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Haarmineralanalyse : Konsument rät "Hände weg!"

Mangelhafte Analysen. Therapieempfehlungen mehr schädlich als nützlich.

26.02.2009

Die Haarmineralanalyse (HMA) wird gerne als Untersuchungsmethode verkauft, die zuverlässig eine Unterversorgung des Körpers mit Mineralstoffen und Spurenelementen sowie Schadstoffbelastungen nachweist. "Konsument" hat getestet, inwieweit das Verfahren tatsächlich als Untersuchungsmethode geeignet ist. Fünf Anbieter, darunter drei Apotheken, ein Institut für Mineralmedizin und ein Haarsalon, wurden unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Haarmineralanalyse ist als allgemeine Untersuchungsmethode nicht zu empfehlen. Mehr noch: Viele der auf der Analyse basierenden Therapieempfehlungen erwiesen sich mehr schädlich als nützlich - und als teuer.

Die Haarmineralanalyse wird zwar zum Nachweis von Drogenkonsum standardmäßig eingesetzt. Allgemeine Rückschlüsse auf den Ernährungs- und Gesundheitszustand sind aber umstritten. Zwei gesunde Testpersonen ließen ihre Haarproben von fünf Anbietern untersuchen. Zur Kontrolle wurde zeitnah zur Haarentnahme eine Blutuntersuchung in einem zertifizierten Labor vorgenommen. Die Ergebnisse sind in vielerlei Hinsicht haarsträubend, einmal ganz abgesehen von Wartezeiten von bis zu zwölf Wochen und Kosten - alleine der HMA noch ohne empfohlene Nahrungsergänzungsmittel - von bis zu 150 Euro.

Bereits die von den Anbietern genannten Normalwerte zu verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen sind teils sehr unterschiedlich (sogar bis zu 300 Prozent) und lassen Zweifel an der Seriosität der Analyse aufkommen - ebenso wie die teils drastisch unterschiedlichen Ergebnisse der Anbieter zu ein und der selben Testperson. Bei der ersten Testperson kam etwa eine der getesteten Apotheken auf einen sechs Mal höheren Bleiwert als das Institut für Mineralmedizin.

Doch auch bei den auf der HMA basierenden Therapieempfehlungen stehen den Testern die Haare zu Berge. "Konsument"-Gesundheitsexpertin Bärbel Klepp: "Die Empfehlungen sind aus unserer Sicht oft nicht nachvollziehbar. So wurde unter anderem einer Testperson von mehreren Anbietern trotz hohen Selenspiegels ein selenhaltiges Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Der Haarsalon riet wiederum - trotz Analyse und anfänglich individuellen Empfehlungen - dann offenkundig standardmäßig zu Vitaminpräparaten "von der Stange". Das führt nicht nur die Haaranalyse ad absurdum, die empfohlenen Präparate sind zudem oft von zweifelhaftem Nutzen."

Mehr noch, die Empfehlungen erwiesen sich zum Teil sogar als gesundheitsgefährdend: Eine der Apotheken riet zu Nahrungsergänzungsmitteln, mit denen allein die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegte tägliche Obergrenze für Kalzium um mehr als das Vierfache, bei Magnesium fast um das Doppelte und bei Zink um mehr als das Dreifache überschritten würde. Klepp: "Das und zahlreiche weitere Ungereimtheiten lassen nur einen Schluss zu: Die Haarmineralanalyse ist als allgemeine Untersuchungsmethode nicht empfehlenswert, teuer und die darauf aufbauenden Therapieempfehlungen zum Teil gesundheitlich bedenklich. Also Hände weg davon und im Fall von chronischer Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Unwohlsein den Arzt aufsuchen."

Alle Infos zu diesem Test gibt es ab sofort online auf www.konsument.at und in der März-Ausgabe von "Konsument".

Quelle: VKI

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