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Herzrhythmusstörungen : Vorhofflimmern

Wenn das Herz nicht nur vor Freude hüpft

19.10.2006

Das Herz ist der wichtigste Muskel im Körper des Menschen. Kein anderer Muskel leistet im Laufe eines Lebens annähernd so viel Arbeit. Es besteht aus vier Abschnitten, zwei Vorhöfen und zwei Kammern, die durch Ventile, den so genannten Herzklappen verbunden sind. Durch die rechte Kammer und den Vorhof wird das Blut aus dem Körper in die Lunge geleitet und dort mit Sauerstoff angereichert. Über den linken Vorhof und die linke Kammer gelangt das Blut in den Körper und zu den einzelnen Organen. "Damit das Blut in den Körper gepumpt werden kann, muss sich der Herzmuskel zusammenziehen", erläutert Dr. Bernhard Küpper, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Elisabeth-Krankenhauses Essen. "Dies geschieht mittels elektrischer Impulse. Diese werden in den Herzmuskelzellen des Sinusknotens, dem natürlichen ‚Schrittmacher’ des Herzens, im Dach des rechten Vorhofs gebildet. Zwischen Vorhöfen und Kammern befindet sich der Atrio-Ventrikular-Knoten, kurz AV-Knoten, über diesen wandert der Impuls weiter und breitet sich in beiden Herzkammern aus. Durch die rhythmischen Impulse zieht sich jede Herzmuskelzelle zusammen und entspannt sich wieder, wodurch das Herz kontinuierlich und regelmäßig schlägt. Da die Funktion des Herzens lebenswichtig ist, gibt es für die Reizbildung und Weiterleitung zwei Sicherungen: Fällt der Sinusknoten als Impulsgeber aus, springt der AV-Knoten ein. Seine Impulse sind mit 40 bis 50 Schlägen pro Minute etwas langsamer als die des Sinusknotens. Versagt auch dieser Ersatzrhythmusgeber, können ganz normale Herzmuskelfasern in den Herzkammern als Impulsgeber einspringen, allerdings mit einer stark verlangsamten Herzfrequenz mit 20 bis 30 Schlägen in der Minute."

Nicht immer ist es Liebe ...

Ganz selbstverständlich nehmen wir es hin, dass unser Herz schlägt. Dass es dies bei ungewohnten körperlichen Anstrengungen, bei Aufregung, Stress, Angst oder bei frisch Verliebten schon mal schneller tut, beunruhigt kaum jemanden. In der Regel besteht auch kein Grund zur Sorge, da sich der Herzschlag in kürzester Zeit wieder normalisiert. Es gibt aber Störungen des Herzrhythmus, die für den Betroffenen zur Gefahr werden, im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen können.

Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Schätzungen zufolge sind in Deutschland bis zu einer Millionen Menschen davon betroffen. Dabei hängt das individuelle Risiko stark vom Alter ab: bei den über 70-jährigen sind etwa zehn Prozent erkrankt. Dr. Küpper: "Beim Vorhofflimmern fällt der Sinusknoten als Impulsgeber aus. Es kommt zu sehr schnellen und nicht geordneten Impulsen der Vorhöfe an die Herzkammern - zwischen 350 bis 600 mal pro Minute. Die Wände der Vorhöfe vibrieren so schnell, dass sie sich nicht mehr zusammenziehen. Die Pumpfunktion und -leistung des Herzmuskels sind gestört, aber nicht völlig ausgeschaltet, da die von den Vorhöfen ausgesendeten hohen Impulse durch den AV-Knoten ‚abgebremst’ werden. Dennoch kann es in den Kammern immer noch zu einer Schlagfrequenz von bis zu 200 Schlägen pro Minute kommen, die als unregelmäßiger Pulsschlag fühlbar sind. Eine große Anzahl von Betroffenen lebt mit dieser Erkrankung, ohne es zu wissen. Die Rhythmusstörung tritt bei ihnen ganz ohne Beschwerden auf und wird oft nur zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung erkannt, oder durch auftretende Komplikationen diagnostiziert. Treten aber Symptome auf, leiden die Betroffenen unter Herzrasen, Herzstolpern, teilweise auch Luftnot, Herzschmerzen, Angst und Beklemmungsgefühlen. Das Vorhofflimmern ist als Rhythmusstörung selbst nicht lebensbedrohlich, kann aber zu gravierenden Folgeschäden führen, insbesondere besteht ein deutlich erhöhtes Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. In den Vorhöfen - in denen das Blut nicht mehr richtig fließt - können sich Blutgerinnsel bilden, die dann mit dem Blutstrom fortgeschwemmt werden und beispielsweise in den Hirnarterien einen akuten Gefäßverschluss und einen Schlaganfall auslösen. Zwischen fünf und zehn Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern erleiden einen Schlaganfall."

