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Gicht - eine unterschätzte Krankheit

Neben der Zuckerkrankheit eine gefährliche Volkskrankheit

05.05.2006

Gicht ist eine ausgesprochene Wohlstandserkrankung, die auf falschen Ernährungs- und Trinkgewohnheiten basiert und deren Verlauf durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung Einhalt geboten werden kann, gibt die Diplom Ernährungswissenschaftlerin Bettina Geier von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen bekannt.

Seit der Antike gilt die Stoffwechselerkrankung als Krankheit der Reichen und Wohlhabenden, denn ihnen stand üppiges, fettes, fleischreiches Essen und Alkohol in großen Mengen zur Verfügung. Über die Maßen genossen, fördert dies bei entsprechender Veranlagung die Erhöhung der Harnsäurewerte (Hyperurikämie), was in der Folge zur Gichterkrankung und den leidvollen Super-Gau Gichtanfall führen kann. Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels, der im Zuge einer Gichterkrankung gestört ist. Die Harnsäurezufuhr und Harnsäureausscheidung sind nicht mehr im Gleichgewicht, wodurch es zu Ablagerungen der nadelscharfen Harnsäurekristalle (Urate) und infolge dessen zu krankhaften Organveränderungen kommt. In Deutschland weisen derzeit 19 Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen zu hohe Harnsäurewerte auf. Die genetische Neigung zu einem erhöhten Harnsäurespiegel ist häufige Voraussetzung für die Erkrankung. Hierbei scheiden die Nieren die im Körper gebildete Harnsäure nicht in ausreichender Menge aus oder bilden diese vermehrt, so dass ihre Konzentration im Blut ansteigt. Sobald das Harnsäurelevel die Löslichkeitsgrenze überschritten hat, kristallisiert diese im Körper an den hierfür begünstigten Stellen wie den Gelenkknorpeln, Sehnen und Knochen, bevorzugt an den Zehen-, Fuß- und Beingelenken, aus.

Neben der erblichen Vorbelastung ist jedoch dem Ess- und Trinkverhalten die Hauptbedeutung für die Gichtentstehung beizumessen, denn missbräuchlicher Umgang mit Alkohol, sowie Fehl- und Überernährung, treiben die Harnsäurewerte in die Höhe. Normalerweise liegt der Harnsäurewert bei 2 bis 7 Milligramm bei Männern beziehungsweise bis 6 Milligramm bei Frauen pro Deziliter Blut. Ab einem Harnsäurewert von 9 Milligramm pro Deziliter kann es zu einem Gichtanfall kommen. Zur Behandlung eines chronisch überhöhten Harnsäurespiegels, ist eine dauerhafte Senkung notwendig.

Schmerzhafte Folgen bei fehlender Behandlung einer chronischen Hyperurikämie sind Gelenkschäden, Nierensteine mit Nierenkoliken und Nierenschäden sowie Gichtknoten und Bluthochdruck. Medikamente wie Urikosurika können zwar eine Senkung der Serumharnsäurewerte bewirken, jedoch sollten als Therapiegrundlage immer erst alle Möglichkeiten einer purinarmen Diät voll ausgeschöpft werden. Liegt die Hyperurikämie noch unter 8 Milligramm pro Deziliter ist eine alleinige Umstellung des Ernährungsverhaltens ausreichend. Eine Ernährungstherapie bewirkt, dass mehr Harnstoffe ausgeschieden und weniger kristalline Harnsäureablagerungen und Urate gebildet werden. Sobald ein Betroffener die Purinzufuhr durch die Nahrung herunter schraubt, zeigt sich im Blut eine Senkung der Harnsäurewerte.

Ärzte und Ernährungmediziner wissen, dass sich nahezu jeder wiederholte Gichtanfall durch eine nachhaltige Ernährungsumstellung verhindern ließe. Die Zufuhr sollte auf 2.000 bis 3.000 Milligramm Purine in der Woche beziehungsweise 300 bis 500 Milligramm pro Tag limitiert sein. Je nach Schwere der Erkrankung ist ein Verzicht auf besonders purinreiche Nahrungsmittel wie Innereien, Sardinen, Heringe, Fleischextrakte und Alkohol sowie purinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst, Geflügel, Fisch und Hülsenfrüchte angeraten. Bevorzugt werden sollten hingegen purinarme Lebensmittel wie Milch, Milchprodukte, Eier, Kartoffeln, die meisten Gemüsesorten und Vollkornprodukte. Hierbei hat sich eine ovo-lacto-vegetabile Vollkost, also eine pflanzliche Kost mit Ei- und Milchprodukten als sinnvollste Ernährungsform gezeigt, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Bettina Geier.

Weitere Informationen zu einer gesundheitsförderlichen Ernährungsweise sind unter www.ernaehrungsmed.de erhältlich.

Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.

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