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Zöliakie: Unverträglichkeit des Getreide-Eiweiß Gluten

Durch Ernährungsumstellung kann man beschwerdefrei werden

11.10.2007

Hafer, Weizen, Dinkel, Gerste oder Roggen führen bei manchen Menschen zu Beschwerden. Nicht selten diagnostiziert der Arzt dann eine Zöliakie: Der Körper verträgt das Getreide-Eiweiß Gluten nicht. Wie der "Ratgeber aus Ihrer Apotheke" in der Ausgabe 11/2007 berichtet, verschwinden die Beschwerden mit einer Ernährungsumstellung.

In Japan und China, wo die Ernährung größtenteils aus Reis, Gemüse und Sojaprodukten besteht, ist die Erkrankung so gut wie unbekannt. Bei uns leidet dagegen im Schnitt jeder Tausendste unter einer akuten Zöliakie, auch Sprue genannt. Eine deutlich größere Anzahl von Menschen hat untypische oder gar keine Symptome und weiß nichts von der Erkrankung. Sie kann auch erst in späteren Lebensjahren ausbrechen und verläuft chronisch.

Den Betroffenen beschert sie ständige Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen, weil der im Getreide enthaltene Kleber Gluten Entzündungen der Darmschleimhaut verursacht. Dadurch können die Nahrungsmittel nicht ausreichend verarbeitet werden. Es kommt zu Vitamin- und Eiweißmangelerscheinungen, Gewichtsverlust und Blutarmut, die mit ständiger Müdigkeit und Antriebsarmut einhergehen. Bei Kindern führt die gestörte Darmfunktion zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen.

Allergieähnliche Reaktionen

Die erbliche Veranlagung spielt bei der Zöliakie eine wichtige Rolle, aber auch das Immunsystem und Umweltfaktoren beeinflussen das Entstehen. Die Zusammenhänge sind noch nicht vollständig geklärt. Offenbar ruft das Gluten im Getreide eine allergieähnliche Reaktion hervor: Das fehlgeleitete Immunsystem produziert daraufhin Antikörper, die bestimmte Eiweißverbindungen angreifen und dabei die Schleimhaut des Dünndarms zerstören. Das hat ernste Folgen, denn der Dünndarm zerlegt die Nahrung in ihre Bestandteile. Über die Falten (Zotten) des Dünndarms gelangen die Nährstoffe in den Körper. Durch die entzündlichen Prozesse in der Darmschleimhaut bilden sich die Zotten allmählich zurück, und die Oberfläche des Darms wird immer kleiner. Die Folge sind Mangelerscheinungen trotz normaler Ernährung. Die Zöliakie lässt sich durch eine Darmspiegelung wie auch durch bestimmte Antikörper im Blut eindeutig nachweisen.

Ohne Medikamente beschwerdenfrei

Die schlechte Nachricht zuerst: Zöliakie ist nicht heilbar. Bleibt sie lange unbehandelt, können die chronischen Entzündungen Darmkrebs verursachen. Die gute Nachricht: Medikamente sind zur Behandlung nicht notwendig. Durch eine Umstellung auf glutenfreie Nahrungsmittel verschwinden die Beschwerden bald vollständig. Das erfordert allerdings von den Betroffenen ein gründliches Umlernen: In welchen Nahrungsmitteln ist Gluten enthalten, welche sind glutenfrei?

Die Bilanz wirkt zunächst erschreckend: Brot, Kuchen, Pizza, Nudeln, viele Soßen und Suppen, Fertiggerichte und sogar Würzmischungen werden mit glutenhaltigen Getreidesorten oder Getreidestärke hergestellt, übrigens auch Bier. Was bleibt da noch übrig? Obendrein muss man pingelig sein, denn selbst winzige Mengen von Gluten lösen bereits die allergie-ähnlichen Reaktionen aus. Wer pfuscht, bekommt sofort die Quittung. Das bedeutet: im Supermarkt genau die Zutatenliste der Lebensmittel prüfen. Zu Hause streng darauf achten, dass für glutenfreies Brot ein anderes Messer und eine andere Aufbewahrung benutzt wird als für die glutenhaltigen Lebensmittel der anderen Familienangehörigen.

Schlemmen weiterhin möglich

Wer einmal den Bogen raus hat, welche Lebensmittel glutenfrei sind, kann mit ihnen wunderbar kochen und backen. Brot, Brötchen, Nudeln, Pizza, Kuchen und Torten lassen sich auch mit Reismehl, Mais- oder Kartoffelmehl und glutenfreien Getreidesorten wie Ammranth, Buchweizen, Hirse und Quinoa herstellen. Bei Kuchen und Torten kommen gemahlene Haselnüsse und Mandeln verstärkt zum Einsatz. Spezialitäten aus südlichen Ländern wie Polenta-, Reis- und Hirsegerichte bereichern den Speisezettel noch um exotische Noten. Und leckere Soßen haben gute Köche schon immer ohne die berühmtberüchtigte Mehlschwitze angefertigt. Wer nicht alles selber machen will, kann Brot, Teigwaren und Backmischungen auch im Reformhaus oder bei speziellen Herstellern besorgen. Und selbst auf Restaurantbesuche muss niemand verzichten, der einen kritischen Blick auf die Speisekarte wirft und im Zweifelsfall beim Koch nachfragen lässt.


Vorsicht: Gluten!
Gluten ist ein gutes Bindemittel und Trägerstoff für Aromen. Deswegen versteckt es sich in vielen Lebensmitteln wie:

  • gebundenen Soßen
  • Suppen
  • Fertiggerichten
  • Pudding

und kann auch enthalten sein in:

  • Pommes Frites, Kroketten, Kartoffelpuffer
  • Wurst und Würstchen
  • Frischkäse mit Kräutern
  • Eis, Milchprodukten mit Frucht
  • Nuss-Nougat-Cremes
  • fettreduzierten Produkten
  • Ketchup, Senf, auch Gewürzmischungen
  • Schokolade


Quelle: dgk

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