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Hörverlust in reifen Jahren: Stereotype machen alt

Laut Studie hat Hörverlust nicht nur physische Gründe


13.03.2006

Am geläufigsten ist die Verwendung des Begriffes Stereotype in einem sozialwissenschaftlichen Kontext. Hier sind Stereotype Komplexe von Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die bestimmten Personengruppen zugeschrieben werden.

Menschen, die mit dem Altern negative Stereotype wie raschen körperlichen Verfall verbinden, verlieren in reiferen Jahren rascher an Hörvermögen als Menschen, für die das Älterwerden positiver besetzt ist. Das ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Forscher, die im "Journal of Gerontology" publiziert wurde.

Das Wissenschafter-Team um Becca Levy von der renommierten Yale University untersuchte das Hörvermögen von 546 Männern und Frauen im Alter von 70 bis 96 Jahren. Es zeigte sich, dass jene Probanden, die mit älteren Menschen Attribute wie "Gebrechlichkeit" oder "Senilität" assoziierten, innerhalb der nächsten drei Jahre mehr Hörvermögen einbüßten.

Self-fulfilling Prophecy?
Dieser Zusammenhang war unabhängig von Faktoren wie natürlichem Hörverlust, körperlicher Gesundheit oder Depressionen nachweisbar. Levy und Kollegen folgern, dass Stereotype direkt auf die Sinneswahrnehmung älterer Menschen einwirken. "In anderen Studien haben wir gezeigt, dass negative Klischees vom Altern Stress erzeugen können, der wiederum das Hörvermögen beeinflusst", so die Forscherin.

Auch dürfte eine Rolle spielen, dass sich die Erwartungshaltungen von Menschen, die dem Altern negativ entgegen sehen, eher im Sinne einer "selbsterfüllenden Prophezeiung" bewahrheiten: Weil Betroffene, die glauben, dass Hörverlust einfach zum Altern dazu gehöre, tendenziell weniger medizinische Hilfe in Anspruch nehmen würden.

Quelle: OTS
 

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