Wichtig zu wissen ist, dass es eine Vielzahl von Erkrankungen gibt, die das Entstehen von Vorhofflimmern begünstigen. "Diese Rhythmusstörung tritt vor allem als Folge anderer Herzerkrankungen auf", so Dr. Küpper. "Neben Herzklappenfehlern, Herzinsuffizienz sind auch Durchblutungsstörungen des Herzens durch Verengung der Herzkranzgefäße, Herzinfarkt, Herzmuskelentzündungen oder ein unbehandelter Bluthochdruck zu nennen. Vorhofflimmern kann aber auch durch eine chronische Lungenerkrankung, bei einer Überfunktion der Schilddrüse, bei Diabetes mellitus, Übergewicht oder übermäßigen Alkoholgenuss entstehen."

Dem Flimmern ein Ende setzen

Besteht der Verdacht, dass ein Vorhofflimmern vorliegt, wird mittels Ruhe- und Langzeit EKG geklärt, wann und in welchen Situationen oder bei welchen Belastungen die Rhythmusstörung auftritt. Eine Herzechokardiographie gibt Aufschluss über Größe der Vorhöfe, Herz- und Herzklappentätigkeit. "In einigen Fällen ist es notwendig, eine elektrophysiologische Untersuchung mit einem Herzkatheter durchzuführen", erläutert Dr. Küpper. "Nach der Diagnostik ist es oberstes therapeutisches Ziel, das Vorhofflimmern zu regulieren, um einen Schlaganfall zu verhindern. Unter anderem werden Medikamente, so genannte Antikoagulantien verabreicht, um das Blut dünnflüssig zu halten und so die Gefahr der Blutgerinnselbildung zu reduzieren. Des Weiteren werden Antiarrhythmika, eingesetzt, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren. Bei Patienten, die unter einem anhaltendem Vorhofflimmern leiden, kann es notwendig sein, den normalen Herzrhythmus wieder durch einen Stromstoß, eine Kardioversion, zu normalisieren. Hierbei wird dem Patienten unter Vollnarkose ein kurzer elektrischer Schock verabreicht und damit die Herzfrequenz wieder in einen normalen Rhythmus gebracht. Ein Vorhofflimmern kann einmalig vorkommen oder wiederholt auf treten. Im Elisabeth-Krankenhaus werden mit viel Erfolg spezielle Herzschrittmacher zur Vorbeugung von erneuten Vorhofflimmern eingesetzt und Katheterablationen durchgeführt. Eine Katheterablation ist ein technisch raffinierter Eingriff, bei dem durch einen Katheter die Herzmuskelzellen, die falsche Impulse auslösen, sichtbar gemacht werden. Mittels Hochfrequenzstrom werden diese dann durchtrennt bzw. verödet. Eine sehr wirkungsvolle Methode, mit der Herzrhythmusstörungen dauerhaft beseitigt und geheilt werden können."

Ein Laie kann nicht erkennen, ob es sich bei seinem veränderten Herzschlag um eine gefährliche Herzrhythmusstörung handelt oder nicht. "Alle Veränderungen der Herzfrequenz sollten unbedingt durch einen Spezialisten abgeklärt werden", rät der Kardiologe aus Essen. "Des Weiteren müssen alle Krankheiten, die ein Vorhofflimmern begünstigen, konsequent und rechtzeitig behandelt werden. Letztendlich kann jeder selbst etwas tun und frühzeitig Faktoren ausschalten, die Rhythmusstörungen auslösen oder verstärken können, dazu gehören Rauchen, Alkohol, Koffein ebenso wie Schlafmangel und Stress."

Quelle: EKE

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