Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Am 1. Oktober ist Welt-Hepatitis-Tag

So können Sie sich schützen

24.09.2007

Eine Hepatitis - die Entzündung der Leber - kann verschiedene Ursachen haben: Zellschädigende Substanzen wie Alkohol oder in selteneren Fällen Medikamente können ebenso wie Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen auslösende Faktoren sein. Auch einige Bakterien sind in der Lage, eine Leberentzündung hervorzurufen. Am häufigsten wird eine Hepatitis jedoch durch Viren verursacht. Verantwortlich sind vor allem vier Viren, sie werden mit den Buchstaben A, B, C und D gekennzeichnet. Gegen diese Viren kann man sich schützen!

A wie Ausland

Wer seinen Urlaub häufig im Ausland verbringt, vorzugsweise in Südostasien, Mittel- und Südamerika, Afrika, im Mittelmeerraum oder in Russland, dem wird das Hepatitis A Virus (HAV) bereits durch seine Reisevorsorge bekannt sein. Hierzulande tritt die akute Leberentzündung vor allem als importierte Infektion nach Aufenthalten in Risikogebieten auf. Durch mit Fäkalien verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, beispielsweise Muscheln, gelangen die Viren in den Körper. Auch über eine so genannte Kontakt- oder Schmierinfektion fäkal-oral, d.h. über Hand und Mund, können die Viren aufgenommen werden. Der Krankheitsverlauf einer Hepatitis A ist extrem heftig und für den Betroffenen sehr unangenehm. Die gute Nachricht: Hepatitis A wird nicht chronisch und heilt meistens völlig aus. Der beste Schutz vor dieser Erkrankung ist eine Impfung. Der Impfschutz hält zehn Jahre, so dass auch der Auslandsurlaub in den folgenden Jahren sicher und gesund genossen werden kann.

Sex, Drugs and …

Anders verläuft die Ansteckung und Krankheit bei einer Infektion mit den Hepatitis B (HBV) oder C Viren (HCV). Während das Hepatitis C Virus sich überwiegend über direkten oder indirekten Kontakt mit Blut überträgt - Übertragungen beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder der Geburt sind selten, aber nicht ausgeschlossen - wird das Hepatitis B Virus sowohl durch Blut als auch durch andere Körperflüssigkeiten von infizierten Menschen übertragen. Bei etwa der Hälfte der Infektionen wird das B Virus durch Sexualkontakte weitergegeben. Der Austausch findet insbesondere über die Schleimhäute oder durch offene Wunden und kleine Hautverletzungen statt. Überträger können Sperma, weibliche Genital-Sekrete und Blut sein. Auch durch kleinste Speichelmengen, z.B. beim Küssen oder durch gemeinsamen Gebrauch von Zahnbürsten oder Rasierklingen, kann man sich mit den Viren infizieren. Außerdem können infizierte Schwangere ihr Kind während der Geburt mit HBV anstecken oder später beim Stillen durch die Muttermilch. Infektionen durch verunreinigte Nadeln bei Drogenabhängigen, unsaubere Instrumente, beispielsweise bei Nadelstichverletzungen, Maniküre, Akupunktur oder beim Tätowieren, Piercen und Ohrlochstechen sind sowohl mit dem HBV als auch mit dem HCV durch den Blutkontakt möglich. Die Infektionsgefahr durch Transfusionen mit Blut oder Blutprodukten ist durch die heute sehr strengen Kontrollen im Gesundheitswesen auf ein Minimum gesunken.

