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Gesundheits-Check in Apotheken - Die Ergebnisse

So krank sind die Wiener und Niederösterreicher

28.06.2006

Die größte regionale Mess-Aktion von Gesundheitswerten, die es in Österreich je gegeben hat, ist mit einer hohen Beteiligung der Bevölkerung planmäßig nach zwei Monaten zu Ende gegangen. Von 20. März bis 20. Mai haben 55.000 Personen im Rahmen der Aktion "10 Minuten für meine Gesundheit" fünf Gesundheitswerte in den Apotheken in Wien und Niederösterreich überprüfen lassen. In den beiden Monaten haben die Apotheken Gewicht, Blutdruck, Bauchumfang, Cholesterin und Blutzucker anonym und kostenlos gemessen. Die Aktion, die bei der Bevölkerung großen Anklang gefunden hat, hat allerdings auch alarmierende Ergebnisse zum Vorschein gebracht. Die aktuellen Daten sind vom Österreichischen Lipidforum unter der Leitung von Univ.Doz. Dr. Harald Kritz und Univ.Prof. Dr. Helmut Sinzinger ausgewertet worden. Kritz: "Nun ist es wissenschaftlich belegt. Bei mehr als der Hälfte der Wiener und Niederösterreicher liegen die Gesundheitswerte im Risikobereich."

Für Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat ein deutliches Zeichen, nach dem Ende der Apotheken-Aktion auch die neue flächendeckende Vorsorgeuntersuchung noch stärker zu nutzen: "Der schnelle und kostenlose Check in den Apotheken war ein wichtiger Schritt, um Menschen jeden Alters für gesundheitliche Risikofaktoren und die regelmäßige Vorsorge zu sensibilisieren. Gerade "Zivilisationskrankheiten" wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen müssen rechtzeitig erkannt und behandelt werden, um eine dauerhafte Einschränkung der Lebensqualität zu verhindern."

Alarmierend: Mehr als die Hälfte im Risikobereich!

Die Ergebnisse der Gesundheitschecks sollten sowohl Betroffene als auch die österreichische Gesundheitspolitik nachdenklich stimmen. Bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer liegen die Gesundheits-Werte im Risikobereich. Die Apotheker haben in diesen Fällen umgehend reagiert und 55 Prozent der Teilnehmer, also 29.700 Personen, direkt an einen Arzt verwiesen. Die Menschen in Ostösterreich weisen damit schlechtere Gesundheitswerte auf als im Westen: Aus vergleichbaren Untersuchungen, die bereits in den Bundesländern Salzburg und Tirol durchgeführt wurden, geht hervor, dass die Österreicher im Westen deutlich gesünder sind. So hat etwa ein männlicher Teilnehmer aus Wien/NÖ einen mittleren Bauchumfang von 101 cm, während ein Salzburger mit 98 cm doch weniger Bauchumfang hat. Bei Frauen zeigt sich ein ähnliches Bild: 92 cm beträgt der mittlere Bauchumfang einer Wienerin oder Niederösterreicherin, während der mittlere Bauchumfang einer Salzburgerin bei 88 cm liegt.

Beunruhigend sind auch die Ergebnisse zu Blutdruck und Cholesterin

Mehr als ein Drittel der untersuchten Personen in Wien und Niederösterreich leidet an Bluthochdruck, die Hälfte davon hatte bis zum Zeitpunkt der Messung keine Ahnung davon. Fast jeder zweite, konkret 46 Prozent, weist zu hohe Cholesterinwerte auf.

Zu fett: Achtung Lebensgefahr!

Fettkrankheit ist hierzulande die Todesursache Nummer eins und sie scheint sich wie eine Epidemie auszubreiten. Das Ergebnis der Aktion "10 Minuten für meine Gesundheit" zeigt, dass bereits jeder zweite Wiener bzw. Niederösterreicher krankhaft fettleibig ist (Bauchumfang Messung: Werte bei Männern ab 100 cm, bei Frauen ab 90 cm). Nur jede sechste Person weist Idealwerte (Männer unter 90 cm, Frauen unter 80 cm) auf.

Wer fettleibig ist, hat ein hohes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. "Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie sehr sie sich durch ihren ungesunden Lebensstil selbst krank machen", so die beiden Apothekerpräsidenten Burggasser und Luks. "Wer seine Gesundheitswerte kennt, kann sein persönliches Gesundheitsrisiko besser einschätzen und reagieren."

