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Mit Sport u. Bewegung auch das Gehirn trainieren

Tanzen macht das Gedächtnis fit

09.07.2009


Wie bringe ich meine grauen Zellen richtig auf Trab? Und wie bekomme ich meine ‚Festplatte im Kopf’ dazu, mehr Informationen zu speichern und schneller verarbeiten zu können? - Das sind Fragen, die die meisten von uns beschäftigen, denn schnelles Abspeichern und sicheres Abrufen von Wissen sind nicht nur am Arbeitsplatz Trumpf.

"Wir müssen uns das Gehirn wie einen Muskel vorstellen", sagt Prof. Dr. Hans Georg Nehen, Leiter der zur Contilia Gruppe gehörenden Essener Gedächtnisambulanz Memory-Clinic. "Wenn wir einen Muskel vernachlässigen, ist er nicht mehr in der Lage, seine volle Leistung zu erbringen. Genauso ist es beim Gehirn: Ständige Anforderungen sind der beste Weg, ein funktionierendes Gedächtnis zu behalten." Klingt einfach. Aber wie soll man vorgehen, wenn man möglichst effektiv etwas für seine Hirnleistung tun möchte?

Auf die Verknüpfungen kommt es an

In den Verzweigungen unseres Gehirns verrichten rund 15 Milliarden Nervenzellen ihre Steuerungs- und Denkarbeit. Die so genannten Synapsen verbinden die Nervenzellen untereinander. Durch elektrische Signale und chemische Reaktionen werden auf diese Weise Milliarden von Daten verwaltet und Abermilliarden von Informationen ausgetauscht. "Immer, wenn wir etwas lernen, bilden sich Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen", erklärt der ebenfalls in der Memory-Clinic tätige Diplom-Sozialpädagoge Carsten Brandenberg. "Je häufiger sich also das Gehirn mit neuen Aufgaben beschäftigen muss, desto mehr Verknüpfungen entstehen und umso schneller können wir die Infos abrufen. Werden schon in jungen Jahren sehr viele Synapsen gebildet, ist dies auch für unsere kognitiven Fähigkeiten im Alter hilfreich."

Trampelpfade verlassen

"Rein theoretisch könnten wir unvorstellbar viele Informationen abspeichern", fährt Brandenberg fort, "doch wir nutzen nur zwischen fünf und zehn Prozent unserer Kapazität. Nervenverbindungen im Hirn, die nicht genutzt werden, lösen sich wieder auf. Wer sein Gedächtnis nicht regelmäßig fordert, muss also damit rechnen, dass die Leistungsfähigkeit abnimmt. Um das Hirn in Schwung zu halten, sollte man ab und zu den Taschenrechner beiseite legen oder sich seine Einkaufsliste im Kopf merken. Auch einfache Denkspiele wie beispielsweise ‚Stadt, Land, Fluss’ trainieren das Gehirn."

Aber nicht nur Müßiggang, auch ständige Routine macht dem Kopf auf Dauer zu schaffen. "Unser Gehirn braucht viel Abwechslung", so Brandenberg. "Je eintöniger die Lebensabläufe, desto weniger wird unser Kopf gefordert. Schlecht für unser Gedächtnis sind Einsamkeit, passiver Fernsehkonsum oder langes Sitzen am Computer. Wer in seiner Freizeit etwas für sein Denkvermögen tun will, sollte sich ein Hobby suchen, das sich von der Tätigkeit unterscheidet, die er beruflich betreibt. Denn nur neue Herausforderungen fördern die Bildung neuer Synapsen. Bei Aufgaben, die denen gleichen, die wir oft verrichten müssen, benutzt unser Gehirn die bereits eingetretenen Trampelpfade."

