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Grönemeyer beklagt Zeitmangel von Ärzten

Der prominente Mediziner über Rückenschmerzen, Fehldiagnosen, Entspannung und Kostensenkungen

29.11.2005

Dietrich Grönemeyer, bekannter Arzt und Verfechter einer schonenden Medizin, beklagt bei seinem Berufsstand allzu großen Zeitdruck und mangelnde Sensibilität. "Seelsorge und Barmherzigkeit sind ein Teil der Medizin, der verloren gegangen ist", sagt der 53-Jährige in einem Interview mit dem Magazin Reader’s Digest Deutschland (Dezember-Ausgabe) und fügt hinzu: "Man behandelt eigentlich nur noch gegen Bezahlung, aber nicht im Interesse des Einzelnen mit dem, was ihm gerade nützt."

Seit Jahren gilt Grönemeyer, dessen Bruder Herbert zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Musikern gehört, als Querdenker unter den Ärzten. Das zeigt sich bereits an Äußerlichkeiten. Sein Institut für Mikrotherapie ist nicht wie ein gewöhnlicher Medizinbetrieb eingerichtet, stattdessen hängen sogar in den Behandlungsräumen farbenfrohe Bilder. Auch im Praxisalltag wendet er unkonventionelle Maßnahmen an. Beispiel Rückenschmerzen. Sein einfacher Rat: "Die Haltung ändern." Viele Menschen würden falsch sitzen, ob in der Schule oder daheim vor dem Computer. Umso wichtiger sei die Bewegung.

Grönemeyer selbst macht das vor, in dem er sein Telefon an die andere Seite des Schreibtischs stellt. "Ich muss mich also entweder strecken oder um den Tisch gehen, um es zu erreichen." Überhaupt setzt der Mann aus dem Ruhrgebiet auf den Faktor Bewegung. Sein Ratschlag: Lieber die Treppe als den Fahrstuhl nehmen. Viele Rückenschmerzen seien heutzutage zudem psychisch bedingt. "Durch die Kopplung von Gehirn und Körper übertragen sich emotionale Verspannungen auf die Muskulatur."

Aus der Sicht des wortgewaltigen Mediziners ist die richtige Form des Sports deshalb so wichtig. Sein Appell: Zuerst entspannen, dann anspannen. "Das wird immer wieder falsch gemacht." Erst einmal müsse die Muskulatur locker und vorgewärmt werden, bevor das Training beginnt. In diesem Zusammenhang kritisiert er oftmals falsche Diagnosen seiner Berufskollegen: "Das große Dilemma in der Medizin ist, dass Rückenschmerz immer wieder mit Bandscheibenvorfall verwechselt wird."

Viele Ärzte hätten zwar ein Röntgengerät, aber würden keinen Kernspintomografen besitzen. Die Folge: Wenn geröntgt wird, sei die Bandscheibe zwar nicht zu sehen, dennoch würden viele den Schmerz als Symptom der Bandscheibe interpretieren. "So kommt der Patient häufig aus der chronischen Behandlung nicht heraus", kritisiert Grönemeyer. Der Lehrstuhl­inhaber für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke fordert deshalb eine bessere Zusammenarbeit der Ärzte: "Jede Fachdisziplin arbeitet isoliert und respektiert viel zu wenig das Know-how der anderen."

Hinzu kommt der Faktor Zeit für den Patienten. "Es geht doch nicht, dass in Krankenhäusern ein Stationsarzt, zwei ausgebildete Schwestern und zwei Springer eine Station mit 40 Patienten betreuen. Da hat man einfach zu wenig Zeit." Gerade der gezielte Einsatz von medizinischer Technik schaffe den Freiraum, um sich verstärkt den Patienten widmen zu können, wirbt Grönemeyer und fordert deshalb von der Ärzteschaft eine neue Diskussion über Inhalte und Kosten: "Ich glaube, dass wir in Teilen des Systems weniger ausgeben könnten." Er selbst hat seinen Teil zu einer Vereinfachung des Systems jetzt beigetragen.

In seinem neuen Kinderbuch "Der kleine Medicus" gibt Grönemeyer zahlreiche Tipps, wie man mit Hausmitteln Schmerz, Übelkeit oder Durchfall behandeln kann, ohne deshalb gleich zum Arzt gehen zu müssen.

Quelle: Reader’s Digest

Ausführliche Informationen zum Thema Rücken und Rückenschmerzen finden Sie auf den folgenden Seiten ...

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