Unterschätzte Gefahr Diabetes

Zuckerkrankheit wird in der Regel zu spät erkannt. In 90 Prozent der Fälle liegen bei Entdeckung der Krankheit bereits schwere Gefäßschäden vor. Im Zuge der Aktion "10 Minuten für meine Gesundheit" wurde bei insgesamt 8.800 Teilnehmern (16 Prozent) Diabetes oder Diabetesgefährdung festgestellt, wobei die Hälfte nichts von ihrem Risiko wusste. Von den gefährdeten Personen wurde bei rund 1.000 manifester Diabetes sogar frisch entdeckt (Werte ab 200 mg/dl). Diese Personen haben erstmals ein Vorsorge-Angebot in Anspruch genommen. Ein Arztbesuch wurde in diesen Fällen von den Apothekern dringend angeraten.

"Je früherder Betroffene von seiner Erkrankung erfährt,umso besserstehen dieHeilungschancen. Bei der Apotheken-Aktion konnten viele Erkrankungen neu entdeckt werden",  sagen Sinzinger und Kritz. "Im Sinne der Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher sollte der Gesundheits-Check in den Apotheken eine laufende und bundesweite Einrichtung werden", regen die beiden Mediziner an.

Überraschend: Auch Männer an Ihrer Gesundheit interessiert

Rund ein Drittel der Teilnehmer an der Apotheken-Aktion war männlich. "Das Vorurteil, dass Männer Vorsorge-Muffel sind, können wir nicht bestätigen", freut sich Burggasser.

Es ist als durchaus positives Zeichen zu werten, dass rund 25.000 Personen, also fast die Hälfte der Teilnehmer, im berufsfähigen Alter ist. Jeder zweite Untersuchte war unter 60 Jahre alt. Immerhin 7 Prozent waren sogar unter 30 Jahre. "Diese Daten zeigen, dass sich sowohl Männer als auch jüngere Personen für ihre Gesundheit und für Vorsorge interessieren. Mit unserem Gesundheits-Check haben wir offenbar eine Marktlücke getroffen", so Luks.

Jugendliche: Dickes Ende naht

An der Aktion "10 Minuten für meine Gesundheit" haben auch 1.210 Jugendliche teilgenommen. Offenbar ernährt sich ein Großteil unserer Kinder falsch und startet bereits mit Übergewicht ins Erwachsenenleben. In allen Altersgruppen hat sich ein dramatischer Anstieg viszeraler Fettleibigkeit (Bauchfett) gezeigt. Jedes dritte Kind hat ein Gewichtsproblem (13 % Übergewicht, 13 % Adipositas, 4 % extreme Adipositas, 4 % Untergewicht). Jedes vierte Mädchen überschreitet bereits mit 12 Jahren den unteren Risikobereich einer erwachsenen Frau. Jeder vierte Bub überschreitet mit 15 Jahren den unteren Risikobereich eines erwachsenen Mannes. Sinzinger: "Besonders auffällig an der Studie ist die extreme viszerale Gefährdung Jugendlicher. Wir haben in Österreich beinahe amerikanische Verhältnisse erreicht. Unsere Kinder sind fettleibig und blicken auf ein Leben, das von Krankheiten geprägt sein wird. Hier besteht akuter Handlungsbedarf."

Für die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), die diese Aktion finanziell unterstützt hat, ist dieses Ergebnis ein Grund zu handeln. WGKK-Obmann Franz Bittner: "Kommendes Schuljahr werden wir eine umfangreiche Gesundheitsförderungsaktion zu gesunder Ernährung und Bewegung an Wiener Schulen durchführen. Die Gesundheit der Kinder muss gezielt verbessert werden."

Wien versus Niederösterreich

Die Beteiligung an der Aktion "10 Minuten für meine Gesundheit" wurde von den Wienerinnen und Wienern gleichermaßen angenommen wie von den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern. Gesundheitlich gesehen gibt es allerdings Spezifikationen der jeweiligen Bundesländer. So rauchen etwa in Wien 19,1 Prozent der bei der Aktion Befragten, während in Niederösterreich 14,4 und österreichweit "nur" 13,6 Prozent vom Glimmstängel nicht lassen.

Doch was dem Wiener seine Zigarette ist, scheinen für den Niederösterreicher kulinarische Freuden zu sein. Der mittlere Blutzucker der Niederösterreicher liegt mit 107,6 deutlich über dem Wert der Wiener (104,5).

Dazu WGKK-Obmann Bittner: "In den sogenannten "Arbeiterbezirken" sind die Gesundheitschancen noch immer geringer als in den "Nobelbezirken". Gerade deshalb ist es wichtig, einen besonders niederschwelligen Zugang zur Gesundheitsvorsorge zu schaffen. Ich will daher in den "gesundheitlichen Problembezirken" noch heuer gezielte Maßnahmen zur besseren Inanspruchnahme der kostenlosen neuen Vorsorgeuntersuchung setzen. Die Aktion der Apotheken ist dabei sehr nützlich."

Quelle: Österreichische Apothekerkammer

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