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Heilkraft aus Heublumen

Gesundheitstipps von Prof. Hademar Bankhofer

Werden im Sommer die Wiesen geschnitten und die Heuernte eingebracht, hat eine Naturarznei Hochsaison - die Heublumen.

Wenn das eingebrachte Heu im Schuppen auf der sogenannten Tenne gelagert wird, dann fallen die trockenen Blüten, Blatt-Teile und feinste Gräser zu Boden. Das sind die Heublumen. Stammen sie von einer biologischen Wiese, so ist es eine uralte Arznei, die bereits mit großem Erfolg Pfarrer Kneipp eingesetzt hat.

Die wertvollen Bestandteile vom Heu, die sich nicht von selbst aus den getrockneten Gräsern lösen und zu Boden fallen, müssen natürlich schonend abgesiebt werden. Dabei muss vor allem Staub entfernt werden. Beim Absieben muss die Siebgröße so gewählt werden, dass möglichst keine Grasstengel durchfallen. Sie sind für die Heublumen zu grob. Sonst aber  können und sollen möglichst alle Grassorten von der Wiese bei der Heublumen-Mischung dabei sein.

Aus Laboruntersuchungen und Beobachtungen im elektronischen Mikroskop weiß man heute, was man früher nur vermuten konnte: In einer Handvoll Heublumen sind rund 50 Pflanzensorten vertreten. Sie enthalten an die 1000 natürliche Wirkstoffe. Dazu gehören wasserlösliche Farb-Substanzen, Harze, aber auch ätherische Öle. Als Hauptwirkstoff in den Heublumen gilt das Kumarin vom besonders wohlriechenden Ruchgras, ein kampferähnlicher Stoff, der den Kreislauf stärkt. Zweifelsohne kommen in den Gräsern aber auch Spurenelemente zur Wirkung.

All diese Substanzen kommen aber nur zur vollen Wirkung, wenn die Heublumen trocken bleiben und bis zur Verwertung keine Feuchtigkeit abbekommen. Daher sollte man Heublumen an einem trockenen Ort in gut verschließbaren Behältern aufbewahren, sodass möglichst wenig Luft dazukommen kann.

Die Lagerung ist für die Heublumen von großer Bedeutung. Denn erst dabei entstehen viele der wertvollen Substanzen. So wird da erst aus dem Cumarin-Glykosid das reine Cumarin. Und das macht den charakteristischen Geruch der Heublumen aus. Auch die Schleimstoffe verschiedener Gras- und Klee-Sorten bekommen erst beim Lagern ihre volle Wirkung.

Wie komme ich als Städter und nicht auf dem Land lebender Mensch an Heublumen heran? Entweder man nützt einen Wochenend-Ausflug und holt sich Heublumen vom Bauern. Oder man kauft sie in der Drogerie, im Reformhaus oder in der Apotheke.

Wie werden Heublumen zur Naturarznei?

Die Heublumen werden äußerlich angewendet. Das kann jeder zuhause selbst machen. Und da gibt es mehrere Möglichkeiten: Wenn man nach einer Wanderung müde Füße hat, so macht man sich ein Heublumen-Fußbad: Etwa 4 Handvoll Heublumen werden mit 3 Liter kochendem Wasser übergossen, zugedeckt abgestellt. Bis das Wasser etwa 26 Grad Celsius hat. Dann badet man darin die Füße 15 bis 20 Minuten.

Gegen rheumatische Beschwerden, Gelenks- und Rücken-Schmerzen, aber auch bei Erschöpfung und großer Müdigkeit nimmt man ein Heublumen-Wannenbad: Beim Heublumen-Bad stellt man in einem Topf 5 bis 7 Handvoll Heublumen mit kaltem Wasser zu, lässt einmal aufkochen und dann 1/2 Stunde ziehen. Danach ins Badewasser, das etwa 37 Grad Celsius haben sollte, gießen, 15 bis 20 Minuten darin baden. Dann 1 Stunde im Bett ruhen. So ein Heublumenbad stärkt auch die Nerven und kann auch gegen Hautunreinheiten eingesetzt werden. Oft sind Heublumenbäder auch eine medizinische, unterstützende Begleit-Therapie gegen Nervosität.

Sehr bewährt hat sich auch ein Heublumen-Kissen: Wer schlecht einschlafen kann, sollte ein Leinenkissen mit Heublumen füllen und den Kopf darauf betten oder zumindest das Kissen neben das normale Bettkissen legen. Allein der Geruch der Heublumen kann den Schlaf fördern.

Man kann auch Heublumen-Dämpfe inhalieren. Eine Handvoll Heublumen wird in einen Topf mit kochendem Wasser gegeben, 5 Minuten warten, dann die aufsteigenden Dämpfe 10 Minuten lang einatmen. Das kann Kopfschmerzen vertreiben. Danach gut abtrocknen und 15 Minuten hinlegen.

Unsere Großmütter haben sehr oft einen Heublumen-Sack aufgelegt. Man kann damit leichte Magenschmerzen und Bauchkrämpfe bekämpfen. Oder man setzt den Heublumensack auf ärztliche Anweisung als unterstützende Behandlung bei Magen- und Darmerkrankungen ein. Beim Heublumen-Sack füllt man ein paar Hände voll Heublumen in einen kleinen Leinensack und lässt diesen in etwa 20 Minuten über einem Topf mit aufsteigendem Wasserdampf heiß werden. Der Sack darf nicht im Wasser liegen. Ideal  ist eine Wasserdampf-Temperatur von 42 Grad Celsius. Dann den Sack etwas abkühlen lassen und auf die schmerzende Stelle auflegen, ein trockenes Tuch darüber. 1 Stunde einwirken lassen. Ideal zum Beispiel bei einem Blasenkatarrh. Man kann in manchen Apotheken so einen Heublumensack auch schon fertig kaufen.

In Kuranstalten werden oft Heuwickel angeboten. Heublumen-Wickel sind meist eine unterstützende Therapie bei Leber-, Galle- und Nieren-Erkrankungen. Beim Heu-Wickel oder bei Heublumen-Auflagen wird ein Leinentuch in die Heublumenbrühe, die man fürs Wannenbad zubereitet, eingetaucht und gemeinsam mit 2 trockenen Tüchern auf die betreffenden Körperstellen aufgetragen. Darüber kommt eine Decke. 1 Stunde einwirken lassen.

Die Wirkstoffe gelangen zum Teil durch die Hautporen bis ins Blut oder werden aber auch eingeatmet. Man muss allerdings beim Anwenden von Heublumen etwas beachten: Vorsicht: Heublumen dürfen jeweils nur für eine Behandlung verwendet werden. Danach wegwerfen. Und: Heublumen, die ein Jahr alt sind, enthalten keine Wirkstoffe mehr. Heublumen muss man trocken lagern. Wenn sie feucht werden, sind sie wertlos.


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Der Inhalt dieser Seite wurde verfasst von Prof. Hademar Bankhofer .

 

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