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Tipps der Wiener Ärztekammer im Umgang mit dem Handy

So können Sie die negative Handystrahlung möglichst verringern.


16.12.2015

Bildquelle: Wiener Ärztekammer
Die Wiener Ärztekammer hat ihre "10 Medizinischen Handy-Regeln" angesichts aktueller technischer Entwicklungen jetzt in der bereits 6. Auflage adaptiert und ergänzt. Zur Vermeidung unnötiger Strahlung gilt beispielsweise ab sofort die Empfehlung, Handy-Apps zu reduzieren beziehungsweise zu deaktivieren.

Mit den Handy-Regeln, die auch den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gerecht werden, möchte die Wiener Ärztekammer die Bevölkerung aus medizinischer Sicht über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen informieren. So empfiehlt die Ärztekammer in der neuesten Auflage unter anderem, zu Hause und am Arbeitsplatz über das Festnetz zu telefonieren und dort über ein LAN-Kabel ins Internet einzusteigen. Diese Variante komme im Gegensatz zur Dauerbestrahlung via DECT-Schnurlostelefone, WLAN-Access-Points, Datensticks und LTE-Homebasis-Stationen ohne Strahlung aus und sei zudem schnell und datensicher.

Eine weitere Neuerung der Handyregeln betrifft die Strahlung durch den Hintergrunddatenverkehr von Apps. Die Empfehlung der Ärztekammer lautet daher, die Anzahl der Apps und die meist überflüssigen Hintergrunddienste des Smartphones zu minimieren beziehungsweise öfter zu deaktivieren. Zudem soll beim Kauf von Mobiltelefonen auf einen möglichst geringen SAR-Wert sowie einen externen Antennenanschluss geachtet werden. Der SAR-Wert ist ein Maß für die Absorption von elektromagnetischen Feldern.

Auch in Hinblick auf das herannahende Weihnachtsfest gewinnt das Thema an Brisanz. Smartphones gehören mittlerweile zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken für Kinder und Jugendliche. Piero Lercher, Referent für Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien, rät Eltern aber davon ab, vor allem jüngeren Kindern ein Handy zu schenken.

Hier die Ratschläge der Wiener Ärztekammer im Überblick:

  • Prinzipiell gilt: So wenig und so kurz wie möglich telefonieren - Festnetz verwenden oder SMS schreiben. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten Handys nur für den Notfall mitführen.

  • "Der Abstand ist dein Freund" - das Handy während des Gesprächsaufbaus von Kopf und Körper fernhalten beziehungsweise auf den in der Bedienungsanleitung vom Hersteller empfohlenen Abstand achten. Nutzen Sie die eingebaute Freisprecheinrichtung oder ein Headset.

  • Bei Verwendung von Headsets oder integrierter Freisprecheinrichtung Handys nicht unmittelbar am Körper positionieren - besondere Vorsicht gilt hier für Schwangere. Bei Männern sind Handys in der Hosentasche ein Risiko für die Fruchtbarkeit. Personen mit elektronischen Implantaten (Herzschrittmacher, Insulinpumpen etc.) müssen auf Abstand achten. Wenn nicht anders möglich: äußere Rocktasche, Rucksack oder Handtasche verwenden.

  • Nicht in Fahrzeugen (Auto, Bus, Bahn) telefonieren - ohne Außenantenne ist die Strahlung im Fahrzeug höher. Zudem wird man abgelenkt und man belästigt in öffentlichen Verkehrsmitteln die Mitreisenden.

  • Während des Autolenkens herrscht absolutes SMS- und Internetworking-Verbot - die Ablenkung führt zur Selbstgefährdung und zur Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer.

  • Zu Hause und am Arbeitsplatz über das Festnetz telefonieren - Internetzugang über LAN-Kabel (zum Beispiel via ADSL, VDSL, Glasfaser) strahlt nicht, ist schnell und datensicher. Dauerstrahlende DECT-Schnurlostelefone, WLAN-Access-Points, Datensticks und LTE-Homebasis-Stationen (Box, Cube etc.) sollten vermieden werden.

  • Gehen Sie öfter offline oder verwenden Sie den Flugmodus - für Funktionen wie zum Beispiel Musikhören, Kamera, Wecker, Taschenrechner oder Offlinespiele ist nicht immer eine Internetverbindung notwendig.

  • Weniger Apps bedeutet weniger Strahlung - minimieren Sie die Anzahl der Apps und deaktivieren sie die meist überflüssigen Hintergrunddienste Ihres Smartphones. Das Deaktivieren von "Mobile Dienste" / "Datennetzmodus" macht aus dem Smartphone wieder ein Handy. Sie sind weiterhin erreichbar, vermeiden aber viel unnötige Strahlung durch Hintergrunddatenverkehr.

  • Vermeiden Sie das Handytelefonieren an Orten mit schlechtem Empfang (Keller, Aufzug etc.) - in solchen Situationen steigert das Handy die Sendeleistung. Verwenden Sie bei schlechter Empfangsqualität ein Headset oder die Freisprecheinrichtung.

  • Beim Kauf von Handys auf einen möglichst geringen SAR-Wert sowie einen externen Antennenanschluss achten.

Quelle: ots

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