Müdigkeit und gelbe Augen

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Hepatitis B und Hepatitis C kann eine relativ lange Zeit von etwa einem bis zu sechs Monaten vergehen. Bei einem Großteil der Erkrankten verläuft die Infektion unbemerkt, sie verspüren nur wenige oder auch gar keine Symptome, da die Leber stumm bleibt und viele Warnsignale unspezifisch sind. Da die Betroffenen aber bis zu einer Ausheilung Virusträger sind, könnten andere unwissentlich angesteckt werden. Deshalb sollte jeder auf Veränderungen seines Körpers achten. Typische Symptome sind sowohl bei HBV als auch bei HCV Magen-Darm Beschwerden und eine verstärkte Müdigkeit. Die Betroffenen leiden zudem an Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Durchfällen. Zusätzlich treten bei der HBV-Infektion oft grippeähnliche Symptome wie Muskel- und Gelenkschmerzen und Fieber auf. Bei etwa der Hälfte der HBV-Erkrankten entwickelt sich ein so genannter Ikterus, eine Gelbfärbung der Augen und Haut. Mit dem Ikterus ist oftmals ein starker Juckreiz der Haut verbunden. Gleichzeitig ist der Stuhl entfärbt und der Urin zeigt eine braune Farbe. Es kann zu einer schmerzhaften Lebervergrößerung kommen und bei einigen Erkrankten ist auch eine Vergrößerung der Milz zu beobachten.

Infektion mit Folgen

Bei der Mehrzahl der Infizierten ist das Immunsystem in der Lage, das B oder C Virus erfolgreich zu eliminieren, und die Krankheit heilt ohne Behandlung innerhalb eines halben Jahres aus. Ist das körpereigene Abwehrsystem jedoch nicht imstande, das Virus zu bekämpfen, kann es zu einem chronischen Verlauf der Hepatitis kommen. Mit gravierenden Folgen. Das gesunde Gewebe der Leber wird zerstört und in funktionsunfähiges Bindegewebe umgewandelt. Man spricht dann von einer so genannten Leberzirrhose. Die Leber kann ihre Funktion als Stoffwechsel- und Entgiftungszentrale nicht mehr richtig wahrnehmen, und es entstehen irreversible Schäden. Außerdem ist das Risiko im fortgeschrittenen Stadium einer Zirrhose an einem Leberzellkarzinom zu erkranken extrem hoch. Die Spätfolgen der Hepatitis B und Hepatitis C gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen.

Übertragungsrisiken minimieren

Gegen das Hepatitis C Virus ist noch kein Impfstoff verfügbar, daher ist es umso wichtiger, prophylaktisch tätig zu werden, Übertragungsrisiken zu minimieren und sich so vor einer Infektion zu schützen. Die Beachtung der üblichen Hygiene ist sowohl bei Hepatitis B als auch bei C genauso wichtig, wie eine Vermeidung von Verletzungen und die getrennte Benutzung von Rasierern, Zahnbürsten, Nagelscheren oder ähnlichem. Es sollten stets Kondome benutzt werden. Eine Virus Übertragung über die intakte Haut oder über Speichel ist beim C Virus nicht bekannt. Personen, die in Kontakt mit Infizierten kommen, sollten besonders auf die Einhaltung der Hygienevorschriften, Desinfektion und Reinigung von Händen, Flächen und Gegenständen achten. Da bei der Hepatitis B das Virus neben Blut auch über andere Körperflüssigkeiten übertragen werden kann, gilt hier besondere Vorsicht. Auf sexuelle Kontakte muss ggf. - bis keine Ansteckungsgefahr mehr besteht - ganz verzichtet werden.

Trotz aller prophylaktischen Maßnahmen ist der beste Schutz vor einer Hepatitis B Virus Infektion immer noch die Impfung! Für einen ausreichenden Schutz gegen Hepatitis B sind drei Impfungen notwendig. Nach Abschluss des Impfzyklus sind über 90 Prozent der geimpften Personen vor einer Infektion geschützt. Die Impfung und alle prophylaktischen Maßnahmen gegen die HBV-Infektion schützen gleichzeitig auch vor einer vierten weltweit vorkommenden Viren Art, dem Hepatitis D Virus. Dieses Virus kann sich nur mit Hilfe des HBV Erbgutes vermehren. Das heißt, es kann sich nur anstecken, wer bereits mit HBV infiziert ist.

Quelle: Elisabeth Krankenhaus Essen

 

Top Themen

Top Links