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Getrennte Schlafzimmer für eine bessere Nachtruhe ?

Subjektives Empfinden sollte den Ausschlag geben

10.09.2009


Um der Gesundheit Willen sollten sich Pärchen überlegen, doch in getrennten Schlafzimmern zu schlafen. Zu dieser Erkenntnis kommt der britische Schlafforscher Neil Stanley von der University of Surrey beim British Science Festival, das derzeit über die Bühne geht. Gründe für die getrennte Übernachtung sieht der Experte vor allem darin, dass sich Partner häufig beim Schlafen stören. Der deutsche Schlafforscher Jürgen Zulley vom Bezirksklinikum Regensburg argumentiert jedoch, dass es auf das subjektive Empfinden ankomme und dieses ausschlaggebend für einen guten Schlaf sei.

"Natürlich kommt es auch auf den Stand der Beziehung an", argumentiert Zulley. "Es mag sein, dass es objektiv besser ist, in getrennten Schlafzimmern zu übernachten. Das hängt aber tatsächlich davon ab, wie sehr ein Partner den anderen beim Schlafen stört", meint der Experte, der sich seit mehr als 35 Jahren mit dem Thema Schlaf beschäftigt. Der klassische Fall, der bei der Partnerin zu Schlafstörung führe sei das Schnarchen. "Nur dann, wenn ein Partner den anderen massiv stört, sollte man die Konsequenz ziehen und in getrennten Schlafzimmern übernachten", so Zulley. Auch wenn es objektiv besser sei, getrennt zu schlafen, spiele das subjektive Empfinden die deutlich wichtigere Rolle.

Stanley hat beim Science Festival Zahlen vorgebracht, wonach britische Studien deutlich gezeigt hätten, dass Paare 50 Prozent mehr Schlafstörungen haben, wenn sie gemeinsam in einem Bett übernachten. Stanley beruft sich zudem auf die historische Entwicklung: "Gemeinsame Schlafzimmer gibt es erst seit der industriellen Revolution. In der vorviktorianischen Zeit war es nicht unüblich in getrennten Schlafzimmern zu schlafen. Wenn ein Paar perfekt und ungestört in einem Bett schlafen kann, sollte es das auch weiterhin tun. Man sollte jedoch keine Angst davor haben, diese Gewohnheit zu ändern, wenn man keinen ruhigen Schlaf findet", so Stanley. Schlafstörungen gehören nach Angaben des Forschers zu den zunehmenden Problemen. "Schlechter Schlaf führt zu Depressionen, Herzerkrankungen, Schlaganfällen, Lungenkrankheiten und zu Unfällen im Straßenverkehr aber auch am Arbeitsplatz."

Schlafstörungen nehmen auch unter jüngeren Menschen stark zu, bestätigt Zulley. Neben den zunehmenden existenziellen Sorgen, die auch junge Menschen betreffen, sorge auch die Reizüberflutung für solche Störungen. "Schlechte Entspannung verlangt aber noch höhere Reizflut. Man kommt immer schlechter zur Ruhe", erklärt der Forscher, der auch kritisiert, dass die westlich-industrialisierte Gesellschaft Schlaf ablehnend gegenübersteht, weil sie darin eine mangelnde Arbeitsleistung sieht. "Tagschlaf ist verpönt. Man muss nachts kompakt durchschlafen, um tagsüber kompakt wach zu sein. Das schafft zusätzlichen Druck", so Zulley.

Quelle: pte

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