Herzlich Willkommen!
Schön, dass Sie die neue Webheimat besuchen!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Gesundheitstests für Zuhause : Sinnvoll oder nicht?

Was bringt die Diagnose im Wohnzimmer?

14.12.2006

Ob Allergietest, Test zur Früherkennung von Krebs, Diabetes und Nierenschäden oder auch ein Speicheltest: Alles das gibt es mittlerweile im Internet oder in der Apotheke, ohne lange Wartezeit beim Arzt. Gesundheitstests für den Hausgebrauch werden immer beliebter. Doch wie verlässlich und sinnvoll sind diese Tests wirklich?

Nicht jeder Selbsttest, den man kaufen kann, ist uneingeschränkt empfehlenswert. Viele sind umstritten, etwa weil der Rückschluss vom Messergebnis auf eine Krankheit schwer fällt. Ein Selbsttest kann durch Irritationen oder unsachgemäße Anwendung ein positives Ergebnis zeigen, obwohl in Wirklichkeit gar kein Anlass zur Sorge besteht. Dies kann große Unsicherheit beim Patienten hervorrufen, etwa die Vorstellung, eine schwere Krankheit zu haben. Einige Tests erfordern eine äußerst genaue Durchführung, wobei die Anwendungsvorschriften nicht immer einfach sind.

  • Tests zur Früherkennung von Darmkrebs und anderen Darmerkrankungen reagieren in der Regel auf Blut im Stuhl. Hier ist präzises Vorgehen beim Testen sehr wichtig. Aber Blut im Stuhl, das sich auch in kleinen Mengen mit einem Teststreifen zu Hause nachweisen lässt, ist noch lange kein Indiz für fortgeschrittenen Darmkrebs. Vielmehr kommt es beispielsweise bei blutenden Hämorrhoiden zum gleichen Resultat. Auch eingenommene Medikamente können das Testergebnis verfälschen. Und manche Darmerkrankungen wie Darmpolypen bluten möglicherweise gar nicht. Eine Früherkennungsuntersuchung gegen Darmkrebs oder weitergehende Untersuchungen können diese Tests auf keinen Fall ersetzen.
  • PSA-Tests zur Erkennung eines Prostatakrebsrisikos messen die prostata-spezifischen Antigene im Blut. Der Test ist für Laien schwer durchzuführen, der Messwert nicht immer einfach zu interpretieren. Eine mögliche Ursache für einen positiven Wert kann Prostatakrebs sein. Aber auch andere Ursachen können den PSA-Wert beeinflussen, etwa Rad fahren, ein Samenerguss oder Medikamente, zum Beispiel gegen Haarausfall. Viele Fachleute weisen darauf hin, dass eine Reihe von Faktoren diesen Test verfälschen kann. Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt sind in jedem Fall der sicherere Weg.
  • Vollkommen abzuraten ist vom Selbsttest auf erfolgten Herzinfarkt. Wer glaubt, einen Herzinfarkt gehabt zu haben, sollte schleunigst einen Notarzt anrufen - und nicht auf das Ergebnis des Selbsttests warten. Damit wird lediglich wertvolle Zeit verschwendet.
  • Tests zum Vorhandensein von Geschwüren oder Heliobacter-Bakterien im Magen sollte man in der Arztpraxis oder Apotheke unter Anleitung ausführen, da auch hier Fehler bei der Anwendung und bei der Auswertung möglich sind.
  • Bei Tests zur Ermittlung von Blutfettwerten können die Werte durch die Nahrungsaufnahme oder gleichzeitige Medikamenteneinnahme beeinflusst werden. Nicht immer weisen die Gebrauchsanweisungen ausreichend auf solche Zusammenhänge hin.


Natürlich gibt es Selbsttest, die auch von Laien angewendet werden können. Weil sie auch recht zuverlässig und einfach anzuwenden sind, können Schwangerschafts-, Fruchtbarkeits-, Säure-Basen-Tests oder Teststreifen zur Bestimmung des Zuckergehaltes im Urin wertvoll sein. Wichtig: Ein positives Testergebnis sollte immer unbedingt eine genauere Kontrolle beim Arzt nach sich ziehen!

Sich zum Beispiel in der Apotheke gelegentlich den Blutzuckerwert oder Blutdruck messen zu lassen, kann ebenfalls sinnvoll sein. Solche Tests liefern schnell eine Aussage über aktuelle Werte und können, bei mehrmaliger Durchführung über einen bestimmten Zeitraum, als Screening-Methode nützliche Hinweise auf Grunderkrankungen geben.

Von medizinisch bis unterhaltsam: Im Internet können Nutzer beispielsweise herausfinden, wie es um ihre körperliche und psychische Verfassung, um ihr Arzneimittelwissen oder auch ihre Vitaminversorgung steht. Tests auf Internetseiten können hilfreich sein, da sie meist als Fragebogen angelegt sind. Dieser kann dem Tester und seinem Arzt helfen herauszufinden, ob ein Risiko, erste Hinweise auf eine Erkrankung oder Störung vorliegen. Diese Fragebogen sollen dazu anregen, mit dem Arzt darüber zu sprechen.

Grundsätzlich gilt: Selbsttests sind nur zusätzlich zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll und niemals stattdessen. Sichere Ergebnisse kann nur der Arzt durch wesentlich aufwändigere Laboruntersuchungen oder andere Diagnoseverfahren liefern. Werden die Ergebnisse durch einen Fachmann begutachtet und ausgewertet, ist die Sicherheit größer, dass auch ein korrekter Bezug zum gesamten Gesundheitszustand des Patienten und mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Testergebnissen hergestellt wird. Auch weiß ein Arzt, welche Faktoren ein Testergebnis möglicherweise beeinflussen und sogar verfälschen können. Solche Tests helfen Risikofaktoren und Verdachtsfälle wichtiger Gesundheitsstörungen aufzudecken. Die weitere Abklärung, Diagnose und gegebenenfalls Therapie sollte dann aber unbedingt durch den Arzt erfolgen.

Quelle: dgk

Persönlicher Bereich:
 
 
Hinweis zur Nutzung von Cookies: Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. ganzen Hinweis lesen...
Mehr erfahren...