Herzlich Willkommen!
Schön, dass Sie die neue Webheimat besuchen!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Was eine Veränderung der Handschrift bedeuten kann

Krankheiten, Unverträglichkeiten oder Vergiftungen hinterlassen Spuren im Handschriftenbild

08.05.2008

Hat sich die eigene Handschrift erst einmal ausgeprägt, so bleiben ihre typischen Merkmale über Jahrzehnte konstant. Selbst bei Menschen, die nach einem Unfall plötzlich mit dem Fuß oder dem Mund schreiben müssen, ändert sich der individuelle Schreibstil in den meisten Fällen nicht. Dass die Handschrift in ihrer Unverwechselbarkeit einem Fingerabdruck gleicht, beweist der Einsatz von Schriftgutachten vor Gericht.

Krankhafte Veränderungen der Handschrift werden zwar seit einem Jahrhundert international beschrieben und untersucht, aber in der Praxis nur relativ selten erfasst. Wenn sie jedoch auffällig werden, können sie - genau wie andere Leitsymptome, zum Beispiel Fieber oder Schwindel - vom Arzt zum Anlass genommen werden, die Ursache zu ermitteln.

"Schreibstörungen können aber auch völlig harmloser Natur sein oder rasch wieder verschwinden", erklärt Professor Reinhard Ludewig, Autor des international renommierten Standardwerkes "Akute Vergiftungen und Arzneimittelüberdosierungen". Der Allgemeinmediziner und Hochschullehrer für Klinische Pharmakologie und Toxikologie hat sich über ein Jahrzehnt dafür eingesetzt, dass die medizinische und psychologische Interpretation von Handschriftveränderungen schon in das Studium und später in die ärztliche Fortbildung einbezogen wird. Die Leipziger Universität war im Jahr 1993 weltweit die erste, die seither einen interdisziplinären Lehrauftrag für "Medizinische Graphologie und Schriftpsychologie" mit ihren wissenschaftlichen Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten erteilt.

Der hohe praktische Nutzen dieser Disziplin wird oft verkannt: Zahlreiche Erkrankungen des Nervensystems und psychische Störungen könnten mitunter wesentlich früher behandelt werden, wenn auffällige Veränderungen der Handschrift beachtet würden. Auch Vergiftungen und Unverträglichkeiten, verursacht von Drogen, Arzneimitteln, Umwelt- oder Genussgiften, manifestieren sich oft frühzeitig in Schriftbildveränderungen.

Professor Ludewig nennt eine einfache Methode der wiederholten Selbstkontrolle: "Zeichnen Sie einen Kreis, eventuell auch mit der schreibungeübten Hand. Ein Tremor, der für mehrere Krankheiten und Vergiftungen typisch ist, kann sich schon frühzeitig durch zittrige Wellenlinien bemerkbar machen. Bei der bedrohlicheren Ataxie ist ein Schließen des Kreises nicht möglich, weil die Linienführung überschießt oder nicht in der beabsichtigten Richtung verläuft." 

Ungewohnt häufige Verschreibungen, Buchstaben- oder Wortauslassungen oder auch -wiederholungen bis zum Zerfall der Schrift können Ausdruck einer Schädigung des Nervensystems sein. Diese und diffizilere Handschriftveränderungen können den Arzt veranlassen, durch eingehendere Untersuchungen rechtzeitig die Ursache der Störung zu ermitteln und gegebenenfalls in die Beurteilung des Verlaufs und des Behandlungseffektes einzubeziehen.        

Eines der bekanntesten Beispiele für eine pathologische Schriftveränderung ist das immer kleiner werdende Schriftbild, das mitunter schon sehr frühzeitig auf die Parkinsonsche Krankheit oder die Nebenwirkung eines Neuroleptikums hinweisen kann. Die gut sicht- und messbare Normalisierung der Handschrift ergänzt eindrucksvoll die Dokumentation des Behandlungserfolgs.

Quelle: dgk

Persönlicher Bereich:
 
 
Hinweis zur Nutzung von Cookies: Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. ganzen Hinweis lesen...
Mehr erfahren...