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Zuckergehalt in Getränken

Wie viel Zucker ist zu viel?


06.09.2010

Vorsicht, kräftig gezuckert und kalorienreich! Das gilt vor allem für Limonaden, Eistees, aber auch Wellness-Wässer. In kalorienärmeren oder Light-Getränken ist zwar weniger oder auch gar kein Zucker drinnen. Aber dafür enthalten sie zusätzlich mehrere künstliche Süßstoffe, manchmal sogar nur Süßstoffe. So entspricht der Zuckergehalt in Limonaden bis zu 33 Stück Würfelzucker pro Liter, in künstlich gesüßten Limonaden bis zu 12 Stück. Das zeigt ein AK Stichproben-Test bei 76 Limonaden, Eistees und Wellness-Wässern.

Der Zuckergehalt in Limonaden ohne künstliche Süßstoffe entspricht 16 bis 33 Stück Würfelzucker pro Liter. Der Zuckeranteil in Eistees kann 15 bis 23 Würfelzuckerstücken je Liter entsprechen. Wellness-Wässer kommen auf sieben bis 16 Stück je Liter. Nach der AK Ernährungsampel haben Produkte mit über 75 Gramm Zucker pro Liter (rund 22 Stück Würfelzucker) einen hohen Zuckeranteil. Als mittlerer Zuckergehalt gelten 25 bis 75 Gramm pro Liter (acht bis 21 Stück Würfelzucker), ein niedriger Gehalt wäre unter 25 Gramm pro Liter (null bis sieben Stück Würfelzucker).

Auch bei den Getränken mit künstlichen Süßstoffen (oft als kalorienarm, light beworben), ist zusätzlich zu den künstlichen Süßstoffen häufig auch Zucker drinnen. Oft besteht das Süße in den Drinks allerdings nur aus Süßstoffen. Der Zuckeranteil in künstlich gesüßten Limonaden kann je nach Produkt null bis zu 12 Stück Würfelzucker betragen, in Eistees bis zu 13 Stück Würfelzucker je Liter, und bei den künstlich gesüßten Wellness-Drinks liegt der Zuckergehalt zum Beispiel bei drei Stück.

Wie süß sind Erfrischungsgetränke? Einige Beispiele:

Getränk
Zuckergehalt entspricht
XX Stück Würfelzucker/Liter
Süßstoff



Erfrischungsgetränke


Freeway Real Bitter Lemon
33
nein
Coca Cola
29
nein
Almdudler zuckerfrei
0
Asp, Ace, Cycl
Coca Cola zero
0
Asp, Ace, Cycl



Eistees


Clever Eistee Pfirsich
23
nein
S Budget Eistee Pfirsich
22
nein
Rauch Native Ginko Green Tea
13
Ace, Asp



Wellness-Wässer


Vöslauer Biolimo Himbeere
16
nein
Römerquelle Emotion Apfel Ribisel
10
nein
Well+Active Light Birne/Kaktusfeige
3
Asp, Ace


"Zucker sollte nicht übermäßig verzehrt werden, gerade Erfrischungsgetränke tragen häufig unbemerkt deutlich dazu bei", rät KonsumentInnenschützer Heinz Schöffl zur Vorsicht. Zwischen 15 und 18 Stück Würfelzucker, je nach Geschlecht - das ist umgerechnet der Tagesbedarf an Zucker, den die WHO empfiehlt. "Bei vielen der untersuchten Erfrischungsgetränken findet man diese Anzahl bereits in einem halben Liter. Bedenken sollte man auch, dass man Zucker nicht nur in Getränken zu sich nimmt", so Schöffl. Vorsicht geboten ist auch bei "Light-Getränken", denn auch sie können Zucker beinhalten, da bei ihnen der süße Geschmack beispielsweise aus dem fruchteigenen Zucker kommen kann. "Die besten Durstlöscher sind und bleiben Leitungswasser, Mineralwasser und ungesüßte Tees."

"Auch künstliche Süßstoffe sind mit Vorsicht zu genießen, denn Konsumenten und Konsumentinnen sollten nicht allzu viel davon zu sich nehmen", sagt Schöffl, "vor allem bei Kindern heißt es aufpassen." Wenn etwa ein Kind mit 20 Kilogramm einen Liter Limonade mit dem zulässigen Höchstgehalt an Saccharin trinkt, ist die maximale tägliche Aufnahme an Saccharin erreicht. Bei Acesulfam würde schon ein halber Liter reichen. Die meist verwendeten künstlichen Süßstoffe sind Cyclamat E 952, Acesulfam E 950, Saccharin E 954, Aspartam E 951. Eine Erhebung der AK zum Süßstoffgehalt in Erfrischungsgetränken zeigt, dass die enthaltenen Süßstoffmengen zwar meist nicht an die zulässigen Höchstwerte herankamen. "Konsumenten sollten allerdings beachten, dass künstliche Süßstoffe auch in sehr vielen anderen kalorienreduzierten Produkten ebenfalls enthalten sind", sagt Schöffl.

Limonaden, Eistees und Wellness-Wässer in der klassischen Variante enthalten keine künstlichen Süßstoffe. Der süße Geschmack kommt vom Zucker, der aus zugesetztem Rübenzucker, Glukose, Fructose, Invertzuckersirup oder auch aus dem fruchteigenen Zucker stammen kann.

Achtung bei Light- oder kalorienarmen Getränken: Werden etwa Getränke als "ohne Zuckerzusatz" beworben, heißt das noch lange nicht, dass sie zuckerfrei sind. Es bedeutet lediglich, dass kein extra Zucker zugesetzt ist. Der Zuckeranteil rührt aus Fruchtsaftanteilen her. "Auch Light-Getränke können noch deutlich zuckerhältig sein", sagt Schöffl.

Auffallend war auch, dass bei kalorienarmen Wellness-Wässern überwiegend Fructose als Zuckerquelle verwendet wird. Hingegen wird in der Zutatenliste bei normalen Limonaden und Eistees Zucker angegeben. "Fructose klingt für Konsumenten gesünder, tatsächlich besteht aber in Hinblick auf den Kaloriengehalt kein Unterschied zwischen Fructose und anderen Zuckern", erklärt Schöffl.

AK Wien, ots

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