Bevölkerung für die dramatischen Folgen von Bluthochdruck zu sensibilisieren. Das Motto des heurigen Aktionstages lautet: Salz und Bluthochdruck: zwei stille Killer, denn Salz stellt einen wesentlichen Risikofaktor für erhöhte Blutdruckwerte dar. "Salz bindet im Körper Wasser und erhöht damit das Blutvolumen und folglich den Druck in den Gefäßen. Zudem mindert es die Wirkung mancher Bluthochdruck-Medikamente. Ein Zuviel an Salz sollte daher vermieden werden", begründet Univ.-Prof. Dr. Jörg Slany, Präsident der Österreichischen Hochdruckliga die Empfehlung der World Hypertension League. Es gilt Alternativen zu Salz zu finden und in den täglichen Speiseplan einzubinden. "Salzreduktion in Kombination mit anderen Lebensstilmaßnahmen ist eine wesentliche Säule in der Therapie", so Slany.

Die zweite Säule ist die medikamentöse Therapie, denn in vielen Fällen reicht reine Lebensstiländerung allein nicht mehr aus. Laut österreichischer Expertenempfehlung besteht (Be)Handlungsbedarf, wenn 7 von 30 Messwerte über 135/85 mmHg liegen. Auch für österreichische Patienten steht demnächst eine neue Generation von Antihypertensiva nun auch auf Kassenrezept zur Verfügung. "Diese neue Substanzklasse stellt nach mehr als zehn Jahren endlich wieder eine Innovation in der Behandlung dar", zeigt sich Univ.-Prof. DDr. Walter Hörl, Vorstand der Klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse an der Universitätsklinik für Innere Medizin III in Wien, über den neuen Therapieansatz erfreut. "Nach 50 Jahren Forschung hat man endlich erreicht, den Bluthochdruck dort zu senken, wo er primär seinen Ursprung nimmt - nämlich ganz am Anfang einer Kette von Reaktionen mit mitunter lebensbedrohlichem Ausgang."

Drohender Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen ist für rund zwei Drittel der Hypertoniker trotz ärztlicher Warnung dennoch kein Anlass ihr Leben umzustellen und die empfohlene Therapie einzuhalten. "Fehleinschätzung der persönlichen Gesundheit, Zweifel an der Wirksamkeit und Angst vor Nebenwirkungen der Dauertherapie und die Bagatellisierung der Folgen sind schuld daran, dass Patienten die Empfehlungen ihres Arztes ignorieren", weiß Univ.-Prof. Dr. Dieter Magometschnigg, Leiter des Instituts für Hypertonie aus jahrelanger Erfahrung. "Gerade in der Behandlung von Bluthochdruck ist die konsequente Einhaltung der Therapie aber von enormer Wichtigkeit. Es gilt zu erreichen, dass die Angst vor Nebenwirkungen der Medikamente einer realistischen Gefahreneinschätzung vor den Folgen des Bluthochdrucks weicht."

Quelle: ots

 

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