Bewegung bringt das Hirn in Schwung

Auch Sport trägt dazu bei, den Kopf fit zu halten. Mehrere Studien belegen, dass sich bei Personen, die regelmäßig körperliche Aktivitäten ausüben, auch die kognitiven Fähigkeiten deutlich verbessern. Bewegung bewirkt eine tiefere Atmung und die Durchblutung das ganzen Körpers wird erhöht. So bekommt das Gehirn den Sauerstoff, den es für Top-Leistungen braucht. Die Studien haben auch gezeigt, dass körperliches Training offenbar ebenfalls die Neubildung der Nervenzellen stimuliert und die für Lernvorgänge wichtige Synapsenbildung fördert. "Jedem, der verhindern möchte, dass seine Gedächtnisleistung allzu schnell nachlässt, empfehlen wir daher auch sportliche Aktivitäten", sagt Prof. Nehen. "Ein gesunder Geist funktioniert am besten in einem gesunden Körper. Günstig wäre es, innerhalb eines Gedächtnistrainings Körper und Geist miteinander kommunizieren zu lassen, d.h. beispielsweise während des Radfahrens Rechenaufgaben zu lösen."

"Langfristig gesehen sind bestimmte Sportarten ein gutes Mittel, um das Gehirn leistungsfähig zu halten", bestätigt Gedächtnisexperte Brandenberg, gibt aber den Tipp: "Gehen Sie nicht zu verbissen an die Sache heran! Wer in seiner Freizeit etwas für sein Gehirn tun will, sollte Spaß dabei haben. Tanzen ist beispielsweise eine sehr abwechslungsreiche Sportart, bei der neben der körperlichen Bewegung auch der Kopf gefordert wird. Anders als bei den immer wiederkehrenden monotonen Bewegungsabläufen im Fitnessstudio werden hier durch die komplexen Schrittfolgen und Armbewegungen beide Gehirnhälften aktiviert und Kreativität freigesetzt. Das Hirn muss beim Erlernen eines neuen Tanzes Rhythmus, Feinmotorik und Gleichgewichtssinn koordinieren. Schnelle Reaktionen werden ebenso trainiert wie Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit."

Beschwingte Seele

Eine der Hauptursachen, die bei Menschen heute zu Störungen der kognitiven Fähigkeiten führen kann, ist Stress im Beruf oder in der Partnerschaft. "Bei Stress schaltet unser Gehirn häufig ab", erklärt Prof. Nehen. Sein Rat an gestresste Personen, deren Gedächtnis streikt: "Bloß kein kompliziertes und anstrengendes Gedächtnistraining! Das verursacht nur zusätzlichen Druck. Statt dessen lieber Entspannungsübungen. Die helfen dem Gedächtnis in solchen Situationen besser auf die Sprünge." An dieser Stelle sei noch einmal auf die Tanzkurse verwiesen, denn: "Ein solcher Kurs kann auch dazu beitragen, Stress abzubauen", versichert der Arzt aus Essen. "Dabei ist es egal, ob man sich für Hip-Hop, Tango, Volkstanz oder Aerobic entscheidet. Während der Muskelbeanspruchung werden die Glückshormone Endorphin und Serotonin im Gehirn ausgeschüttet. Stresshormone werden abgebaut. Die Musik beeinflusst Stimmung, Herzschlag, Blutdruck, Atemrhythmus, Immunsystem und Gehirnströme. Außerdem bewegt man sich in einer Gruppe Gleichgesinnter, mit denen man viel Spaß haben kann." Tanzen macht also nicht nur fit, sondern auch glücklich - und das ist gut für unsere Hirnleistung. Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Schon Aurelius Augustinus, Bischof im frühen Mittelalter, wusste um die Vorteile des Tanzes: "Ich lobe den Tanz, der alles fordert und fördert, Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele." Heute, 1600 Jahre später, ist die Wahrheit dieser Worte wissenschaftlich untermauert.

Kopfball

Also für alle, die möglichst effektiv etwas für ihre Hirn- und Gedächtnisleistung tun wollen, heißt die Devise: Aktiv werden! Fernseher ausschalten und runter vom Sofa! Wer seinen Körper trainiert, bringt auch seinen Geist auf Touren und tut etwas für die Psyche. Und für alle Tanzmuffel sei am Schluss noch gesagt, auch andere sportliche Aktivitäten, bei denen es neben der Bewegung auch auf kognitive Fähigkeiten ankommt, wirken sich positiv auf unsere Hirnleistung aus. Die Männer können also aufatmen, denn beim Fußball sollen ja neben dem Bolzen angeblich auch strategische Gedankengänge gefragt sein. Aber aufgepasst: Kopfballspiele schaden dem Gehirn allerdings mehr, als sie ihm nutzen.

Quelle: EKE

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